Auf Wiedersehen: Rolf Hermann (Mitte) inmitten der Lemgoer Anhänger, die dem Linkshänder in der Lipperlandhalle einen sehr emotionalen Abschied bereiteten. - © Jörg Hagemann
Auf Wiedersehen: Rolf Hermann (Mitte) inmitten der Lemgoer Anhänger, die dem Linkshänder in der Lipperlandhalle einen sehr emotionalen Abschied bereiteten. | © Jörg Hagemann

Lübbecke Rolf Hermann: Vom TuS über den TBV Lemgo in die Fankurve

Handball-Bundesliga: Rolf Hermann ist am vergangenen Wochenende verabschiedet worden. Der Linkshänder drückt dem TBV Lemgo im OWL-Derby beim TuS N-Lübbecke die Daumen.

Rainer Placke

Lübbecke. Am vergangenen Sonntag wurde er in der Lipperlandhalle offiziell verabschiedet, seitdem ist er quasi handballerischer Ruheständler – seine Schulter macht einfach nicht mehr mit. „Ich hatte ja lange genug Zeit, mich auf das Karriereende vorzubereiten, auch wenn es weh getan hat", sagt Rolf Hermann, der am Donnerstagabend erstmals ein OWL-Derby der Handball-Bundesliga zwischen dem TuS N-Lübbecke und dem TBV Lemgo in der Lübbecker Kreissporthalle von der Zuschauertribüne („Die Karten habe ich mir ganz normal gekauft") aus verfolgen wird. „Ich bin selbst darauf gespannt, wie ich mich verhalten werde" Zehn Jahre lang war er Leistungsträger beim TBV Lemgo, davor trug er drei Jahre lang das Trikot des TuS N-Lübbecke. „Ich empfinde nach wie vor viel Sympathie für beide Vereine, doch am Donnerstag drücke ich dem TBV die Daumen", sagt der 36-Jährige, der demnächst eine Ausbildung zum Sport-Fachwirt beginnen wird. „Nun fängt das richtige Leben an. Ich freue mich auf diesen neuen Abschnitt", ergänzt Hermann, der seine seine Zeit als Profihandballer „immer in guter Erinnerung behalten wird". Die Bilanz spricht für den TBV Lemgo Seinen ersten Besuch als „Privatmann" bei einem Spiel der Handball-Bundesliga weiß Hermann dagegen noch nicht so wirklich einzuordnen. „Ich bin selbst darauf gespannt wie ich mich verhalten werde. Das wird garantiert von komischen Gefühlen begleitet sein", sagt der 36-Jährige, der seinen letzten Arbeitgeber in der Favoritenrolle sieht. „Die vergangene Saison mit dem gerade noch geschafften Klassenerhalt hat die Lemgoer Spieler sehr eng zusammenrücken lassen. Außerdem sind die Neuzugänge echte Verstärkungen. Torwart Peter Johannesson, Fabian van Olphen und Isaias Guardiola haben toll eingeschlagen und heben das Niveau. Fabian van Olphen ist ein echter Abwehrchef und bringt immer noch ein tolles Niveau auf die Platte. Er geht immer voran, an ihm können sich die anderen aufrichten", singt Hermann geradezu ein Loblied auf den Niederländer, mit dem er gemeinsam beim TuS N-Lübbecke spielte. Auch die bisherige Lemgoer Bilanz mit 15 Punkten spricht laut Hermann für die Lipper. „Mit den 15 Punkten war ja nicht unbedingt zu rechnen. Die geben eine Menge Selbstvertrauen. Ganz wichtig war der Sieg am vergangenen Sonntag gegen die HSG Wetzlar, das hat der Mannschaft ein gutes Gefühl für die kommenden Aufgaben gegeben", ergänzt Hermann. Jens Bechtloff sei "ein richtig guter Typ" Den TuS N-Lübbecke kann Rolf Hermann zwar nicht so gut einschätzen wie den TBV Lemgo. „Es war doch aber von Anfang an klar, dass die Mannschaft um den Klassenerhalt spielen wird. Man kann auf jeden Fall die Handschrift von Aaron Ziercke erkennen, der auf kompakte Abwehrarbeit vor zwei guten Torhütern setzt. Das muss auch die Basis sein. Im Angriff scheint es dagegen ein wenig zu haken, wenn man die bisherigen Ergebnisse sieht", fasst er seine Eindrücke zusammen. Beeindruckt hat den 36-Jährigen die zuletzt tolle Form von Jens Bechtloff, mit dem er einige Jahre gemeinsam für den TBV Lemgo aktiv war. „Für ihn freue ich mich, denn „Feile" ist ein richtig guter Typ", ergänzt Hermann. Gleichwohl wird sich der gebürtige Lübbecker heute Abend eher über die Torerfolge des TBV Lemgo freuen und Bechtloff-Treffer zähneknirschend zur Kenntnis nehmen. Abseits vom sportlichen Geschehen wird sich Rolf Hermann am Donnerstagabend garantiert mit vielen ehemaligen Weggefährten unterhalten, um sich dann total entspannt auf den Heimweg nach Minden zu machen.

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