Ballt die Faust: Trainer Aaron Ziercke (in Rot) und seine Mitspieler bejubeln den Punktgewinn gegen Göppingen wie einen Sieg. - © Oliver Krato
Ballt die Faust: Trainer Aaron Ziercke (in Rot) und seine Mitspieler bejubeln den Punktgewinn gegen Göppingen wie einen Sieg. | © Oliver Krato

Lübbecke TuS N-Lübbecke gibt Rote Laterne ab - Schöngarth ausgepfiffen

Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke erreicht mit dem 25:25 gegen FA Göppingen den ersten Zähler vor heimischem Publikum und verlässt erstmals den letzten Tabellenplatz.

Rainer Placke

Lübbecke. „Unsere Leidenschaft ist belohnt worden". Linksaußen Jens Bechtloff, erneut überragender Linksaußen des Handball-Bundesligisten TuS N-Lübbecke, brachte es gestern Abend auf den Punkt. Mit einem 25:25 (10:11) gegen FA Göppingen holte der Aufsteiger nicht nur den ersten Heimpunkt, sondern auch den sechsten Saisonzähler – und verließ erstmals den letzten Tabellenplatz. „Die Mannschaft hat bedingungslos gekämpft und auch in engen Phasen nicht die Nerven verloren – es ist eine Entwicklung zu sehen", freute sich Trainer Aaron Ziercke. Und Schlussmann Peter Tatai, der vier Sekunden vor dem Abpfiff den letzten FAG-Wurfversuch von Rechtsaußen Alexander Trost abwehrte, hatte einige Mühe, sich anschließend aus der Umklammerung seiner jubelnden Mitspieler zu befreien. „Das ist eindeutig ein gewonnener Punkt, der noch sehr wichtig werden kann", freute sich der Ungar. „Das fühlt sich wie ein Sieg an", ergänzte Moritz Schade. „Das fühlt sich wie ein Sieg an" Die Schlussphase in der Lübbecker Kreissporthalle war gestern Abend an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten. Beim 20:22 (51.), 21:23 (52.) und 22:24 (54.) sah es nicht nach dem sechsten Saisonpunkt für die Hausherren aus. Doch mit einer kaum zu toppenden Moral stemmten sich die Lübbecker gegen die drohende Niederlage – und das mit Erfolg. Zunächst ließ der überragende Jens Bechtloff das 24:24 folgen, dann parierte Peter Tatai nach einer Zeitstrafe gegen Nils Torbrügge einen Schiller-Siebenmeter und Marko Bagaric ließ in Unterzahl das 24:24 folgen. Nach dem 24:25 durch den nur schwer zu bremsenden Kreisläufer Kozina riss Nils Torbrügge nach einem Zetterman-Zuspiel einen Siebenmeter, den Jens Bechtloff sicher zum 25:25 verwandelte – da waren noch 40 Sekunden zu spielen. Göppingens Trainer Dr. Rolf Brack nahm 20 Sekunden später eine Auszeit, um den letzten Abschluss anzusagen – doch der wurde von Peter Tatai vereitelt, und anschließend freuten sich die Lübbecker Spieler unbändig über das Unentschieden. Das hatte sich der Aufsteiger auch redlich verdient, weil die Mannschaft von Beginn an mit den höher eingeschätzten Göppingern auf Augenhöhe agierte. Beim 8:4 und 9:5, unter anderem durch drei Treffer von Joel Birlehm und Jens Bechtloff (2) in das verwaiste FAG-Gehäuse, hatte man sich einen deutlichen Vorsprung herausgespielt. Anschließend unterliefen den Ziercke-Schützlingen aber im Angriff zu viele Fehler, so dass FA Göppingen (mit einem restlos enttäuschenden und vom Lübbecker Publikum ausgepfiffenen Jens Schöngarth bei seinem Kurzeinsatz) überraschend zur Pause mit 11:10 führte. Nach dem Seitenwechsel blieb die Begegnung ausgeglichen. „Wir haben zwar auch in dieser Phase ein paar überflüssige Fehler begangen, doch dieses Mal haben wir uns davon nicht aus der Bahn werfen lassen", freute sich Jens Bechtloff, der seinen grandiosen Lauf der letzten Wochen auch mit etwas gestutztem Bart nahtlos fortsetzte. Apropos Lauf: Sollte der TuS N-Lübbecke am 9. Dezember das Auswärtsspiel beim TV Hüttenberg gewinnen, könnte man auch den Abstiegsplatz verlassen.

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