Plattform Bundesliga: Der 20-Jährige Joel Birlehm ist froh, diese Chance beim TuS N-Lübbecke erhalten zu haben. Dort wird er von Nikola Blazicko unterstützt. Und Birlehm zahlt mit guten Leistungen und entscheidenden Paraden wie in Stuttgart zurück. - © Foto: Oliver Krato
Plattform Bundesliga: Der 20-Jährige Joel Birlehm ist froh, diese Chance beim TuS N-Lübbecke erhalten zu haben. Dort wird er von Nikola Blazicko unterstützt. Und Birlehm zahlt mit guten Leistungen und entscheidenden Paraden wie in Stuttgart zurück. | © Foto: Oliver Krato

Lübbecke Tus N-Lübbecke: Birlehm hofft auf Botschaften

Handball-Bundesliga: Nach dem ersten Saisonsieg des TuS N-Lübbecke hatte Joel Birlehm jede Menge Glückwunschnachrichten zu beantworten. Jetzt möchte der junge Torhüter mithelfen, die ersten Heimpunkte zu holen

Die Rückfahrt vom Spiel in Stuttgart war lang, doch Joel Birlehm war ausreichend beschäftigt. Er hatte nach dem ersten Saisonsieg des TuS N-Lübbecke in der Handball-Bundesliga und seiner entscheidenden Parade wenige Sekunden vor Spielende zahlreiche Glückwunschnachrichten auf seinem Handy, die es während der Rückfahrt zu beantworten galt. Der junge Torhüter hätte übrigens nichts dagegen, wenn ihn am Donnerstagabend nach dem Heimspiel gegen Frisch-Auf Göppingen (Anwurf 19 Uhr) ähnliche Botschaften auf dem Handy erwarten würden. „Es war natürlich ein unglaubliches Gefühl, als die letzte Aktion des Spiels vorbei war und die ganze Anspannung von einer Sekunde auf die andere abfiel. Das Gefühl, ein Spiel zu gewinnen, hatten wir ja in dieser Saison noch nicht“, erzählt Joel Birlehm. Dass er nach seiner Einwechslung mit einigen Paraden einen nicht unwesentlichen Anteil zum 29:28 in Stuttgart lieferte, möchte der 20-Jährige nicht zu hoch aufgehängt wissen. „In der Auszeit vor der letzten Aktion war ich nicht bei der Mannschaft, sondern habe versucht, mich voll und ganz auf mich selbst zu konzentrieren. Wir haben dann super verteidigt, und Moritz Schade hat den letzten Wurf noch leicht abgefälscht, so dass es für mich ein relativ dankbarer Ball war“, lässt Joel Birlehm die letzte Szene des Spiels noch einmal Revue passieren. „Wir hatten gegen Gummersbach eine richtig tolle Kulisse, das hat einen Riesenspaß gemacht“ Ein ähnliches Glücksgefühl möchte der gebürtige Herforder nun auch am Donnerstag in eigener Halle erleben, wenngleich der TuS N-Lübbecke seine fünf Pluspunkte allesamt auswärts holte. „Das ist aber bestimmt kein Fluch“, lacht Joel Birlehm. „Wir hatten gegen Gummersbach eine richtig tolle Kulisse. Bei jeder gelungenen Aktion hatte ich das Gefühl, das Dach fliegt weg. Das hat einen Riesenspaß gemacht. Deshalb werden wir am Donnerstag alles daransetzen, die Punkte hier zu behalten.“ Ob er die Partie gegen den Tabellenzwölften FA Göppingen (11:17 Punkte) zwischen den Pfosten eröffnen darf oder zunächst auf der Bank Platz nimmt, beschäftigt ihn übrigens weniger als man denkt. „Ich weiß, dass ich als zweiter Torhüter und Backup von Peter Tatai geholt wurde, aber diese Situation ist nicht unangenehm, zumal ich mit meinen Spielzeiten sehr zufrieden bin“, so Birlehm, der vor der Saison von GWD Minden zum TuS stieß und dort in große Fußstapfen trat. „Immer, wenn ich Lübbecker Spiele gesehen habe, stand da ’Blaz’ (Nikola Blazicko, Anm. d. Red.) im Tor. Dass er mich jetzt im Training unterstützt, ist unglaublich wertvoll für mich. Außerdem versucht er, den Druck von mir zu nehmen“, freut sich der junge Schlussmann über diese Hilfestellung. Und für noch etwas ist der junge Torhüter dankbar. „Mit meinen 20 Jahren habe ich hier in Lübbecke die Plattform bekommen, in der stärksten Liga der Welt zu spielen. Das heißt aber nicht, dass ich mich jetzt zurücklehne.“ Das kann man sogar wörtlich nehmen, denn im Spiel gegen Gummersbach stand Birlehm mit blutender Nase exemplarisch für eine schmerzhafte Niederlage. Zweimal hatte er einen Wurf im Gesicht abbekommen. „Das ist Berufsrisiko. Und wenn ich der Mannschaft damit helfen kann, halte ich gerne mal meinen Kopf hin“, lacht Joel Birlehm.

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