Übernimmt augenblicklich die Rolle des Anführers: Linksaußen Jens Bechtloff nach einem seiner verwandelten Siebenmeter in der Stuttgarter SchaarArena. - © Eibner-Pressefoto
Übernimmt augenblicklich die Rolle des Anführers: Linksaußen Jens Bechtloff nach einem seiner verwandelten Siebenmeter in der Stuttgarter SchaarArena. | © Eibner-Pressefoto

Stuttgart TuS N-Lübbecke: Bleibt Bechtloffs Bart nach dem ersten Sieg?

Handball-Bundesliga: Der Linksaußen des TuS N-Lübbecke überlegt trotz des Sieges in Stuttgart, seinen Vollbart stehen zu lassen. Seit vier Spielen in der Fremde ungeschlagen

Rainer Placke

Lübbecke. Als Aaron Ziercke am Sonntagabend um 23.15 Uhr wieder zu Hause war, hatte er schon den ersten Teil der Vorbereitung auf das Heimspiel des TuS N-Lübbecke am Donnerstagabend gegen FA Göppingen hinter sich. Während der Rückfahrt aus Stuttgart schaute er sich das letzte Göppinger Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen an, um die entscheidenden Sequenzen herauszufiltern. Das tat er übrigens in sehr guter Stimmung, die auf der siebenstündigen Busfahrt herrschte. „Man hat deutlich gemerkt, wie wichtig dieser erste Saisonsieg war. Dementsprechend gelöst war die Stimmung, aber eher ruhig", beschrieb der 45-Jährige die Erleichterung nach dem ersten doppelten Punktgewinn in der aktuellen Saison der Handball-Bundesliga. „Hingefallen, wieder aufgestanden und die Krone gerichtet" Dabei lag nach der 26:27-Heimniederlage gegen den VfL Gummersbach eine aufwühlende Woche hinter den Verantwortlichen des TuS N-Lübbecke. „Der Trainer hat offensichtlich bei der Aufarbeitung die richtigen Worte gefunden. Ich hoffe, dass dieser Sieg für mehr Selbstvertrauen sorgt", meinte Beiratssprecher Armin Gauselmann, der nach der Heimpleite gegen Gummersbach Aaron Ziercke das Vertrauen ausgesprochen und jegliche Debatte um den Trainer im Keim erstickt hatte. Aaron Ziercke hatte sich unter der Woche sowie am Samstag und Sonntag ganz genau angeschaut, wie die Mannschaft mit dem Druck umzugehen verstand. „So ein Spiel gegen Gummersbach hätte auch für einen ziemlich Knacks sorgen können. Doch die Mannschaft hat eine tolle Reaktion gezeigt und gemeinschaftlich für diesen Sieg gesorgt. "Hingefallen, wieder aufgestanden und anschließend die Krone gerichtet", ordnete Ziercke das 29:28 als ganz wichtig für den Zusammenhalt des Teams ein. Denn bei einem Blick auf die Tabelle der Handball-Bundesliga wird klar: der rettende drittletzte Platz ist nur noch einen Zähler entfernt. Aktuell steht dort Mitaufsteiger Die Eulen Ludwigshafen. Alles in der eigenen Hand „Wir haben nach wie vor alles in der eigenen Hand. Und dabei hilft der erste Saisonsieg vor allem der Psyche", weiß Ziercke, der gestern Abend mit seinen Spielern in einer eher lockeren Trainingseinheit den Fokus auf das bevorstehende Heimspiel gegen FA Göppingen legte. Ob Linksaußen Jens Bechtloff am Donnerstag ohne Bart in der Lübbecker Kreissporthalle auflaufen wird, steht indes noch gar nicht fest. „Mit Vollbart ist es doch zuletzt gar nicht so schlecht gelaufen", ist der 31-Jährige inzwischen ins Grübeln gekommen. Immerhin blieb der TuS N-Lübbecke im vierten Auswärtsspiel hintereinander unbesiegt. Es kann also durchaus sein, dass Bechtloff doch noch nicht im gewohnten Outfit am Donnerstagabend auflaufen wird. Bechtloff stellt das Team in den Vordergrund Gleichwohl freute sich der Ex-Bittenfelder über die zwei Punkte in Stuttgart. „Ich möchte gar nicht so gerne über mich sprechen", meinte Bechtloff zu dem Lob, das er nach der Begegnung von vielen Seiten erhalten hatte. „Natürlich freue ich mich darüber, einen Beitrag dazu geleistet zu haben. Doch unsere Mannschaftsleistung war einfach klasse. Es wäre super, wenn das jetzt Signalwirkung hätte", erweist sich der 31-Jährige als absoluter Teamplayer. Wie übrigens auch Lukasz Gierak, der erst in der 58. Minute eingewechselt wurde und wenig später den entscheidenden Treffer markierte. Ob der TuS N-Lübbecke gegen FA Göppingen wieder auf Tim Remer und Kenji Hövels zurückgreifen kann, wird sich erst kurzfristig entscheiden. „Wir stehen in ständigem Austausch mit der medizinischen Abteilung. Aber wir gehen auf keinen Fall ein Risiko ein. Die Spieler wissen selbst am besten, wann sie sich wieder einsatzbereit fühlen", wartet Aaron Ziercke bei dem gegen Gummersbach sowie in Stuttgart fehlenden Duo noch ab.

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