Grimmiger Blick: Die Körpersprache einiger Spieler bei der Heimniederlage gegen Gummersbach schmeckte TuS N-Lübbeckes Trainer Aaron Ziercke gar nicht – er zieht nun die Zügel an und erwartet am Sonntag in Stuttgart einen anderen Auftritt. - © Foto: Oliver Krato
Grimmiger Blick: Die Körpersprache einiger Spieler bei der Heimniederlage gegen Gummersbach schmeckte TuS N-Lübbeckes Trainer Aaron Ziercke gar nicht – er zieht nun die Zügel an und erwartet am Sonntag in Stuttgart einen anderen Auftritt. | © Foto: Oliver Krato

Lübbecke Ziercke zieht die Zügel an

Handball-Bundesliga: Der Trainer des TuS N-Lübbecke gibt sich wortkarg – er will endlich Taten und eine andere Körpersprache seiner Spieler sehen. Die Kritik vor dem Spiel in Stuttgart bleibt mannschaftsintern

Sollte an dem Sprichwort „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ etwas dran sein, liegen vor Handball-Bundesligist TuS N-Lübbecke goldene Zeiten in Form von zwei Punkten. Denn so wortkarg wie vor dem nächsten Schlüsselspiel am Sonntag beim TVB Stuttgart (Anwurf 13 Uhr) hat man Trainer Aaron Ziercke noch nicht erlebt. Böse ausgelegt könnte man nun behaupten, der enttäuschende Auftritt seiner Mannschaft am vergangenen Sonntag im Heimspiel gegen den VfL Gummersbach (26:27) habe dem Trainer des noch immer sieglosen TuS N-Lübbecke die Sprache verschlagen. Doch dem ist nicht so. Ziercke hat durchaus Worte der Kritik gefunden. „Deutliche“ wie der 45-Jährige einsilbig anmerkt, „personenbezogene“ dazu. Doch Inhalt und Wortwahl sollen dort bleiben und die gewünschte Wirkung entfachen, wo sie seiner Meinung nach hingehören. „Die Mannschaft weiß Bescheid, dabei belasse ich es auch“, sagt Ziercke. „Die Mannschaft weiß Bescheid, dabei belasse ich es auch“ Wer mit der „personenbezogenen“ Kritik gemeint ist, muss der Coach des Tabellenletzten auch gar nicht aussprechen. Dafür reicht die Erinnerung an das Spiel gegen Gummersbach, in dem sich die Enttäuschung mit den Namen Lukasz Gierak, Pontus Zetterman und Ante Kaleb verknüpfte. Dass alle drei an diesem Tag unter ihren Möglichkeiten blieben, ist das eine, dass sie dabei auch die Körpersprache vermissen ließen, ohne die im Abstiegskampf der Handball-Bundesliga kein Blumentopf zu gewinnen sein wird, ist das andere. Letzteres habe der Lübbecker Coach benannt. Mannschaftsintern. Nach außen hin schweigt er. Aber auch das ist vielsagend. Ziercke zieht die Zügel an. Redseliger wird der Trainer, wenn es um den Gegner geht. Der TVB Stuttgart steht mit 9:17 Punkten auf Platz 14 der Tabelle, in einem Bereich also, der für den TuS N-Lübbecke (3:23) noch in Reichweite liegt. „Stuttgart hatte eine Reihe verletzter Spieler, die nach und nach wiederkommen. So wie jetzt ’Mimi’ Kraus“, rechnet Ziercke mit dem Einsatz des Ex-Nationalspielers. Auch im Tor können die Gastgeber mit Johannes „Jogi“ Bitter einen prominenten Namen aufbieten. Torgefährlichster Spieler des Baur-Teams ist Rechtsaußen Bobby Schagen, der seine Tore von 2015 bis 2016 für den TuS N-Lübbecke warf. Außerdem müssen sich die Lübbecker am Sonntag in der ausverkauften Scharrena darauf einstellen, dass die Gastgeber mit dem siebten Feldspieler agieren. Das lässt Markus Baur, Lübbeckes Ex-Trainer, bei den Stuttgartern oft und gerne praktizieren. Baur brachte weltmeisterliches Flair mit, als er Ende 2010 nach Lübbecke kam und sich eineinhalb Jahre später mit Platz neun und dem Klassenerhalt verabschiedete. Letzterer steht nun auch am Sonntag beim sicherlich umkämpften Wiedersehen in Stuttgart im Mittelpunkt. Doch für diese Einschätzung bedarf es wohl tatsächlich nicht vieler Worte.

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