Zwei ziemlich beste Partner: Nikola Blazicko umarmt seine Frau Afamia. Beide schämten sich bei der total emotionalen Verabschiedung des Lübbecker Kapitäns ihrer Tränen nicht. - © Oliver Krato
Zwei ziemlich beste Partner: Nikola Blazicko umarmt seine Frau Afamia. Beide schämten sich bei der total emotionalen Verabschiedung des Lübbecker Kapitäns ihrer Tränen nicht. | © Oliver Krato

Lübbecke Nikola Blazicko vom TuS N-Lübbecke wird nach dem Sieg gegen Rostock gefeiert

Ein Abschied, der unter die Haut geht

Rainer Placke

Lübbecke. Als sich Nikola Blazicko in der 59. Minute zu seiner Auswechslung bereit machte, begann die wohl emotionalste halbe Stunde seiner Karriere. Zunächst klatschte ihn die gesamte Mannschaft ab, alle Zuschauer erhoben sich. Es folgten lang anhaltende Sprechchöre, Geschenke von den Offiziellen des TuS N-Lübbecke sowie vom Fan-Club „Red Devils" sowie viele warme Worte. „Ich bin glücklich und stolz", meinte ein sichtlich ergriffener Nikola Blazicko, als er sich persönlich an die ihn feiernden Fans, seine Lehrerkollegen des Lübbecker Wittekind-Gymnasiums sowie seine Frau Afamia und seinen Sohn Patrick wandte. Mit Tränen in den Augen und belegter Stimme bedankte sich der 39-Jährige für die Zeit beim TuS N-Lübbecke. „Vor zehn Jahren zum TuS N-Lübbecke zu kommen war der beste Schritt, den ich machen konnte. Es kann für einen Sportler nichts Schöneres geben als so verabschiedet zu werden", meinte Blazicko, der direkt nach dem Schlusspfiff seiner Frau Afamia einen ersten Handkuss zugeworfen hatte. Die hatte sich oben auf der Tribüne ebenfalls die ersten Tränen weggedrückt, als sie die nicht enden wollenden Ovationen um ihren Ehemann realisiert hatte. Blazickos Sohn Patrick hatte sich ein T-Shirt mit der Aufschrift „Papa, ich bin stolz auf Dich" übergestreift und beobachtete fasziniert die Ehrerbietung, die seinem Vater entgegenschlug. „Nikola Blazicko war einer der charakterstärksten Spieler, die jemals beim TuS N-Lübbecke unter Vertrag gestanden haben", brachte Beiratssprecher Armin Gauselmann das auf den Punkt, was die 1.583 Zuschauer dachten und empfanden. Blazicko selbst richtete sich in seiner Dankesrede vor allem an die treuen Zuschauer sowie die „tolle Mannschaft, die mir geholfen hat, mit dem Aufstieg meine Karriere beenden zu können". Das wiederum war typisch für Nikola Blazicko – er präsentierte sich auch in der Stunde der ihm ganz persönlicher entgegen gebrachten Wertschätzung als Teamplayer. Als der Fan-Club „Red Devils" ein mit Fotos aus seiner Lübbecker Zeit dekoriertes Handballtor in die Halle schleppte, war Blazicko wirklich gerührt – das Tor steht seit Sonntagnachmittag im Garten der Familie Blazicko – sehr zur Freude von Patrick Blazicko. Der sorgte gemeinsam mit seiner Mutter Afamia für die nächste Überraschung: als sich die meisten Zuschauer schon auf den Heimweg gemacht hatten, überreichten die beiden Nikola Blazicko ein neues Paar derjenigen Turnschuhe, mit denen Nikola Blazicko seinen Dienst als Torwart verrichtet hatte. „Damit können wir mal ins Kino oder tanzen gehen", scherzte Afamia Blazicko, als sie in das überraschte Gesicht ihres Mannes blickte. Und so fand der Abend neben dem 25:22-Sieg der Hausherren im letzten Heimspiel des Nikola Blazicko einen runden Abschluss. Eine Bemerkung in persönlicher Sache sei an dieser Stelle erlaubt. Wenn jemand solch einen Abschied sich verdient hat, dann Nikola Blazicko. Der 39-Jährige hat sich in den vergangenen zehn Jahren als ein aufrichtiger, immer um Top-Leistungen bemühter Sportler und Gesprächspartner erwiesen, der sein Herz auf der richtigen Seite trägt. Ihm ist alles erdenklich Gute für die Zukunft zu wünschen.

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