TBV-Torhüter Piotr Wyszomirski jubelt im spiel gegen den TSV Hannover Burgdorf. - © Jörg Hagemann
TBV-Torhüter Piotr Wyszomirski jubelt im spiel gegen den TSV Hannover Burgdorf. | © Jörg Hagemann

Lemgo TBV Lemgo: Gut gebrüllt ist halb gewonnen

Handball: TBV Lemgo setzt beim Abstiegs-Showdown am Samstag gegen Gummersbach auf den Fan-Faktor. Und freut sich über eine ausverkaufte Lipperlandhalle

Jörg Hagemann

Lemgo. "Und jetzt schnell: Ab mit den Jungs in die Eistonne." Der Absender des gut gemeinten Rates an den TBV Lemgo nach dem elementar wichtigen 27:23 beim TSV Hannover-Burgdorf war angesichts der totalen Verdunkelung bei der Verabschiedungszeremonie der Gastgeber nicht mehr auszumachen. Gleichwohl bewies der unbekannte Tippgeber Weitsicht. Bereits am Samstag um 16 Uhr kommt es in der Lipperlandhalle zum absoluten Abstiegs-Showdown gegen den VfL Gummersbach. Da würde ein Bad in der Eistonne - seit Per Mertesackers Wutrede bei der Fußball-WM 2014 der Inbegriff für schnelle Regeneration der Muskeln - Dauerkämpfern wie Andrej Kogut, Tim Suton oder Tim Hornke schon weiter helfen, um rasch die Müdigkeit aus den Gliedern zu schütteln. "Das wird alles andere als ein Zuckerschlecken. Die Belastung ist hoch und alle sind voll mitgegangen", weiß TBV-Geschäftsführer Jörg Zereike um die kurze Regenerationszeit von nur zweieinhalb Tagen. "Gummersbach kann zwei Tage länger relaxen und verfügt aktuell auch über einen breiteren Kader", sagt Zereike und setzt wieder voll auf den Faktor Fan. Und auf den ist erneut Verlass. Der Saisonabschluss ist mit 4.790 Zuschauern ausverkauft. Der Fan-Faktor soll helfen Schon in der Swiss-Life-Hall wurden die Lipper von zirka 300 Anhängern angefeuert. Dabei hatte der TBV die 200 dem Gastverein zustehenden Karten selbst aufgekauft und das Kontingent stark subventioniert an seine Fans weitergegeben. Inklusive Bustransfer mussten sie lediglich 10 Euro berappen. "Wir wollen unserem Team in dieser Phase einfach die maximale Unterstützung zukommen lassen", begründete TBV-Geschäftsführer Ulrich Kaltenborn den großzügigen Support. Auf die Lemgoer Spieler machte der blaue Block mächtig Eindruck. "Alle haben wahnsinnig performt. Dass 300 Fans wie eine Eins hinter uns stehen, ist der Hammer. Dafür ein großes Dankeschön", japste Christoph Theuerkauf, der unglücklich auf Arm und Schulter gekracht war, schwer nach Luft. "Zum Glück ist nichts gebrochen. Allerdings sind die Schmerzen groß", ließ Zereike gestern zum Gesundheitszustand des quirligen Kreisläufers verlauten. Auf "Theuer" kann der TBV beim Matchball ebenso wenig verzichten wie auf Torhüter Piotr Wyszomirski, der zum Ende der Saison immer besser auf Touren kommt. Ein Sonderlob verteilte Kehrmann auch an die beiden Youngsters Lukas Zerbe und Jari Lemke. Beim riskanten Spiel Sieben gegen Sechs ohne Torwart treffe der 20-jährige Lemke als Verteiler stets gute Entscheidungen. Während dem TBV dank des guten Torverhältnisses bereits ein Punkt zum Klassenerhalt reicht, ist der Bergische HC neben einem Sieg über Hannover auch auf fremde Hilfe angewiesen. Stuttgart benötigt in Göppingen noch einen Punkt zum sicheren Klassenerhalt. Gummersbach dürfte angesichts der guten Tordifferenz selbst eine Niederlage in Lemgo nichts mehr anhaben.

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