Stets mit einem Wodka am Ball: Achim Hagemann alias Pawel Popolski bei der Handball-Europameisterschaft in Polen. - © Montage: Thoms Löhrig
Stets mit einem Wodka am Ball: Achim Hagemann alias Pawel Popolski bei der Handball-Europameisterschaft in Polen. | © Montage: Thoms Löhrig

Bielefeld/Zabrze Achim Hagemann alias Pawel Popolski zur Handball-EM in Polen

Musiker gibt exklusiv in der Neuen Westfälischen seine Gedanken zur deutschen Mannschaft, zur Europameisterschaft und zu Polen zum Besten

Zabrze. Achim Hagemann sagt: „Das letzte Mal mit Handball hatte ich in der Grundschule zu tun. Das ist 40 Jahre her." Ansonsten habe er aber ein sehr gutes Verhältnis zum Sport. Privat betreibt der deutsche Komponist und Musiker, der durch seine gemeinsamen Auftritte mit Hape Kerkeling berühmt geworden ist, nach eigener Aussage „ein bisschen Sport: Laufen, Yoga und nicht zu vergessen Schlagzeug spielen. Dabei verbrennst du genauso viele Kalorien wie nach 90 Minuten Fußball". Als Fan hängt er den Kickern von Borussia Dortmund nach.

Hagemanns aktuelle Kunstfigur „Pawel Popolski" geht die Sache mit dem Sport und dem Handball deutlich pragmatischer an. „Ich bin für jeden Sport zu haben, bei dem Wodka im Spiel ist", plappert er in seinem liebenswerten polnischen Akzent. Damit hat sich der Enkel, dessen Opa vor 100 Jahren angeblich mit drei Akkorden die Popmusik erfunden haben soll, die ihm dann tragischerweise gestohlen wurden, für ein einzigartiges Projekt qualifiziert.

Audio

Popolskis Podcast 1: Was ist genau der Handball-Spiel?

Copyright: Achim Hagemann

In Zusammenarbeit mit der Neuen Westfälischen präsentiert Achim Hagemann alias Pawel Popolski seine Gedanken zur Handball-Europameisterschaft, bei der die deutsche Mannschaft zunächst in Breslau ihr Quartier bezieht, das nur unweit von Popolskis Heimat, einer Plattenbausiedlung in Zabrze, entfernt liegt.

„Ich bin schon fleißig mit dem Ball am Trainieren dran", berichtet Pawel Popolski, der mit der Liedzeile „Tief in der Osten, wo der Sonne verstaubt, ist der besser, viel besser, als man glaubt" einen Welthit landete, den später Herbert Grönemeyer erfolgreich abkupferte. Auch seine Hardrockversion von „Cherry Cherry Lady", mit der auch Modern Talking bekannt wurde, hat Kultstatus.

Information
Unter dem Pseudonym Pawel Popolski ist Achim Hagemann Schlagzeuger der pseudo-polnischen Kabarett-Blaskapelle „The Pops" mit dem Programm „Der Popolski Show". Mit dieser Band wurde er 2006 für den Prix Pantheon nominiert. 2008 startete eine kleine Reihe mit „Der Popolski Show" im WDR-Spätabendprogramm. Hierfür wurde Achim Hagemann für den Deutschen Fernsehpreis 2008 in der Kategorie „Beste Comedy" und 2009 für den Adolf-Grimme-Preis nominiert.

Leider sei beim intensiven Ballwerfen in Popolskis Wohnung schon eine Scheibe zu Bruch gegangen. „Doch das macht nix, weil ohne Training geht es nun mal nicht", betont er. Bei der EM macht sich Achim Hagemann Gedanken zu den wichtigen Themen abseits der Ereignisse in den Sporthallen.

„Mal sehen. Mir schweben so Sachen vor wie ein polnischer Sprachkurs oder die Antwort auf die Frage: Mit welchen Worten darf man als Fan in Polen auf gar keinen Fall anfeuern. Wahrscheinlich krame ich auch noch die alte Kamelle hervor, dass der Opa Popolski den Handball oder zumindest einen besonderen Teil davon erfunden hat. Lassen Sie sich überraschen", sagt Hagemann.

All dies würzt der Komponist und Musiker mit dem ihm eigenen Charme und Humor, den die Fans bereits bei seinen bekannten Kreationen „Das ganze Leben ist ein Quiz" und „Hurz" kennen- und lieben gelernt haben. Zu genießen sind diese Kleinode der Sprachkunst mit einem Klick auf nw.de.

Bevor Achim Hagemann den polnischen Schlagzeuger Pawel Popolski ersann, arbeitete er viele Jahre mit Hape Kerkeling zusammen. „Hape ist mein ältester Freund", bestätigt der 50-Jährige. Mit Kerkeling besuchte Hagemann die Grundschule, das Marie-Curie-Gymnasium in Recklinghausen, und gründete die Schüler-Rockband „Gesundfutter".

Von 1989 bis 1991 spielte Hagemann mit Kerkeling in der siebenteiligen Comedyserie „Total normal". Außerdem hat er die Musik zu der deutschen Fernsehserie „Der kleine Vampir – Neue Abenteuer" komponiert, für die er 1994 den Adolf-Grimme-Preis erhielt. 2011 steuerte Hagemann den Großteil der Musik zu dem Musical „Kein Pardon" nach dem gleichnamigen Film von Hape Kerkeling bei.

Mit dem exklusiven Projekt zur Handball-EM betritt er nun Neuland. Doch davon lässt sich Pawel Popolski keineswegs verrückt machen. Er geht es in seiner gewohnten Arbeitsweise an: Erst mal einen Wodka – und dann wird getextet. Raz, dwa, trzy . . .

Copyright © Neue Westfälische 2016
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken
realisiert durch evolver group