Michael Biegler - © Foto: Hendrik Schmidt
Trifft mit den deutschen Handball-Frauen im Achtelfinale auf Dänemark: Bundestrainer Michael Biegler. | © Foto: Hendrik Schmidt

Handball-WM Bundestrainer drückt Resetknopf: DHB-Frauen vor WM-Neustart

Leipzig - Wie eine gut gelaunte Reisegruppe wirkten die deutschen Handball-Frauen nicht gerade, als sie am Samstagmittag von Leipzig zum WM-Achtelfinale gegen Dänemark nach Magdeburg aufbrachen.

Die 23:31-Pleite im Gruppenfinale gegen die Niederlande wirkte beim WM-Gastgeber vor dem K.o.-Showdown mit dem EM-Vierten nach. «Wir müssen eine Reaktion zeigen», forderte DHB-Sportdirektor Wolfgang Sommerfeld.

Um die Köpfe für die schwere Aufgabe an diesem Sonntag (20.30 Uhr) schnell wieder frei zu bekommen, drückte Bundestrainer Michael Biegler noch am Freitagabend den Resetknopf. «Die WM fängt wieder von vorne an. Das wäre auch der Fall gewesen, wenn wir gewonnen hätten», sagte Biegler.

Die erforderlichen Reparaturmaßnahmen sind allerdings umfangreich, denn gegen den WM- und EM-Zweiten ließ die Biegler-Truppe sämtliche Tugenden vermissen. Vor allem der Auftritt in der ersten Halbzeit wirkte desaströs.

Der Bundestrainer wollte sich daher nicht lange mit dem Holland-Spiel beschäftigen. «Jetzt kommt der WM-Teil, wo man weiterleben kann, wenn man seine Ressourcen 60 Minuten lang abruft», sagte er. «Unsere Performance kann viel, viel besser sein. Wenn das in Magdeburg klappt, kann die WM weitergehen.»

Der 56-Jährige ist jetzt als Psychologe gefordert, denn das Selbstvertrauen seiner Ladies ist durch die Pleite erheblich erschüttert worden. Biegler war daher bemüht, positiv zu denken. «Wir haben in unserem WM-Projekt mehrere Cuts gehabt, in denen wir Reparaturen gebraucht haben. Das hat immer sehr gut funktioniert», sagte er. «Daran werde ich die Mannschaft mit Sicherheit erinnern.»

Zudem haben die DHB-Frauen gute Erinnerungen an das letzte Duell mit Dänemark: Im Juni gab es im Test-Länderspiel in Aarhus einen 22:17-Sieg gegen den EM-Vierten. Bei einer WM standen sich beide Teams letztmals 2013 im Viertelfinale gegenüber. Damals verlor die deutsche Mannschaft mit 28:31 und schied aus.

Das soll dieses Mal vermieden werden. «Es ist wichtig, dass wir das jetzt abhaken und unsere Fehler analysieren», sagte Clara Woltering. Die 34 Jahre alte Torfrau war vor vier Jahren dabei und hofft nun auf eine Revanche: «Im nächsten Spiel gibt es nur Vollgas, was anderes zählt da nicht. Vielleicht haben wir gegen die Niederlande alle Fehler im Turnier gemacht, das wäre mir ganz lieb.»

Kapitänin Anna Loerper, die wie fast alle deutschen Spielerinnen einen gebrauchten Tag erwischt hatte, gab die Marschroute für das Dänemark-Spiel vor: «Wir müssen vieles verändern und am Sonntag erhobenen Hauptes und mit Körperspannung ins Spiel gehen.»

Das ist auch der Plan von Alicia Stolle. Die 21-Jährige war im rechten Rückraum einer der wenigen Lichtblicke im deutschen Team und mit sechs Toren beste Werferin. «Es macht unsere Mannschaft aus, dass wir solche Dinge ganz schnell abhaken können. Das werden wir auf jeden Fall tun und im nächsten Spiel einen ganz anderen Auftritt hinlegen», versprach Stolle.

Entsprechend schwor Biegler seine Schützlinge auf das Alles-oder-Nichts-Spiel ein. «Wir sind gut beraten, erst einmal wieder zu uns zu finden», sagte der Bundestrainer und verabschiedete sich mit einem Wunsch gen Magdeburg: «Es wäre natürlich schön, noch mal in Leipzig zu spielen.» Dort steigt am Dienstag das Viertelfinale.

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