Nächster Auftritt der Pokalhelden: Spenges Fabian Breuer dürfte gegen Kiel mehr Gegenwehr erfahren. - © Eva-Lotte Heine
Nächster Auftritt der Pokalhelden: Spenges Fabian Breuer dürfte gegen Kiel mehr Gegenwehr erfahren. | © Eva-Lotte Heine

Spenge DHB-Pokal: Für Spenge wird das Spiel gegen THW Kiel ein großes Erlebnis

Der THW Kiel tritt am Samstag beim Pokalturnier in Spenge an. Für TuS-Trainer Heiko Holtmann ist es das dritte Wiedersehen mit den Norddeutschen

Uwe Kleinschmidt

Spenge. Das Handball-Fieber hat die 15.000-Einwohner Kleinstadt Spenge im Kreis Herford seit jeher fest im Griff, aber seit dem 20. Juni steigt die Temperatur täglich. Da bekam der Amateur-Pokalsieger TuS Spenge den großen THW Kiel in der ersten Runde des DHB-Pokals zugelost. Am Samstag ist es soweit. Kiel kommt.

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Der Fieber-Schub erreichte den TuS-Trainer Heiko Holtmann überraschend; Er wusste den Termin der Auslosung nicht. „Aber drei Minuten später klingelte das Handy pausenlos. Ich habe sofort gedacht: Besser geht es nicht." Seitdem hat Holtmann mehr mit dem THW zu tun, als ihm manchmal lieb ist. Es vergehe kein Training der knackigen Saisonvorbereitung, in dem die Spieler nicht über den THW sprechen würden.

Aber Holtmann weiß, wie es ist. Er hat schließlich selbst schon zweimal gegen den THW gespielt. Mit dem TuS Spenge am 8. Oktober 1997 und danach mit der TSG Altenhagen-Heepen. „Ich kann mich gut in die Lage der Spieler versetzen. Es macht einen riesigen Spaß gegen so eine Mannschaft auf dem Feld zu stehen."

Halle binnen Minuten ausverkauft

Am Samstag wird um 16 Uhr in Spenge die Partie zwischen den Zweitligisten Dessau-Roßlauer HV und 1. VfL Potsdam angepfiffen. Der Sieger wird sich dann ab 18.30 Uhr das binnen Minuten ausverkaufte Spiel zwischen dem TuS und dem THW anschauen. Wie weitere der rund 1.000 Zuschauer. Die Eckpfeiler des Zahlenwerks hat Horst Brinkmann, 1. Vorsitzender des TuS, parat: „546 Sitzplätze, 350 Stehplätze. Plus der teilnehmenden Mannschaften sind das 1.000 Zuschauer." Eine solche Mindestkapazität hatte der Deutsche Handball-Bund offiziell von den Turnierausrichtern gefordert.

So ganz astrein ist die Handballfan-Rechnung der Spenger natürlich nicht, was auch Brinkmann wusste: „Ich hab direkt beim DHB angerufen und gesagt: Saubere 1.000 Zuschauer bekommen wir nicht unter. Die Antwort war dann, dass das schon in Ordnung sei und wahrscheinlich sehr gut für die Stimmung." Davon ist auszugehen, schließlich sind Weltstars wie Marko Vujin, Niklas Landin, Andreas Wolff, Rune Dahmke oder Miha Zarabec zu besichtigen. Das Finale steigt am Sonntag um 16 Uhr.

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"Siegchance praktisch gleich null"

Die Spenger Chancen, Heiko Holtmann? „Vor 20 Jahren ging es noch einigermaßen gegen einen Bundesligisten. Heute sind die Teams von der ersten bis zur dritten Liga viel zu austrainiert und professionell aufgestellt. Da hat ein Oberligist gegen einen Zweitligisten eine Siegchance von einem Prozent, gegen einen Erstligisten – und erst recht gegen den THW – ist sie praktisch gleich null."

Information
  • Am Wochenende wird die erste Runde des DHB-Pokals in 16 Vierergruppen ausgetragen.

  • Am Samstag werden die zwei Halbfinals jedes Turniers Gruppe ausgespielt, am Sonntag folgen die Finals. Die Turniersieger stehen im Achtelfinale am 17./18. Oktober.

  • Im Turnier 1 tritt Erstligist TuS N-Lübbecke beim Drittligisten HSV Norderstedt an, die weiteren Gegner sind der Drittligist Leichlinger TV und Hannover-Burgdorf aus der Bundesliga.

  • Beim Turnier 3 spielt der TBV Lemgo beim gastgebenden GSV Eintracht Baunatal (3. Liga) vor. Die beiden Zweitligisten Eintracht Hildesheim und TuSEM Essen komplettieren die Gruppe.

  • GWD Minden ist zu Gast beim TuS Ferndorf (3. Liga), der Oranienburger HC und der TV Emsdetten sind dabei.

Vor 20 Jahren kassierte der Spenger Holtmann nur ein 25:30 – inklusive Lehrstunde von Handball-Legende Magnus Wislander. Holtmann weiß darum: „An das Spiel wird sich jeder meiner Spieler jahrelang erinnern." Zum Thema Einstellung stellt er klar: „Es wird keine taktischen Aufgabenstellungen geben. Der THW ist uns körperlich, technisch und taktisch in allen Belangen haushoch überlegen. Da braucht es keine besondere Ansprache. Ich werde wohl so etwas sagen wie ’Geht raus, habt Spaß. Und viel Glück!’"

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