Die Spieler des TuS N-Lübbecke feiern sich vor über 3.000 Fans selbst. - © Oliver Krato
Die Spieler des TuS N-Lübbecke feiern sich vor über 3.000 Fans selbst. | © Oliver Krato

Lübbecke 29:22-Sieg: TuS N-Lübbecke beschenkt sich im Derby gegen Minden selbst

Ein wie aufgedreht auftrumpfender TuS N-Lübbecke gewinnt das 67. Derby gegen GWD. Birlehm und Gierak sind die Väter des Erfolges

Andreas Gerth

Lübbecke. Das Derby als Doping! Das galt gestern Abend für einen wie aufgedreht aufspielenden TuS N-Lübbecke im 67. Derby der Handball-Bundesliga gegen GWD Minden. Während den Gastgebern vor den 3.040 Zuschauern in der ausverkauften Merkur-Arena in der zweiten Halbzeit beinahe alles gelang, passte die letzte Aktion der mit 22:29 (11:11) geschlagenen Mindener zum Spiel: Zvizej scheiterte mit einem Siebenmeter an Lübbeckes Torhüter Peter Tatai. „Wir waren in allen Belangen überlegen. Einen verdienteren Derbysieger hat es wohl noch nie gegeben", jubelte Linksaußen Tim Remer nach der Lübbecker Gala. Für seine Mannschaft war es der erste Heimsieg der Saison und ein enorm wichtiger obendrein, denn mit nun 8:28 Punkten machte der Aufsteiger den Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz. Entsprechend begeistert war TuS-Chef Armin Gauselmann: „Die Mannschaft hat gekämpft, geackert und am Ende auch hervorragend gespielt. Das ist das schönste Weihnachtsgeschenk." „Ich bin unglaublich stolz auf diese Mannschaft", stimmte Trainer Aaron Ziercke in den Chor der ausgelassen feiernden Gastgeber mit ein und wirkte ob der auch ohne Rückraumshooter Marko Bagaric und Abwehrchef Grabarczyk erbrachten Teamleistung emotional angefasst: „In Derbys werden Helden geboren, und davon hatten wir diesmal eine ganze Hand voll", so Ziercke. Svitlica trotz Kokain-Vorwürfen dabei Damit fasste er das 67. Aufeinandertreffen der beiden Kreisrivalen korrekt zusammen, denn in der „Mutter aller Derbys" stellte der TuS N-Lübbecke gestern Abend tatsächlich mehrere Väter der Erfolges. Erst waren es der Ex-GWDler Joel Birlehm und die Abwehr, die den Lübbeckern den nötigen Rückhalt bis zum 11:11-Pausenstand gaben, dann war es der mit acht Treffern überragende Lukasz Gierak, der die Akzente setzte. Dagegen enttäuschten die Mindener auf ganzer Linie. Sie traten gestern mit Aleksandar Svitlica an, trotz dessen möglicher Verwicklung in einen Kokain-Handel. Das Derby begann wie erwartet: Kampf und Krampf waren Trumpf in der von zwei leidenschaftlich arbeitenden Abwehrreihen und starken Torhütern geprägten Partie. Nach 15 Minuten stand es gerade einmal 4:3 für Minden. Kurz darauf setzten Joel Birlehm mit einem parierten Tempogegenstoß gegen Svitlica sowie Gierak und Nils Torbrügge zum 11:9 die ersten emotionalen Highlights der Gastgeber. Und die spielten sich in der zweiten Halbzeit in einen Rausch. Sie zogen auf 16:12 (35.) weg und waren beim 23:16 (45.) durch Rakovic auf sieben Tore enteilte. Davon erholten sich die Gäste nicht mehr. Das 28:21 (55.) durch Ante Kaleb bedeutete die Entscheidung. Die wie aufgedreht auftrumpfenden Lübbecker konnten feiern.

realisiert durch evolver group