Reinhard Grindel - © Foto: Arne Dedert
DFB-Präsident Reinhard Grindel ist gegen einen Boykott der Fußball-WM. | © Foto: Arne Dedert

Grindel setzt auf Dialog DFB-Spitze gegen Boykott der Fußball-WM in Russland

München - Deutschlands Fußball-Topfunktionäre haben sich gegen einen Boykott der Weltmeisterschaft in Russland ausgesprochen.

«Der DFB setzt auf Dialog und nicht Boykott. Brücken zwischen den Menschen müssen die Kriege der Mächtigen überwinden», sagte Reinhard Grindel, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), der «Bild». Ein Boykott ändere nichts, «vielmehr haben die Spiele in Südkorea aktuell gezeigt, dass Sport deeskalierend und völkerverbindend wirken kann», meinte Grindel.

Vizepräsident Rainer Koch sagte dem «Münchner Merkur»: «Ein Boykott, das haben die Olympischen Spiele 1980 in Moskau gezeigt, ändert nichts an politischen Missständen». Vielmehr helfe eine sportliche Großveranstaltung, miteinander ins Gespräch zu kommen und im Dialog zu bleiben. Der DFB vertrete seine Werte nach außen: «Ein Sportereignis für politische Zwecke zu nutzen und Teilnehmer zu instrumentalisieren - das entspräche nicht diesen Werten», sagte Koch.

Hintergrund der Diskussion über einen möglichen Boykott: Die russische Regierung steht wegen ihres Vorgehens in Syrien und ihres Verhaltens im Fall des Giftanschlags auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal in der internationalen Kritik, ein WM-Boykott durch England erscheint nicht vollständig unmöglich. Nach Ablauf des Ultimatums an Russland im Fall des Giftanschlags berät die britische Premierministerin Theresa May am Mittwochmorgen mit dem Nationalen Sicherheitsrat über das weitere Vorgehen.

Copyright © Neue Westfälische 2018
Copyright © dpa - Deutsche Presseagentur 2018
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group