Zwei sind sich einig

Vorstand muss über Middendorps Berufung zum Geschäftsführer befinden

Bielefeld. Für den Trainer Ernst Middendorp sei die Zeit noch nicht reif, sagte Thomas von Heesen kürzlich. Für den Teammanager Middendorp offenbar schon. Arminias Noch-Geschäftsführer und künftiger Trainer von Heesen strebt eine Zusammenarbeit mit dem früheren Bielefelder Coach an. Erste Gespräche wurden geführt. Der Vorstand muss nun über von Heesens Vorschlag entscheiden.

Middendorp bestätigte, dass von Heesen auf ihn zugekommen sei. "Es gibt da eine Menge Arbeit rund um die Profiabteilung, in die er mich einbinden möchte." Grundsätzlich könne er sich eine Rückkehr zum DSC vorstellen. Voraussetzung sei jedoch, dass "alle Verantwortlichen voller Überzeugung hinter dieser Lösung stehen".

Hans-Hermann Schwick, der intern signalisiert haben soll, von Heesens Wunschbesetzung zu unterstützen, betonte, es sei noch keine Entscheidung gefallen: "Herr Middendorp ist ein interessanter Mann, aber einer von mehreren Kandidaten. Wir haben uns im Vorstand noch nicht auf einen Nachfolger für von Heesen verständigt." Gesucht werde, auch aus Gründen der Kontinuität bei der Arminia Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA), ein neuer Geschäftsführer Sport, kein Teammanager oder Sportdirektor. Offenbar soll der Fußballlehrer Middendorp auch nicht als Lizenzgeber für den Trainer von Heesen fungieren. "Es besteht nach wie vor keine Eilbedürftigkeit", sagte Schwick und schloss eine Entscheidung noch in dieser Woche aus.

Welcher Namen einer möglichen Position bei Arminia letztlich gegeben würde, ist für Middendorp (47) im Moment kein Thema: "Der Verein ist am Zug. Ich warte auf ein Signal, dann könnten wir über die Details sprechen." Bis Ende Mai will und muss Middendorp über seine Zukunft befinden. Er besitzt eine Ausstiegsmöglichkeit aus seinem Vertrag beim iranischen Zweitligisten Traktorsasi Tabris: "Arminia ist für mich immer ein Thema und für den Verein bin ich ja kein Unbekannter. Da könnte man sich sicherlich viele Gespräche sparen." Einer Zusammenarbeit mit Roland Kentsch steht er völlig offen gegenüber. "Ich bevorzuge es, wenn einer frühzeitig klar Stellung bezieht", sagte Middendorp über Arminias Finanz-Geschäftsführer, mit dem er erst einmal Kontakt gehabt habe.

"Die Initiative ist von Thomas ausgegangen"
Regelmäßig habe er dagegen mit Thomas von Heesen gesprochen, der Middendorp als seinen Freund bezeichnet. "Die Initiative ist von Thomas ausgegangen. Ich habe mich nicht bei Arminia beworben und mich bewusst aus den Jubiläumsfeierlichkeiten herausgehalten", sagte Middendorp, der am Transfer Isaac Boakyes aus Ghana mitgewirkt hatte. Auf die Spürnase des gerade erst zum Trainer des Jahrhunderts gewählten Middendorp hofft von Heesen in Zukunft. Im Moment arbeitet dieser mehr oder weniger allein an der neuen Mannschaft für die kommende Saison. Gestern weilte von Heesen in Kopenhagen, um Sibusiso Zuma vom dort beheimateten FC loszueisen. Der Südafrikaner gilt als schneller Vorbereiter und als Kandidat für die rechte offensive Seite. In 139 Spielen erzielte er seit der Saison 99/00 in Dänemark 39 Tore. Der FC will den 29-Jährigen aus seinem Vertrag bis 2006 herauslassen, verlangt jedoch eine Ablösesumme für den Spieler.

Keinen Kontakt gibt es zwischen Arminia und Christoph Dabrowski. Der Ex-Armine, der Hannover 96 gern verlassen würde, steht dort noch ein Jahr unter Vertrag. Thomas von Heesen hat bei Dabrowskis Berater unverbindlich vorgefühlt, ob eine Rückkehr denkbar sei.

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