Erleichterung pur, die Arminia Spieler feiern den Klassenerhalt nach dem Auswärtsspiel in Dresden. - © Christian Weische
Erleichterung pur, die Arminia Spieler feiern den Klassenerhalt nach dem Auswärtsspiel in Dresden. | © Christian Weische

Albrechts Arminia Arminias Achterbahnfahrt: Nochmal gut gegangen

Kolumne von Patrick Albrecht zum Klassenerhalt 2016/17

Patrick Albrecht

Bielefeld. Das ist gerade nochmal gut gegangen - Platz 15 ist erreicht. Über Umwegen. Irgendwie. "Scheißegal", dürften sich alle Arminen sagen. Hauptsache dringeblieben. Hinter Arminia Bielefeld liegt eine wahre Katastrophensaison. Dennoch ist die Klasse gehalten worden, da Samir Arabi nach zwei Fehlgriffen mit der Verpflichtung von Jeff Saibene ein goldenes Händchen bewiesen hat. Was Jeff Saibene und seine Spieler in den letzten Wochen geleistet haben, ist nicht hoch genug zu bewerten: 14 Punkte wurden aus den letzten neun Spielen geholt. Und es ist nicht vermessen zu sagen, dass der ein oder andere Zähler noch hätte dazu kommen müssen. Mit Außnahme von Saibenes Premiere in Würzburg (1:1) hat die Mannschaft jede Woche aufs Neue eine starke Leistung gezeigt. Die Spieler setzten Saibenes Pressingsstil vorschriftsmäßig um und stellten jeden Gegner vor große Probleme. Nur gegen den VFB Stuttgart mussten sich die Arminen geschlagen geben. Doch der Zweitligameister musste bis zur 90. Minute schwer ackern, um die drei Punkte mit ins Schwabenland zu nehmen. In der jetzigen Konstellation ist Arminia nur sehr schwer zu schlagen, was Hoffnungen für die neue Saison macht. Bloß nicht wieder bis zum Schluss zittern. Die Vertragsverlängerung von Saibene ist das Fundament, auf dem die Zukunft aufgebaut wird. Das scheint nur noch Formsache. Einige Spieler-Verträge laufen zwar aus, doch ein totaler Umbruch wurde durch den Nicht-Abstieg vermieden. Dennoch gilt es, alles aufzuarbeiten und zu hinterfragen. Mit Rehm und Kramny setzte es zwei Fehlgriffe, obwohl Rehm eine ähnliche Spielphilosophie predigte wie Saibene. Besonders hier müssen sich die Spieler hinterfragen. Klarer Auftrag: "Besser werden" Zum anderen sind die Neuzugänge nicht eingeschlagen wie erhofft, nur Hartherz und Prietl haben sich zu Stammspielern entwickelt. Mit Reinhold Yabo wurde im Winter ein zentrales Puzzleteil im saiben'schen Angriffsmodus nach Bielefeld geholt. Schade, dass er den DSC wieder gen Salzburg verlässt. Auch die Torwartdiskussion erwies sich stets als Unruhe-Faktor. Der Verbleib im deutschen Unterhaus sichert dem DSC über vier Millionen Euro an Fernsehgeldern. In der dritten Liga wären das nicht einmal eine Million gewesen. Es eröffnen sich ganz andere Möglichkeiten, sich langfristig zu stabiliseren und in der zweiten Liga Fuß zu fassen. Auch wenn man im Vergleich zur Konkurrenz nach wie vor Defizite im Gehaltsgefüge hat. Es muss weiter gespart werden. Samir Arabi und Gerrit Meinke betonen das oft genug. Der Auftrag von Aufsichtsrat Hartmut Ostroswki ist trotzdem unmissverständlich: "Besser werden". Konstanter Motivator Bei all dem darf einer nicht vergessen werden: Co-Trainer Carsten Rump. Er war für die Spieler die einzige Konstante über die gesamte Saison, holte in seinen drei Ligaspielen als Interimstrainer wertvolle 6 Punkte und führte den DSC bei ungeliebten Dresdnern ins Pokal-Achtelfinale. Seine Kabinenansprache im Vorfeld des Braunschweig-Spiels zeigt seine Motivationsstärke und seinen Wert für die Spieler. Er ist einer von ihnen und eine zentrale Figur im Gefüge des DSC. Nicht zu vergessen sind zudem die Fans, deren Schulterschluss mit der Mannschaft nochmal große Wirkung gezeigt hat. Es ging nur zusammen, und zusammen wurde es geschafft.

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