Cheftrainer Jeff Saibene spricht mit Tom Schütz (links) und Henri Weigelt beim Testspiel gegen den VfL Wolfsburg. - © Christian Weische (Archiv)
Cheftrainer Jeff Saibene spricht mit Tom Schütz (links) und Henri Weigelt beim Testspiel gegen den VfL Wolfsburg. | © Christian Weische (Archiv)

Albrechts Arminia Arminias Ziel ist der Klassenerhalt - Saibene hat den Schlüssel

Kolumne über das Erfolgsrezept des 48-Jährigen

Patrick Albrecht

Bielefeld. Die jüngsten Leistungen von Arminia Bielefeld machen Hoffnung auf den Klassenerhalt. Daran hat Jeff Saibene zweifelsfrei einen großen Anteil. Der Trainer hat die Mannschaft zum richtigen und wohl letztmöglichen Zeitpunkt in die Spur gebracht hat. Das Erfolgsrezept des 48-Jährigen scheint sowohl simpel als auch effektiv: Die Arminen stehen extrem hoch, meistens schon auf Höhe der Mittellinie, laufen den Gegner konsequent tief in dessen Hälfte an und suchen zielstrebig den Weg zum gegnerischen Tor, der idealerweise nicht mehr allzu weit ist. Das alles ist in Bielefeld nichts Neues - Rüdiger Rehm wollte den Spielern eine ganz ähnliche Spielphilosophie vermitteln, war daran aber gescheitert. Das Argument, das System passe nicht zur Zusammenstellung des Kaders, wurde damals oft verwendet. Das war falsch. Auch wenn man in der Winterpause mit Reinhold Yabo ein entscheidenes Puzzleteil im Offensivspiel hinzugewonnen hat. Die Mannschaft konnte es von Anfang an, wird von Saibene anscheinend nur anders angepackt und hat die Gedanken des meierischen Sicherheitsfußball aus den Köpfen bekommen. Die Spieler wissen, dass der Trainer Gegentore wie den Last-Minute-Treffer des VFB Stuttgart auf seine Kappe nimmt. Saibene will bis zur letzten Sekunde auf Sieg spielen. Die Chancen stehen nicht schlecht Vielleicht hat der Luxemburger auch an den richtigen Stellschrauben gedreht: Florian Dick ist plötzlich - wenn auch aufgrund mangelnder Alternativen - gesetzt, der bisher unumstößliche Fabian Klos neuerdings Joker. Ein wichtiges Zeichen an die Mannschaft, dass einen Trainer die Vergangenheit nicht schert und Tore schießen auch ohne Fabian Klos funktioniert. Andreas Voglsammer und Reinhold Yabo passen mit ihrer Schnelligkeit zurzeit besser in das System. Ohne die nötige Leidenschaft, Laufbereitschaft und Kampfeslust wären die jüngsten Leistungen jedoch nicht möglich gewesen. In den letzten drei Partien zeigten die Arminen, dass sie mehrere Spiele hintereinander liefern können. Zudem scheint die Mannschaft die körperliche Fitness für den laufintensiven und kraftraubenden Spielstil mitzubringen. Auch ein Verdienst von Rüdiger Rehm und Jürgen Kramny. Mit Blick auf das Restprogramm wird der Klassenerhalt nichtsdestotrotz schwer. Am Beispiel Erzgebirge Aue sieht man zudem, dass Arminia Bielefeld nicht das einzige Kellerkind mit steigender Formkurve ist. Bleibt zu hoffen, dass der Aufschwung nicht zu spät kommt. Der Kontakt zum Mittelfeld der Liga ist jedenfalls hergestellt, noch ist alles möglich.

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