Fast 5.000 Arminenfans fuhren mit zum Auswärtsspiel in Hannover. - © Wolfgang Rudolf
Fast 5.000 Arminenfans fuhren mit zum Auswärtsspiel in Hannover. | © Wolfgang Rudolf

Albrechts Arminia Mit Herz und Leidenschaft: Arminia lebt

Kolumne von Patrick Albrecht

Patrick Albrecht

Bielefeld. "Jeder soll es seh'n, dass wir auch in den schwersten Zeiten zu Arminia geh'n!" Dieses Spruchband inmitten einer blauen Wand aus 5.000 migereisten Fans beim Auswärtsspiel in Hannover hatte Symbolkraft. Die große Unterstützung und Solidarisierung der Arminia-Fans mit der Mannschaft hat mit großer Wahrscheinlichkeit zu den starken Leistungen der letzten beiden Spiele beigetragen. Ein Fanlager, das zur Gänze hinter seinem Klub steht, ist im Abstiegskampf ein echter Trumpf. Das hat Arminia seinen Konkurrenten Aue und Karlruhe voraus. Es macht einen Unterschied, ob die Spieler nach einem Spiel auf einen halbleeren oder auf einen vollbesetzten Gästeblock schauen, bei dem sie sich den Lohn für ihre Leistung abholen können. Mehr als 20.000 Fans gegen St. Pauli, 5.000 in Hannover und 2.500 in Frankfurt. Bei Arminia gibt es genügend Spieler im Kader, die das von ihren vorherigen Vereinen in dieser Form nicht kannten. Die Unterstützung seitens der Fans ist derzeit groß. Das sollte auch bis zum Schluss so bleiben. Erstaunlich gute Statistik Die letzten beiden Auswärtsspiele, deren erfolgreiche Gestaltung im Vorfeld aussichtslos erschienen, liefen besser als erwartet. Die Defensivabteilung stand weitgehend gut, vorne erspielten sich die Schützlinge von Jürgen Kramny zahlreiche Chancen. 18:7 Torschüsse standen etwa nach dem Frankfurt-Spiel zu Buche. Natürlich sollten die jüngsten Leistungen nicht überbewertet werden. Bis auf den besagten Punkt bei Hannover 96 ist noch nichts erreicht. Und hätte Fabian Klos beim schmeichelhaften 1:1 gegen St. Pauli nicht in letzter Sekunde für den Ausgleich gesorgt, fiele das Fazit wohl ganz anders aus. Trotzdem mag sich der eine oder andere angesichts der in Hannover und Frankfurt gezeigten Leistungen schon fragen, warum die Arminen mit nur 19 Zählern auf dem Relegationsplatz stehen. Den "Geist von Hannover und Frankfurt" mitnehmen Eine Antwort ist die fehlende Konstanz. Zu oft folgten guten Spielen wieder äußerst schlechte. Nie konnte der DSC in der Liga zweimal hintereinander gewinnen. Nie eine Serie von mehreren Spielen hinlegen, in denen nacheinander konstant gepunktet wurde. Um sich bis zum 34. Spieltag von der Abstiegszone zu entfernen, reicht es nicht, nur alle fünf Spiele einen Sieg zu landen. Dazu muss die Auswärtsbilanz unbedingt aufpoliert werden. Mit drei Auswärtspunkten hält man die Klasse nicht. Die direkten Konkurrenten St. Pauli, Karlsruhe und Aue sind zwar die schlechtesten Heimteams der Liga. Mit 16 Punkten aus elf Heimspielen ist der DSC ihnen in dieser Wertung etwas voraus. Trotzdem braucht es die Punkte auf fremdem Platz. Zuletzt hatte Kapitän Fabian Klos öffentlich die fehlende Leidenschaft und Kampfeslust seiner Mannschaftskollegen kritisiert. Ob seine Äußerungen zu der besagten Leistungssteigerung geführt haben und in der Form berechtigt waren, darüber lässt sich streiten. Trotzdem ist Klos durch seine eigenen Leistungen vorangegangen und ein wesentlicher Faktor dafür, dass der DSC nicht noch weiter unten steht. Für Arminia gilt es jetzt, den "Geist von Hannover und Frankfurt" in die nächsten Spiele mitzunehmen. Bereits diesen Sonntag kommt mit Erzgebirge Aue ein direkter Abstiegskonkurrent auf die Alm, dem mit der gleichen Entschlossenheit begegnet werden muss wie zuletzt Hannover und Frankfurt.

realisiert durch evolver group