Arminia: Krämer weiß, was ihm droht

Ein Trainer zwischen Endspiel und Ansporn

Krämer weiß,

was ihm droht - © Arminia
Krämer weiß,
was ihm droht | © Arminia

Bielefeld. Stefan Krämer ist kein Träumer. Nach sieben Liga-Niederlagen in Folge weiß er, dass die Mannschaft und er selbst als verantwortlicher Trainer unbedingt Ergebnisse brauchen. Die große Chance in den Heimspielen gegen München und Bochum ließen die Arminen ungenutzt verstreichen. Der Druck vor dem Auswärtsspiel beim FSV Frankfurt ist dadurch enorm gestiegen. Nun hat Krämer ihn noch um einige Bar erhöht.

"Frankfurt ist mein Endspiel", zitierte die Bild den DSC-Trainer. Steht diese Aussage für eine von persönlichen Eindrücken geprägte Interpretation der Situation oder ahnt Krämer schlicht, dass auch er sich den vielzitierten Automatismen des Profigeschäfts bei allem Wohlwollen der Verantwortlichen irgendwann nicht mehr wird entziehen können? "Wenn mich jemand fragt, ob Frankfurt für mich ein Endspiel sein könnte, dann muss ich antworten: ja, könnte sein. Das hängt vom Ergebnis und vom Auftreten der Mannschaft ab", sagt er.

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Dass er mit dieser Aussage die Situation unnötig zugespitzt haben könnte, glaubt er nicht. "Zugespitzter als jetzt geht's doch kaum noch. Wir müssen die Situation realistisch sehen." Krämer ist dankbar für den Rückhalt aus den Gremien, zumal er weiß, "dass es Vereine gibt, die längst reagiert hätten." Der Klub brauche aber dringend Punkte. Und in der jetzigen Situation sei nun einmal alles möglich, meint Krämer. Was heißen kann, dass sich die Klub-Vorderen dafür entscheiden, es mit einem anderen Trainer zu versuchen. Bislang gab und gibt es dafür keine Anzeichen. Im Gegenteil, wie Geschäftsführer Marcus Uhlig betont. "Unser Präsident Hans-Jürgen Laufer, Sportchef Samir Arabi und ich haben Stefan immer den Rücken gestärkt. Die Worte Ultimatum und Endspiel haben wir meines Wissens nach nie benutzt."

Arminias Trainer Stefan Krämer glaubt weiter an das Potenzial seiner Mannschaft und will sie zu einem guten Auftritt in Frankfurt führen. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Arminias Trainer Stefan Krämer glaubt weiter an das Potenzial seiner Mannschaft und will sie zu einem guten Auftritt in Frankfurt führen. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

Uhlig und Arabi zeigten sich verwundert über Krämers "Endspiel-Aussage". Samir Arabi erinnerte an sein Statement nach der gemeinsamen Sitzung. "Wir haben gesagt, Stefan ist in Frankfurt unser Trainer. Was man da jetzt von den Medien oder sonst woher hineininterpretiert, ist nicht unsere Sache." Hat Krämer, der sich durch den Zweitligaaufstieg mit Arminia in der Branche einen Namen gemacht hat, vielleicht resigniert oder ist er gar amtsmüde? "Ich wäre der Erste, der gehen würde, wenn ich spürte, dass ich die Mannschaft nicht mehr erreiche. Arminia ist nicht einfach nur ein Job, sondern etwas ganz Besonderes für mich", versichert der Coach und kündigt an: "Ich bin sehr selbstkritisch und nehme die Situation als Herausforderung. Ich werde bis zur letzten Patrone kämpfen."

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