Arminia baut auf Hille

Trainer Krämer hofft gegen Darmstadt auf Rückkehr des Flügelflitzers

VON JÖRG FRITZ
Arminia baut auf Hille im Spiel gegen Darmstadt - © Arminia
Arminia baut auf Hille im Spiel gegen Darmstadt | © Arminia

Bielefeld. Die beiden vergangenen Spiele des Fußball-Drittligisten Arminia Bielefeld in Chemnitz (0:1) und bei den Stuttgarter Kickers (1:1) waren für Sebastian Hille schier unerträglich. Wegen eines Muskelfaserrisses in der Wade, den er sich nach einem Schlag beim Derby gegen Preußen Münster zugezogen hatte, musste der 32 Jahre alte Routinier auf der Couch Platz nehmen und sich die beiden Spiele im TV anschauen.

Diese verletzungsbedingte Zwangspause könnte an diesem Samstag ein Ende haben, wenn der Tabellenzweite der 3. Liga um 14 Uhr in der Schüco-Arena auf Darmstadt 98 trifft. Hilles Rückkehr ins Mannschaftstraining ist bislang schmerzfrei verlaufen. "Wenn Sebastian am Freitag auch das Abschlusstraining beschwerdefrei bestreitet, könnte er durchaus in der Startelf stehen", sagt Trainer Stefan Krämer, der in diesem Fall dann auf ein 4:2:3:1-System wechseln würde, mit dem Arminia in dieser Saison die meisten Punkte erzielte.

Sebastian Hille zieht in der Partie gegen Preußen Münster ab. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Sebastian Hille zieht in der Partie gegen Preußen Münster ab. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

"Wir müssen wieder mehr Tempo in unser Spiel bekommen", lautet eine Erkenntnis des Bielefelder Coaches nach dem 1:1 in Stuttgart. Hille, dessen Sprintfähigkeiten im Team unerreicht sind, erfüllt haargenau diese Anforderungen Krämers. Mit acht Treffern hat Arminias Wirbelwind bislang eine gute Torquote erreicht. Zufriedenheit darüber will bei ihm aber nicht aufkommen. "Es hätten einige Tore mehr sein müssen", übt er sich in Selbstkritik. "Ich vergebe noch zu viele gute Möglichkeiten. Ich muss abgeklärter werden."

Krämer warnt vor Darmstadt

Personell ist bei Arminia Entwarnung angesagt. Außenbahnspieler Johannes Rahn wirkte nach einer Kernspintomografie erleichtert. "Sein Knie ist in Ordnung", bestätigt der Trainer. Selbst Abwehrspieler Manuel Hornig (Außenbanddehnung im Knie) könnte möglicherweise noch ins 18er-Aufgebot rutschen. "Seine Chancen stehen 50:50", glaubt der Coach.

Der Bielefelder Fußballlehrer hat eine hohe Meinung vom kommenden Gegner. "Er hat aus den letzten drei Spielen sieben Punkte geholt, den VfL Osnabrück bezwungen und kein einziges Gegentor kassiert." Erstmals seit Oktober 2012 befinden sich die "Lilien", wie die Darmstädter von ihren Fans genannt werden, nicht mehr auf einem Abstiegsplatz, was sicherlich ein Verdienst des neuen Trainers Dirk Schuster ist.

Dessen Erfolgsrezept ist simpel: "Wir tun dem Gegner jetzt weh", begründete er im Kicker die jüngste Erfolgsserie. Krämer teilt die Einschätzung seines Kollegen: "Die Darmstädter spielen sehr aggressiv. Der Wille ist ihnen deutlich anzumerken, dass sie nicht absteigen wollen." Krämer selbst hält den Schlüssel für drei DSC-Punkte in der Hand: "Wir müssen eine gute Balance zwischen Offensive und Defensive finden."

Information
Aufstiegsticker: Das machen Arminias Gegner
     
  • Karlsruhe: "Die wichtigen Dreier holst du nicht gegen Osnabrück, Bielefeld oder Münster. Die holst du gegen Wehen oder die Stuttgarter Kickers", behauptet KSC-Sportchef Oliver Kreuzer. Am Samstag erwartet den KSC eines dieser Kreuzerschen Schlüsselspiele gegen die Stuttgarter Kickers.
  • Preußen Münster setzt im Kampf um die Aufstiegsplätze vor allem auf Erfahrung. Mit einem Schnitt von 27,18 Jahre stellen sie das älteste Team der Liga. An den letzten drei Spieltagen war die Startelf der Preußen sogar im Mittel mindestens 29 Jahre alt. Arminia weist den viertältesten Kader auf.
  • 12.000 Zuschauer erwartet der VfL Osnabrück zum Spiel gegen Hansa Rostock. Um die Sicherheit für alle Besucher zu gewährleisten, wird die Polizei versuchen, die Fangruppen in der zum Sicherheitsspiel eingestuften Partie strikt voneinander zu trennen. Timo Staffeldt ist wieder dabei.
  • Heidenheim: Trotz zweier Kreuzband- und eines Innenbandrisses und einer Leidenszeit von 15 Monaten erhielt Stürmer Andy Spann von seinen Ärzten jetzt grünes Licht, wieder Gas geben zu können. Sein Tipp: "Wir haben noch zwei direkte Duelle gegen Aufstiegskandidaten. Das ist ein absolut positiver Reiz."

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