Wie aus dem Lehrbuch springt Arminia Bielefelds Mittelfeldspieler Tom Schütz hoch zum Kopfball. Philipp Heithölter (r.) schaut zu. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Wie aus dem Lehrbuch springt Arminia Bielefelds Mittelfeldspieler Tom Schütz hoch zum Kopfball. Philipp Heithölter (r.) schaut zu. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

Wohlfühlfaktor spricht für Arminia

Dauer(b)renner Schütz schwärmt vom Teamspirit / Vertrag endet im Juni

Belek. Tom Schütz saß beim Hinflug nach Antalya in der Boeing 737-800 gleich in der ersten Reihe. Neben ihm Marcel Appiah. Der Rechtsverteidiger staunte nicht schlecht, als sein Mitspieler eine Zeitschrift aus der Tasche kramte und hochkonzentriert von einer Seite zur anderen blätterte. Es handelte sich um ein Fachblatt für den Jagdsport.

"Die Jagd ist mein Hobby. Es ist die Leidenschaft meiner gesamten Familie", erzählt der im bayerischen Bamberg geborene Mittelfeldspieler. Der Vater, der Onkel und seine beiden Brüder haben sich diesem Metier verschrieben. "In unserer hektischen Gesellschaft und meinem stressigen Beruf kann ich in der Natur durchschnaufen und genieße diese Abwechslung vollends", sagt der 24-Jährige.

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Erholung hat sich der ehemalige Regionalligaspieler von Bayern München, der mit dem jetzigen Dortmunder Mats Hummels und den aktuellen Bayern-Stars Holger Badstuber und Thomas Müller unter Trainer Hermann Gerland in einer Mannschaft stand, allemal verdient. Arminias Spieler mit der Rückennummer 6 ist der Dauer(b)renner schlechthin. In seiner ersten Saison beim DSC eroberte er sich sofort einen Stammplatz und kam in allen 38 Spielen der Saison zum Einsatz. Zwei Tore und vier Assists standen auf seiner Habenseite.

"So etwas habe ich bislang noch nie erlebt"

Diese imposante Konstanz setzt sich auch in der aktuellen Saison fort: 21 Meisterschaftsspiele sind absolviert, 21 Mal war Schütz mit von der Partie. "Ich passe schon auf meinen Körper auf und achte vor allem auf die Ernährung", lautet seine Erklärung für seine bisher absolvierten 160 Einsätze (für Bayern München Amateure, SV Babelsberg und Arminia Bielefeld) in der 3. Liga.

Aber auch der Wohlfühlfaktor in Bielefeld spielt für ihn eine besondere Rolle. "Unser Teamspirit ist einmalig. So etwas habe ich bislang noch nie erlebt", sagt Schütz. Die Gemeinsamkeiten der DSC-Profis enden keinesfalls nach den Spielen oder dem Training. "Einen großen Teil der Freizeitgestaltung unternehmen wir auch zusammen."

Sein wichtigster Partner auf dem Platz ist Tim Jerat. Die Beiden bilden eines der stärksten Sechser-Gespanne in der 3. Liga. "Wir harmonieren sehr gut miteinander", meint Schütz. "Ich halte ihm den Rücken frei, da er offensiv über hohe Qualitäten verfügt."

Großes Lob von Arabi

Für Schütz ist ein erfolgreicher Start in den zweiten Teil der Meisterschaftsrunde von großer Bedeutung. "Wir beginnen mit einer englische Woche und müssen gleich gegen Offenbach ein Zeichen setzen", lautet seine Forderung. "Und nach dem Spiel in Karlsruhe wissen wir, wie die Saison weiter laufen wird."

Sein Vertrag in Bielefeld endet am 30. Juni 2013. Die DSC-Verantwortlichen haben schon frühzeitig signalisiert, mit ihm zu verlängern. Der sportliche Leiter Samir Arabi bezeichnet ihn als "den vielleicht wichtigsten Spieler", was Schütz als großes Kompliment wertet. "Eine solche Rückendeckung ist schon wichtig", meint Schütz, für den Arminia Ansprechstation Nummer eins bleibt. "Mein Ziel ist es, mit Arminia aufzusteigen", wiederholte er gestern noch einmal im Trainingslager in Belek.

Arminias Chancen, mit Schütz in weitere Spielzeiten zu gehen, stehen nicht schlecht. Für eine Verlängerung sprechen gleich mehrere Dinge: der hohe Wohlfühlfaktor, die Chance auf Zweitligafußball sowie die Möglichkeit, in der Nähe von Helpup (Kreis Lippe) weiterhin auf Jagd zu gehen, um Ruhe zu finden.

Möglicherweise könnte auch Radio Bielefeld helfen. Seine Freundin ist bei einem Privatsender in Potsdam fest angestellt. Ein entsprechender Job in Bielefeld würde Schütz’ Engagement sicherlich verlängern.

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