INTERVIEW: Lutz von Rosenberg Lipinsky zum Disput der DSC-Gremien

"Zurück zur Sachbezogenheit"

Lutz von Rosenberg Lipinsky. - © FOTO: NW
Lutz von Rosenberg Lipinsky. | © FOTO: NW

Bielefeld. Heute findet unter der Moderation des Ehrenrats-Chefs Ulf Bosse ein klärendes Gespräch zwischen dem Verwaltungsrat und dem Präsidium von Arminia Bielefeld statt. Der Verwaltungsrat hatte am vergangenen Freitag Präsident Wolfgang Brinkmann das Vertrauen entzogen. Über dieses Thema sprach Jörg Fritz mit Lutz von Rosenberg Lipinsky (45), Sprecher der Kritischen Arminen.

Herr von Rosenberg Lipinsky, mit Dr. Olaf Köster und Friedrich Straetmanns gehören zwei Kritische Arminen dem Verwaltungsrat an. Wie bewerten sie den aktuellen Disput im Verein?
Lutz von Rosenberg Lipinsky: Zunächst: Die Kritischen Arminen haben, anders als teilweise dargestellt, keinen Einfluss auf den Verwaltungsrat. Alexander Geilhaupt und Thomas Lauritzen waren nie Mitglied unserer Gruppe. Herr Köster und Herr Straetmanns arbeiten völlig unabhängig und nehmen seit Aufnahme ihrer Arbeit für den DSC schon aus Zeitgründen an unseren Konferenzen gar nicht mehr teil. Wir halten es für extrem unangemessen, sie eitler Postenspielchen oder der Falschdarstellung zu verdächtigen. Schließlich ist eine interne E-Mail nicht vereinsschädigend, sondern erst deren satzungswidrige Veröffentlichung. Es wäre schön, wenn auch die Vertreter der anderen Gremien zur sachbezogenen Arbeit fänden.

Nach der Mai-Versammlung 2009 ist es mit den Kritischen Arminen ruhiger geworden.
Von Rosenberg Lipinsky: Wir haben seinerzeit erst intern, dann öffentlich auf Missstände hingewiesen und konzeptionelle Mitarbeit angeboten. Lediglich der Renitenz der damaligen Gremien war es geschuldet, dass wir überhaupt in die Öffentlichkeit gingen und uns zu Kandidaturen gezwungen sahen. Dass unsere Warnungen mehr als angebracht waren, weiß heute jeder. Insofern sind die Anfeindungen, insbesondere von Mitgliedern der damaligen Aufsichtsgremien, doch mehr als unangebracht. Wir wollten und wollen stets nur auf sachlicher Ebene Ideen entwickeln.

Wie bewerten Sie die Reaktion von Wolfgang Brinkmann?
Von Rosenberg Lipinsky: Wir kennen seine Beweggründe nicht. Die letztjährige Satzungsänderung rückgängig zu machen, kann und wird aber nicht sein Ziel sein; hatte er sein Engagement für Arminia doch ursprünglich von dieser abhängig gemacht. Allerdings können wir nachvollziehen, dass er es nicht gewohnt ist, dass bei Arminia die Kontrollgremien ihren satzungsgemäßen Aufgaben nachkommen. Angesichts der Dünnhäutigkeit des Präsidiums muss man sich schon Gedanken machen, ob man dort der Drucksituationen Stadiongesellschaft, Lizenzerteilung, Sanierung gewachsen ist. Der Ehrenrat wird sich ein eigenes Bild machen.

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