Arminia glaubt an Rettung

Entscheidung über Arminias Zukunft wird am Freitag bekanntgegeben

Arminia glaubt

an Rettung - © ARMINIA
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an Rettung | © ARMINIA

Bielefeld (dpa). Im Insolvenz-Drama um Arminia Bielefeld steht der vorerst letzte Akt bevor. "Jetzt heißt es Daumen drücken, dass alle Unterlagen von der Fußball-Liga akzeptiert werden", sagte der designierte Clubpräsident Wolfgang Brinkmann mit bangem Blick auf die Prüfung der Lizenzunterlagen in der DFL-Zentrale.

Die quälende Ungewissheit, ob die massive Hilfe lokaler Wirtschaftsgrößen den klammen Zweitligisten vor dem Aus bewahren kann, soll schon bald ein Ende haben. "Am Freitag werden wir eine Entscheidung bekanntgeben", erklärte ein DFL-Sprecher.

Nach Angaben des Zweitligisten seien die Unterlagen fristgerecht in Frankfurt eingetroffen. "Wir sind sehr optimistisch, dass die Werthaltigkeit unserer Dokumente bestätigt wird und wir die Lizenz für die kommende Saison bekommen werden", kommentierte Brinkmann.

Arminias designierter Präsident Wolfgang Brinkmann. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Arminias designierter Präsident Wolfgang Brinkmann. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

Nach der Weigerung der Stadt Bielefeld, dem klammen Club mit einem Millionenkredit aus der Not zu helfen, sprangen private Investoren in die Bresche. Seither ist der Glaube von Brinkmann an ein Happy-End gewachsen: "Mein Eindruck ist, dass die Erteilung der Lizenz eher wahrscheinlich denn unwahrscheinlich ist."

In zwischenzeitlich aussichtsloser Lage erwiesen sich die Unternehmer Dirk U. Hindrichs ("Schüco") und Gerhard Weber ("Gerry Weber International") als treibenden Kräfte. So war es dem Engagement von Weber zu verdanken, dass in Paul Gauselmann ein weiterer potenter Förderer gewonnen werden konnte, der mit einem Darlehen in Höhe von einer Millionen Euro aushilft. "Arminia Bielefeld ist ein wichtiger Imageträger für die gesamte Region Ostwestfalen-Lippe und hat eine überregionale Strahlkraft", kommentierte der Vorstandssprecher der Gauselmann Gruppe die Hilfsaktion.

Personalsituation wird sich verändern

Dass Hindrichs und Weber und damit zwei Vertreter aus der ostwestfälischen Wirtschaft als künftige Aufsichtsratsmitglieder gehandelt werden, erleichterte Gauselmann den Einstieg. Doch damit dürfte der personelle Umbruch noch nicht zu Ende sein. Dem Vernehmen nach wird der noch amtierende Vereinsvorsitzende Hans-Hermann Schwick schon in Kürze sein Amt an Brinkmann abtreten, obwohl die eigentlich für den 6. Juni geplante Jahreshauptversammlung um knapp drei Monate auf den 5. September verlegt wurde.

Ermöglicht wird das durch eine eine unlängst beschlosse Satzungsänderung, wonach der Verwaltungsrat die Vorstandsmitglieder bestellt. "Die Personalsituation wird sich verändern", deutete Brinkmann an. Gut möglich, dass der Club seine Mitglieder schon am Freitag bei einem kurzfristig anberaumten Info-Abend über dieses Vorhaben informiert.

Sollte die DFL das Rettungspaket absegnen, könnte der neue Trainer Christian Ziege endlich mit seinen Planungen für die kommende Saison beginnen. Große Sprünge wird sich der ehemalige Nationalspieler aber nicht erlauben können. Der designierte Vereinschef Brinkmann mahnte zur Sparsamkeit: "Wir haben das Problem noch nicht gelöst, und wenn, dann nur für ein Jahr. Zu vieles basiert auf Krediten."

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