Stadt Bielefeld gibt kein Geld für Arminia

Oberbürgermeister Clausen geht von Insolvenz aus

Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Stadt Bielefeld gibt kein Geld für Arminia - © ARMINIA 2
Stadt Bielefeld gibt kein Geld für Arminia | © ARMINIA 2

Bielefeld. Die Stadt Bielefeld wird Arminia Bielefeld nicht mit 4,85 Millionen Euro unterstützen. Dies ist das Ergebnis der Sitzung des Hauptausschusses am Donnerstagabend. Nur die SPD und Oberbürgermeister Pit Clausen sprachen sich dafür aus, dass der Rat in seiner Sitzung am Freitag für Arminias Begehren stimmt. Alle anderen Parteien waren dagegen.

"Ich gehe von der Insolvenz nicht nur der KGA, sondern auch des Vereins Arminia Bielefeld aus", erklärte Clausen mit belegter Stimme. Schon im Vorfeld der Hauptausschusssitzung war klar, dass CDU und Grüne gegen Arminia stimmen würden. So hatte Clausen versucht, den Kommunalpolitikern klar zu machen, "was kostet es und was bringt es in Euro" Arminia zu unterstützen.

Information
Etwa 50 Arminia-Fans "beerdigten" ihren Verein am Donnerstag gegen 23 Uhr in der Schüco-Arena, meldete Radio Bielefeld am Freitagmorgen. Am Mittelkreis stellten sie Kerzen auf. Wie die Anhänger in das Stadion gelangt sind, ist bislang unklar. Der Verein ließ die enttäuschten Fans gewähren.

Gekostet hätte es knapp fünf Millionen Euro, die nicht aus dem Haushalt der Stadt, sondern von der Tochter BBVG gekommen wären. Gebracht hätte es, dass der öffentlichen Hand 16 Millionen Euro Totalverlust erspart bleiben würden. Diese, so Clausen, setzen sich aus 3,6 Millionen Euro Verbindlichkeiten Arminias bei der Stadt und 12,2 Millionen Euro Kreditschulden bei der Sparkasse zusammen. Clausen erklärte, dass er Respekt vor der Mehrheitsentscheidung habe. Die anderen Parteien hätten kein Vertrauen in Arminia gehabt, dass mit diesen 4,85 Millionen Euro Unterstützung das Problem langfristig gelöst worden wäre. Mit anderen Worten: Lieber jetzt ein Ende mit Schrecken, als ein Fass ohne Boden.

CDU: Risiken sind zu groß

"Jeder kann sich ja selbst fragen, ob er eigenes Geld in den Verein investieren würde. Wir entscheiden über das Geld aller Bürger und müssen deshalb noch vorsichtiger sein. Die grundsätzlichen Risiken einer städtischen Beteiligung sind zu groß", erklärte Rainer Lux, Fraktionsvorsitzender der Bielefelder CDU. Aber: "Wir gehen davon aus, dass es weiterhin Profifußball in Bielefeld geben wird."

Mehr lesen Sie Freitag in der Neuen Westfälischen

Zum Herunterladen
  1. Beschlussvorlage der Verwaltung zu Arminias Antrag auf Unterstützung durch die Stadt Bielefeld

Copyright © Neue Westfälische 2016
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group