Gerstner zur Welle beordert

Nur Bollmanns Bruch trübt die Bielefelder Sieger-Stimmung

Arminia: Gerstner zur Welle beordert - © ARMINIA
Arminia: Gerstner zur Welle beordert | © ARMINIA

Bielefeld (uwe). Dass die Arminen-Fans in der Montagnacht lecker zufrieden nach Hause fuhren, lag sicherlich auch an Thomas Gerstner. Dass sie überhaupt nach Hause fuhren, lag definitiv am Trainer des DSC Arminia Bielefeld. "Ohne Gerstner geh’n wir nicht nach Haus - ohne Gerstner . . . !" Die Fans hatten nach dem 2:0-Triumph über den Nachbarn SC Paderborn längst mit der gesamten siegreichen Mannschaft gefeiert. Die präsentierte sich Hand an Hand, wie es sich gehört nach einem anständigen Sieg. Und auch die Paderborner Anhänger waren seitens der Gäste aus Bielefeld mit einem freundlichen "Ihr könnt nach Hause fahr’n, ihr könnt . . ." in die Nacht von Paderborn komplimentiert worden. Nur Gerstner fehlte noch auf der Liste der zu Besingenden.

"Das ist natürlich toll für mich", erklärte Gerstner später und versuchte dabei gar nicht erst, eine Verlegenheit vorzutäuschen. Rausgegangen sei er deshalb und habe sich damit "auch bei den Fans bedankt für eine fantastische Unterstützung". Das war logistisch gar nicht so einfach, schließlich stand er gerade noch dem Fernsehsender DSF Rede und Antwort. Gerstner: "Es war schon ein bisschen schwierig. Mit dem einen Ohr habe ich auf den Reporter gehört, mit dem anderen auf die Fans." Denen widmete er sich dann innig wie einst Berti Vogts nach dem Gewinn des EM-Titels 1996. Ganz soweit ist es für Gerstner, die Mannschaft und die Fans noch nicht, aber immerhin sieht der Trainer "einen stetigen Aufwärtstrend" - denke aber weiter nur von Spiel zu Spiel.

Arminen-Trainer Thomas Gerstner feiert nach dem Sieg mit den Fans. - © FOTO: WEISCHE
Arminen-Trainer Thomas Gerstner feiert nach dem Sieg mit den Fans. | © FOTO: WEISCHE

Die ersten Gedanken an das Aufeinandertreffen mit Energie Cottbus am nächsten Samstag in der Schüco-Arena (13 Uhr) dürften dabei Markus Bollmann gegolten haben. Der zuletzt enorm sichere Innenverteidiger war in der 38. Minute mit dem Verdacht auf einen Bruch in der Schulter ausgewechselt worden, was sich Dienstag mit der Diagnose Schlüsselbeinbruch bestätigte. Bollmann wird Mittwoch operiert und fehlt dem Tabellenführer länger. Mit "vier Wochen Pause, vielleicht auch bis zur Winterpause" rechnet Gerstner. Der Verletzte selbst erklärte: "Es ist für mich natürlich bitter, dass ich mich gerade dann verletze, wenn es für die Mannschaft und auch für mich persönlich gut läuft. Aber es ist nicht zu ändern, ich hoffe, so schnell wie möglich wieder fit zu werden."

Wie schon gegen Paderborn dürfte Radim Kucera Bollmanns Platz neben Andre Mijatovic einnehmen. Mijatovic hatte sich am Montag nur eine blutige Nase geholt, die nach einem Kopfballduell aber immerhin nicht gebrochen war. "Das passiert bei mir öfter", sagte Mijatovic beim Blick auf sein rot besudeltes Trikot kühl.

Und als sei noch nicht genug Blut geflossen, platzte beim Montag-Training noch Kasper Risgaard die Lippe. Sie wurde genäht. Zurzeit scheinen aber auch solche Wunden die Arminia nicht von ihrem Weg abbringen zu können. Die Fans jedenfalls haben Zuversicht und Spaß längst wiedergefunden - und gedachten ihres Ex-Trainers: "Ohne Frontzeck wär’n wir gar nicht hier, ohne Frontzeck . . ."

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