"Uns geht es um Strukturen"

DAS INTERVIEW: Dirk Obermann von den Kritischen Arminen stellt sich zur Wahl

"Kritische Arminen" wollen Neuanfang - © ARMINIA
"Kritische Arminen" wollen Neuanfang | © ARMINIA

Bielefeld. Die Jahreshauptversammlung des DSC Arminia Bielefeld gewinnt weiter an Brisanz. Die Vereinigung der "Kritischen Arminen" hat beschlossen, am nächsten Montag, 22. Juni, vier eigene Kandidaten für die neu zu besetzenden Vorstandsämter zu benennen und damit in Konkurrenz zum jetzigen Aufsichtsratsmitglied Klaus Daudel und dessen Team zu treten. Dirk Obermann (48) ist der Kandidat für die Nachfolge des scheidenden Präsidenten Hans-Hermann Schwick. Uwe Kleinschmidt sprach mit dem in Berlin tätigen Finanzmanager.

Herr Obermann, der späte Entschluss zur Kandidatur könnte als zögerliches Handeln der Kritischen Arminen gedeutet werden.
DIRK OBERMANN: Es war von Beginn an nicht unser primäres Ziel, mit eigenen Kandidaten zu kommen. Nach den zuletzt sehr positiven Signalen aus der Wirtschaft schien Arminia ja auf einem sehr guten Weg zu sein. Den wollten wir nicht als Opposition gefährden. Uns geht es nicht grundlegend um personelle, sondern um strukturelle Veränderungen.

Eckart Wolfgang Jahn (l.), Jochen Willmann (m.) und Frank Kottmann.
Eckart Wolfgang Jahn (l.), Jochen Willmann (m.) und Frank Kottmann.

Was hat die Kritischen Arminen zum Umdenken bewogen?
OBERMANN: Wir sind von der Bielefelder Wirtschaft und unseren sonstigen Unterstützern aus dem Verein darum gebeten worden. Sie alle wollen einen Neuanfang. Wenn Herr Daudel neue Leute präsentiert hätte, wären wir nicht auf die Idee gekommen, uns dagegen zu stellen. Wir waren überrascht, dass er aber nun tatsächlich mit den gleichen bisher handelnden Personen starten will. Und wir haben ein klares Bekenntnis zur Personalie Roland Kentsch vermisst. Da haben wir beschlossen, in die Offensive zu gehen.

Wie hätte sich Herr Daudel im Fall Kentsch denn äußern sollen?
OBERMANN: Ich habe die Chefs der ostwestfälischen Industrie so verstanden, dass nur mit ihrer Unterstützung zu rechnen ist, wenn Herr Kentsch nicht mehr Finanz-Geschäftsführer in Arminias KG aA ist. Wenn tatsächlich ein Aufbruch erfolgen soll, ist das unerlässlich. Wenn Herr Daudel das nicht tut, ist das für uns nicht nachvollziehbar. Herr Kentsch hat bei der Konsolidierung des Vereins einen guten Job gemacht, aber durch die Außendarstellung unter ihm ist das Verhältnis zu den Fans unserer Meinung nach nicht mehr zu kitten.

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