Verlässt die Schule: Am Mittwoch hatte Jörg Weber seinen letzten Arbeitstag als Schulleiter des Carl-Severing-Berufskollegs für Wirtschaft und Verwaltung. Ihn zieht es jetzt nach Detmold. - © Andreas Zobe
Verlässt die Schule: Am Mittwoch hatte Jörg Weber seinen letzten Arbeitstag als Schulleiter des Carl-Severing-Berufskollegs für Wirtschaft und Verwaltung. Ihn zieht es jetzt nach Detmold. | © Andreas Zobe

Bielefeld Ex-Armine macht als Lehrer Karriere

Jörg Weber verlässt das Carl-Severing-Berufskolleg und wird Leiter am Dietrich-Bonhoeffer-Berufskolleg in Detmold. Nebenbei ist er als Scout unterwegs

Ariane Mönikes

Bielefeld. Er war unter Ernst Middendorp Co-Trainer bei Arminia, spielte in den 80ern selbst für den DSC in der ersten Fußball-Bundesliga: Jörg Weber hat sich aber nicht nur im Fußball einen Namen gemacht. Der 52-Jährige wurde 2012 Leiter des Carl-Severing-Berufskollegs (CSB) für Wirtschaft und Verwaltung. Am Freitag wird er sein Büro an der Bleichstraße allerdings "ganz still und heimlich" räumen, denn Montag tritt er seinen neuen Job als Schulleiter des Dietrich-Bonhoeffer-Berufskollegs in Detmold an. Für Weber ein Heimspiel: Er wohnt mit seiner Familie nur fünf Kilometer von der Schule entfernt. Und er kennt die Schule aus dem Effeff: 1994 kam er nach seinem Referendariat als Jung-Lehrer an die Schule, unterrichtete dort bis zu seinem Wechsel 2003 nach Lemgo zum Hanse-Berufskolleg, wo er stellvertretender Schulleiter war. Jetzt geht?s zurück nach Lippe: "Das war keine Entscheidung gegen Bielefeld", sagt Weber. "Ich habe mich hier immer sehr wohl gefühlt." Ausschalgebend sei die Nähe zu seinem Wohnort gewesen - und die Verbundenheit zur Schule. "Ich kenne die Struktur und das Umfeld", sagt Weber. "Die Einarbeitung wird mir wahrscheinlich nicht schwerfallen." Etwa ein Drittel der Lehrer von damals seien noch dort. "Die Einarbeitung wird mir wahrscheinlich nicht schwerfallen." Er habe aber jetzt eine andere Rolle als damals. Weber folgt auf Claudia Eikmann, die im Oktober 2017 als Dezernentin zur Bezirksregierung Detmold wechselte. Seitdem war die Stelle am Dietrich-Bonhoeffer-Berufskollegvakant. Am CSB sei er offen mit seiner Bewerbung umgegangen, erzählt Weber. "Die Kollegen wussten alle Bescheid." Kommissarisch wird Webers Stellvertreter Michael Popp das CSB jetzt leiten. Die Schulleiter-Stelle ist ausgeschrieben, die Bewerbungsfrist endet am 30. Juni. Weber hofft, dass zum 1. September ein neuer Schulleiter da ist. "Ich bin da sehr optimistisch." Bei Popp sei die Schule jedenfalls in besten Händen. Die Schule sei gut aufgestellt. "Wir haben zukunftsfähige Bildungsgänge und stabile Schülerzahlen." Auch das Kollegium habe sich verjüngt: "In meiner Zeit hier sind sicher 40 neue Kollegen gekommen." Vermissen werde er die Bielefelder Schulleiterrunde: Einmal im Monat nämlich treffen sich die Leiter der sechs öffentlichen Berufskollegs in Bielefeld zum Austausch. "Wir sind immer geschlossen aufgetreten und haben die städtischen Berufskollegs nach außen repräsentiert", sagt Weber. In dieser Runde wird er dann auch noch offiziell verabschiedet, beim Sommerfest der Schule am 6. Juli sagt er seinen Kollegen offiziell noch Tschüss. Weber bleibt Scout Neben seiner Tätigkeit als Schulleiter bleibt Weber Scout beim SC Paderborn. Seit 2014 späht er für den Verein schon nach talentierten Nachwuchs-Fußballspielern. Es ist ein Hobby für ihn. Die Schülerzahlen sind in Detmold übrigens ähnlich wie in Bielefeld, nur die Schüler-Lehrer-Relation ist eine andere: In Bielefeld kommen auf 2.150 Schüler 90 Lehrer, in Detmold auf 2.100 Schüler 120. Denn das CSB besuchen viele Berufsschüler, die nur tageweise in der Schule sind, in Detmold sind es mehr Vollzeit-Schüler. Großes Thema sei am Dietrich-Bonhoeffer-Berufskolleg jetzt die Digitalisierung. "Technisch ist die Schule schon gut ausgestattet", sagt Weber.

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