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Bielefeld DSC-Jungs bekommen Essen in der Schule bezahlt - Mädchen nicht

Seit acht Jahren gibt es eine Kooperation zwischen dem Nachwuchsleistungszentrum des Vereins und dem Helmholtz-Gymnasium

Ariane Mönikes

Bielefeld. Arminia Bielefeld fördert seine Nachwuchs-Fußballer - nicht nur auf dem Platz: Seit acht Jahren gibt es mittlerweile eine Kooperation zwischen dem Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) des Vereins und dem Helmholtz-Gymnasium. Die Spieler, die die Schule besuchen, bekommen zwei zusätzliche Trainingseinheiten pro Woche, Hausaufgabenbetreuung und ein tägliches Mittagessen in der Schule. Wer bei den Arminen in einer Mädchenmannschaft spielt und aufs Helmholtz geht, bekommt das Essen allerdings nicht. Das ist ungerecht, sagt ein Vater einer betroffenen Tochter, der sich in der Lokalredaktion der Neuen Westfälischen gemeldet hat. "Es kann nicht sein, dass es im 21. Jahrhundert immer noch eine Ungleichbehandlung zwischen Mädchen und Jungen gibt." Seine Tochter, die seit Sommer aufs Helmholtz geht, habe durch Zufall mitbekommen, dass die Arminia-Spieler das Mittagessen in der Kantine bekommen, ohne dafür zu zahlen. "Da sie auch bei Arminia spielt, hat sie den Fußball-Koordinator der Schule gefragt, ob sie das Essen auch umsonst erhalte." Mit ernüchterndem Ergebnis: Nur für die Jungs wird es bezahlt. "Als Begründung wurde angeschoben, dass es sich hierbei um ein dauerhaftes Projekt mit der Jungenabteilung handelt", erzählt der Vater. NLZ ist Teil der Profiabteilung Er habe daraufhin Arminia Bielefeld mehrfach gebeten, die Ungleichbehandlung von Mädchen und Jungen abzuschaffen, sagt er. In einer Sitzung der Frauen- und Mädchenabteilung sei sein Vorschlag, dass Arminia als Club hier seiner Verantwortung gerecht werden müsse, abgelehnt worden. Er ist enttäuscht, genau wie seine Tochter. Arminia-Pressesprecher Christian Roselius spricht von 18 Jungen im Alter von 10 bis 17 Jahren aus dem NLZ, die aktuell aufs Helmholtz gehen - und für die auch das Essen bezahlt wird. "Das NLZ gehört zu unserer Profiabteilung und wird vom Deutschen Fußball-Bund gefördert", sagt Roselius. Die Spieler sollen - wenn sie denn das Zeug dazu haben - zu Profi-Fußballern gemacht werden. Und zu dieser Ausbildung gehöre auch eine gesunde Ernährung. "Es gibt einen Topf, aus dem das Essen bezahlt wird." Den aber gibt es nicht für die Mädchen. Denn die Abteilung ist bei Arminia im Breitensport- und nicht im Profi-Bereich angesiedelt. Die Mädchen gehen also leer aus. Schulleiter: "Essen wird direkt mit Arminia abgerechnet" Joachim Held, kommissarischer Schulleiter am Helmholtz-Gymnasium, kann den Ärger nachvollziehen. "Das mögen manche als ungerecht empfinden", sagt er. Ändern kann er es aber nicht. "Das Mittagessen wird direkt mit Arminia abgerechnet, die Nachwuchs-Fußballspieler können bei uns nicht umsonst essen." Der Eindruck sei entstanden, weil die Arminia-Jungen keine Karte hätten wie die anderen Schüler. "Sie werden als Mannschaft direkt durchgewunken", sagt Held. Damit es in der Kantine schneller geht. Auf einer Liste werde dann abgehakt, wer von den Jungen esse. Die Kooperation mit dem NLZ lobt Held in den höchsten Tönen: Sie funktioniere hervorragend. "Wir sind sehr dankbar dafür."

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