Hauptverantwortlich für die Kaderzusammenstellung: Geschäftsführer Sport Samir Arabi und Trainer Jeff Saibene. - © Christian Weische
Hauptverantwortlich für die Kaderzusammenstellung: Geschäftsführer Sport Samir Arabi und Trainer Jeff Saibene. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Alternative Tabelle: Wo Arminia ohne seine Neuzugänge gelandet wäre

Arabis Einkäufe Kerschbaumer, Weihrauch und Sporar sorgten für 13 Tore

Björn Vahle

Bielefeld. Mit Tabellenplatz 4 in der 2. Bundesliga hat Arminia Bielefeld das beste Ergebnis der jüngeren Vereinsgeschichte eingefahren. Maßgeblichen Anteil daran hatten drei Neuzugänge, die Geschäftsführer Sport Samir Arabi vor der Saison zum DSC lotste. Ohne sie wäre die gute Saison wohl nicht denkbar gewesen. Die Rede ist von Konstantin Kerschbaumer, Patrick Weihrauch und - ja - auch Andraz Sporar. Zusammen haben die drei in der abgelaufenen Saison 13 von 48 Toren für Arminia erzielt. Kerschbaumer traf achtmal, Weihrauch dreimal, Sporar zweimal. Etwas mehr als jeder vierte Treffer (27 Prozent) geht damit auf ihr Konto. Was aber, wenn Arminia ohne diese Treffer hätte auskommen müssen? Wo wäre der Verein in der Tabelle gelandet? Wie viele Punkte weniger hätte Arminia geholt? Die Rechnung ist in sofern natürlich etwas schief, als dass der Verein sicher andere Spieler verpflichtet hätte, die möglicherweise, aber nicht unbedingt, dieselbe Anzahl Tore beigesteuert hätten. Elf Punkte mehr als ohne die Neuzugänge Dennoch lässt sich - konsequent durchgerechnet - damit veranschaulichen, welchen Wert die drei in der vergangenen Saison hatten. Und welch glückliches Händchen Samir Arabi bei der Auswahl und Jeff Saibene bei der Aufstellung der Spieler bewiesen haben. Zieht man die Tore der drei Spieler ab, hätte Arminia insgesamt elf Punkte weniger auf dem Konto gehabt. Ohne Kerschbaumers Treffer hätte der DSC unter anderem im Auswärtsspiel bei Union Berlin 0:1 verloren, statt einen Punkt mitzunehmen, und im Heimspiel gegen Nürnberg nur 0:0 gespielt, anstatt 1:0 zu gewinnen. Dadurch hätten den Bielefeldern drei Punkte gefehlt. Weihrauchs Tor beim 2:2 gegen Duisburg sicherte einen weiteren Punkt, Sporars Treffer zum 2:1-Sieg gegen Regensburg noch einmal zwei zusätzliche Punkte. Ohne die Punkte wäre Arminia abgestiegen Außerdem sorgten die Spieler für fünf zusätzliche Punkte, wenn sie im selben Spiel trafen. Hätten weder Kerschbaumer noch Weihrauch beim 2:0 gegen Darmstadt in der Rückrunde getroffen, würden zwei Punkte fehlen. Ebenso sorgten die Tore von Kerschbaumer und Sporar im Auswärtsspiel gegen Nürnberg für den 2:1-Sieg, weitere drei Punkte hätten den Arminen ohne sie gefehlt. Bei 48 geholten Punkten hätte dieses Minus den direkten Abstieg bedeutet - immer gesetzt den Fall, fiktive andere Neuzugänge hätten in den betreffenden Spielen keine Tore erzielt. Was sich in der kommenden Saison ändert Konstantin Kerschbaumer wird den Verein verlassen. Der FC Brentford beharrte auf der Ablöseforderung von 1,5 Millionen Euro, die der DSC nicht zu zahlen bereit war. Für ihn muss der Klub Ersatz finden. Bedenkt man, dass Kerschbaumer ursprünglich als zentraler Mittelfeldspieler geholt worden war, und erst von Jeff Saibene zum torgefährlichen Angreifer umfunktioniert wurde, wiegt der Verlust umso schwerer, da seine acht Tore die Erwartungen der Verantwortlichen übertroffen haben dürften. Patrick Weihrauch hat beim DSC noch Vertrag bis 2020. Der 24-Jährige, beim DSC vor allem als Rechtsaußen eingesetzt, deutete sein Offensivpotenzial auch als Rechtsverteidiger an. Von ihm dürfte auch in der kommenden Gefahr ausgehen. Andraz Sporar wird dem DSC nach seinem Abgang bekanntlich keine Tore mehr bescheren. Ob Neuzugang Prince Osei Owusu ähnlich oder besser einschlägt, bleibt ebenso abzuwarten, wie die Antwort auf die Frage, ob Samir Arabi insgesamt noch einmal eine so erfolgreiche Transferpolitik gelingt. Dass das klappen könnte, hat er bewiesen.

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