Tschüss, Peter: Armine Fabian Klos (hier mit Florian Dick und Andreas Voglsammer) hat einem todkranken Fan seinen letzten Wunsch erfüllt. - © Christian Weische
Tschüss, Peter: Armine Fabian Klos (hier mit Florian Dick und Andreas Voglsammer) hat einem todkranken Fan seinen letzten Wunsch erfüllt. | © Christian Weische

Bielefeld Wie Arminia-Profi Fabian Klos einem Sterbenden den letzten Wunsch erfüllte

Würdigung eines Mannes mit dem Herzen am rechten Fleck

Kurt Ehmke

Bielefeld. Zum letzten Spieltag der Zweitliga-Saison ist es an der Zeit, Fabian Klos zu würdigen. Natürlich für weitere sieben Tore für die Schwarz-Weiß-Blauen und damit die Auszeichnung, nun Arminias Rekordtorschütze zu sein. Auch sieben Vorlagen gab er in dieser Saison. Stark war auch, wie Klos sich schüttelte, als er zum Bankdrücker wurde und sogar einmal nicht nominiert war – um dann anzugreifen und zum Saisonende überragende Leistungen abzurufen. Die aber beeindruckendste Stärke zeigte Fabian Klos abseits des Platzes. In Bethel. Hier lebte bis vor kurzem der vielleicht größte Fabian-Klos-Fan: Peter Heering. Wer in der Neuen Schmiede mal mit Hunderten DSC-Fans aus Bethel Fußball schaute, der kannte Peter. Ihn, der leidenschaftlich war, aber auch unfassbar traurig wurde, wenn es nicht lief. Wütend war er dann. Mal hörte er nicht auf zu erzählen, mal gab sich Peter wortkarg. Peter hatte keine Chance gegen die Krankheit Peter ist gestorben. Vor wenigen Wochen war es eine schwere Krankheit, die Peter keine Chance ließ. Er wusste, er hatte nur noch wenige Tage. Einen Wunsch aber hatte er noch: Er wollte so gerne sein großes Idol, den legendären Fabian Klos treffen. Das trug Bethel an Klos heran – und der sagte zu. Sofort, ohne Umschweife. Und dann: Tür zu, da saßen sie, die beiden Männer, die zufällig beide aus Gifhorn stammen. Klos; der gerade zurück war vom Spiel in Ingolstadt; Klos, der Torschütze zum 1:1; Klos, der wusste, dass er nun bald Rekordtorschütze der Arminia sein würde. Und Peter; der den Arminen-Schal wie einen Schatz trug; der immer Armine war; der wusste, er würde sterben. Eine halbe Stunde lang durfte Peter immer wieder neu nachfragen. „Wie hast Du das Tor geschossen? Erzähl noch einmal. Darf ich noch fragen? ..." Immer wieder erzählte Klos von seinen Toren, vom DSC, von der Alm, von Liga Zwei. Seinen Fabian Klos nahm er im Herzen mit auf seinem Weg Fabian Klos wollte nicht, dass Medien dabei sind. Es sollte ein intimer Moment werden, nur für Peter. Das war gut so und ehrt Klos’ mehr als so manches Tor. Peter starb kurz darauf, das Rekordtor erlebte er nicht mehr. Seinen Fabian Klos, der ihm Zeit geschenkt und ihm einen Traum erfüllt hatte, den nahm er im Herzen mit auf seinem Weg. Peter wurde 54 Jahre alt. In der Neuen Schmiede gedachten ihm jetzt viele Arminen-Fans aus der „Schmiede". Und viele freuten sich mit Peter, dass er kurz vor seinem Tod tatsächlich seine halbe Stunde mit Fabian Klos geschenkt bekam.

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