Roberto Massimo, Fabian Klos, Konstantin Kerschbaumer und Andreas Voglsammer jubeln nach dem 2:0. Für Fabian Klos war es der 111. Treffer für Arminia. - © Christian Weische
Roberto Massimo, Fabian Klos, Konstantin Kerschbaumer und Andreas Voglsammer jubeln nach dem 2:0. Für Fabian Klos war es der 111. Treffer für Arminia. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Arminias Spiel gegen Aue: Ein Meilenstein auf dem Weg zum Ligaerhalt

Arminia schlägt Erzgebirge Aue 2:0 - Fabian Klos feiert Rekordtreffer

Peter Burkamp

Bielefeld. Nach dem Abpfiff schnell nach Hause? Nein, das war nach dieser Darbietung keine Option. Viele Zuschauer blieben nach dem 2:0-Heimsieg über Aue noch auf ihren Plätzen, um mitzuerleben, wie Mannschaft und allen voran Rekordtorschütze Fabian Klos mit den Fans auf der Südtribüne einen Meilenstein auf dem Weg zum Ligaerhalt und eine Marke für die Geschichtsbücher feierten. Fabian Klos, mit 111 Pflichtspieltoren nun gleichauf mit Ernst „Johnny" Kuster, zögerte zunächst, allein auf den Zaun zu klettern. Vorbei an seinem Trikot mit der klassischen Nummer neun des Mittelstürmers, das Betreuer Rainer Schonz auf den Elfmeterpunkt drapiert hatte. Klos wollte nicht ohne seine Mitspieler gehen. „Das ist auch ein Mannschaftsding. Ich habe mir ja die wenigsten Tore selbst vorgelegt", erklärte er später. Dann ging er voran, nahm Kapitän Julian Börner mit, und wenig später folgten alle anderen. Klos stimmte einen Gesang an. Mit dabei auch Jesse (9), über den Verein „wünschdirwas", der sich um schwer kranke Kinder kümmert, steht er in Kontakt zu den Profis. Gemeinsam genossen Fans und Profis den Moment. Der war etwas Besonderes. Anders als ekstatische Ausgelassenheit, wenn Klassenerhalt oder Aufstieg im letzten Moment gefeiert werden. Die Stimmung wirkte beinahe besinnlich. Klos nach Rekordtor "überwältigt" Das Wort, das Klos’ Leistung wohl am besten würdigte, wählte Arminias Sport-Geschäftsführer Samir Arabi: „Respekt. Dass ein Spieler so lange in einem Verein ist und sich mit der Sache identifiziert, gibt es nicht alle Tage." Sieben Jahre ist Klos beim DSC, genau so lange wie Arabi, der ihn geholt hat. „Die Zeit war sicherlich nicht immer einfach. Für den Verein nicht und für mich persönlich nicht", sagte Klos. Nach seinem Rekordtor sei er „überwältigt" gewesen. „Wahrscheinlich sitze ich erst nach der Fußballzeit irgendwann da und verstehe, was passiert ist." Er sei schließlich nicht Rekordtorschütze bei irgendeinem Dorfklub, sondern bei einem Traditionsverein. Vor der „Süd" zu treffen, hatte er sich gewünscht. Und dass Rekordtor und Beinahe-Klassenerhalt zusammen passieren, habe ihn sehr gefreut. „Rechnerisch sind wir zwar noch nicht gesichert, aber dass eine Mannschaft mit 43 Punkten noch absteigt, schaffen nicht einmal wir, und ich habe schon viel erlebt mit diesem Verein", sagte Klos. Noch vor wenigen Wochen hatte Trainer Jeff Saibene ihn aus disziplinarischen Gründen nicht berücksichtigt. Zwischenzeitlich stand sogar zu bezweifeln, ob der Torrekord überhaupt zu erreichen wäre. „Ich habe in den letzten Wochen nicht gerade alles kaputt geschossen", sagte Klos. Seiner veränderten Rolle war er sich bewusst, den Glauben an seine Fähigkeiten hat der 30-Jährige jedoch nie verloren. In Ingolstadt traf er, jetzt gegen Aue. Er gehöre in diese Elf, davon ist Klos überzeugt: „Wir haben zwischenzeitlich mit einem anderen System gespielt. Das war völlig in Ordnung. Ich glaube aber, dass für Vogi und mich das 4:4:2-System besser ist." Ob Jeff Saibene der gleichen Meinung ist, wird sich zeigen. Saibene und Klos haben auf jeden Fall das gleiche Ziel. „Wir wollen noch so viele Punkte wie möglich holen", sagten beide nach einem denkwürdigen Spiel, auf das Klos ein Bierchen ausgeben wollte. Auf die Frage ob Klos denn dürfe, sagte Saibene: „Er feiert sowieso, ob ich die Erlaubnis gebe oder nicht."

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