Florian Hartherz, Fabian Klos, Konstantin Kerschbaumer, Manuel Prietl und Tom Schütz jubeln nach dem 1:0. - © Christian Weische
Florian Hartherz, Fabian Klos, Konstantin Kerschbaumer, Manuel Prietl und Tom Schütz jubeln nach dem 1:0. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Kerschbaumer lässt Arminen feiern

In der 90. Minute gelingt dem Österreicher der Siegtreffer gegen den 1. FC Nürnberg. Klos muss 
sich 88 Minuten auf der Bank gedulden, ist dann aber sofort hellwach und am Tor beteiligt

Peter Burkamp

Bielefeld. Arminia nähert sich mit Riesenschritten der 40-Punkte-Marke. Gegen den Top-Aufstiegskandidaten 1. FC Nürnberg gingen die Zähler 36 bis 38 auf das Konto des Fußball-Zweitligisten. Hinsichtlich des Klassenerhalts, der allgemein mit 40 Punkten als gesichert gilt, ist die Zuversicht durch das 1:0 (0:0) gegen die Franken erneut gewachsen. Es darf sogar vom Aufstieg geträumt werden. „Wenn man so spät ein Tor erzielt, ist immer ein bisschen Glück dabei", sagte Trainer Jeff Saibene, „weil wir die klareren Chancen hatten, ist der Sieg aber aus meiner Sicht verdient." Erneut war es ein Treffer kurz vor Schluss, der für die Arminen entschied. Fabian Klos legte zurück auf Manuel Prietl, der zu Konstantin Kerschbaumer weiterleitete. Die Vorlage seines Landsmannes aus Österreich nutzte Kerschbaumer im Fünfmeterraum beherzt. Nach einer Auszeit in Heidenheim war Klos wieder dabei. Nicht in der Startelf, aber im Kader. Er musste sich bis zu seiner Einwechslung für Andreas Voglsammer in der 88. Minute in Geduld üben – und war dann sofort voll da. Jeff Saibene setzte wie in der Vorwoche auf eine 4:1:4:1-Formation. Für einen weiteren Stürmer war also ohnehin kein Platz. Lieber ein Querpass mehr Unberechenbarer sei seine Mannschaft in der neuen Ausrichtung, meinte der DSC-Trainer im Vorfeld. Die Nürnberger ließen sich in der ersten Halbzeit allerdings nicht von den Gastgebern überraschen. Und schon gar nicht aus der Abwehr locken. Lieber ein Querpass mehr, dachten sich die Schützlinge von Trainer Michael Köllner, ehe sie es mit einem öffnenden Zuspiel versuchten. Ihre Zurückhaltung lag allerdings auch an der gut formierten Gastgeber-Elf. Der DSC stellte mit der gesamten Mannschaft geschickt die Räume zu. So entstanden kaum gefährliche Situationen vor dem Tor von Stefan Ortega. Auf der anderen Seite das gleiche Bild: Die Nürnberger verteidigten klug. So sehr sich Voglsammer und Co bemühten – in die Nähe eines Abschlusses kamen sie nicht. So hatte der Club in Person von Georg Margreitter mit einem Kopfball (über das Tor) die erste Chance des Spiels. In der Folge blieb die Partie zäh, da es an Torraumszenen auf beiden Seiten mangelte. Für einen Weckruf sorgten wieder die Gäste. Nach einer Flanke verpasste Nürnbergs Sturmspitze Adam Zrelak (23.) den Ball völlig freistehend mit dem Kopf nur knapp. Zu ungenau waren die Anspiele Arminia mühte sich, in die Nähe des Nürnberger Tores zu gelangen. Zu ungenau waren jedoch die Anspiele. Kurz vor der Halbzeitpause scheiterte Konstantin Kerschbaumer nach Flanke von Florian Hartherz mit einem Kopfball. Unverändert starteten beide Mannschaften in die zweiten Halbzeit. Unverändert auch das Geschehen. Die Arminen wirkten engagiert, blieben aber zunächst ohne zwingende Möglichkeiten. Sie brachten sich durch eigene, teilweise leichtsinnige, Fehler unnötig in Bedrängnis. Beide Mannschaften lauerten auf Fehler des Konkurrenten. Einer der Nürnberger hätte beinahe die DSC-Führung gebracht: In der 58. Spielminute scheiterte zunächst Keanu Staude aus kurzer Distanz nach einer Ecke. Wenig später eine Druckphase der Gäste, in der Stefan Ortega einen Rückstand durch Tim Leibold glänzend verhinderte (63.). Nürnberg hatte in der 2. Liga noch nie in Bielefeld verloren – diese Statistik ist dank Kerschbaumer nun hinfällig.

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