Arminia Bielefeld Arminia will 40-Punkte-Marke knacken, bevor Bayern Meister wird

Außenbahnspieler Patrick Weihrauch gibt vor dem heutigen Spitzenspiel gegen den 1. FC Nürnberg eine 
optimistische Prognose ab. Saibene schätzt die Flexibilität des 24-Jährigen

Jörg Fritz

Bielefeld. Die Zahl 40 hat beim Fußball-Zweitligisten Arminia Bielefeld seit Monaten einen besonderen Stellenwert. Diese Marke, so die Einschätzung der Spieler und der Offiziellen, sei ausreichend für den Klassenerhalt. Und diese 40 Zähler sollten so schnell wie nur eben möglich auf der Habenseite verbucht werden, heißt es regelmäßig bei den Pressekonferenzen im Vorfeld eines neuen Spieltages. So war es denn nicht verwunderlich, dass auch Patrick Weihrauch (24) vor dem heutigen Schlagerspiel gegen den Tabellenzweiten 1. FC Nürnberg (18.30 Uhr, Schüco-Arena, Live-Ticker auf nw.de) diesem Sprachgebrauch treu blieb. „Schön wäre es, wenn wir nach den nächsten beiden Spielen die Punktzahl von 40 erreichen würden", formuliert der Außenbahnspieler sein anspruchsvolles Ziel. Sollten sich Weihrauchs Vorstellungen realisieren, müsste Arminia, derzeit mit 35 Zählern auf dem siebten Tabellenrang platziert, sowohl das Heimspiel gegen Nürnberg als auch eine Woche später die Auswärtspartie beim Tabellenführer Fortuna Düsseldorf gewinnen. Sicherlich ein ehrgeiziges Unterfangen, das Weihrauch wie folgt begründet: „Im Laufe der Saison hat sich gezeigt, dass wir uns vor keiner Mannschaft verstecken müssen." "Würzburg sollte uns eine Warnung sein" Weihrauch kennt aber aus eigener Erfahrung die Tücken der 2. Bundesliga. Vor seinem Engagement in Bielefeld spielte der Bayer bei den Würzburger Kickers. Nach einer überragenden Vorrunde mit 27 Punkten und Platz sechs folgte für den Aufsteiger eine völlig verrissene Rückrunde mit nur sieben Punkten und dem damit verbundenen Abstieg in die 3. Liga. „Deshalb sollte uns Würzburg eine Warnung sein", sagt Weihrauch, der den Spitznamen „Olchi" trägt, „weil mein erster Verein in der Jugend SC Olching hieß." Mit einem Polster von sechs Punkten auf Relegationsrang 16 können die Arminen in die restlichen neun Spiele gehen. Weihrauch erwartet deshalb auch eine weitaus „entspanntere Restrückrunde als wir vor einem Jahr in Würzburg erlebten". Der Neu-Bielefelder, der vor seiner Würzburger Zeit drei Jahre im Kader des FC Bayern München stand, dort aber nicht bei den Profis zum Einsatz kam, ist mit seinen Einsatzzeiten bei Arminia sehr zufrieden. „Ich habe mich schnell eingelebt und mir einen Stammplatz erkämpft", lautet sein Fazit. Weihrauch (drei Tore und fünf Vorlagen) stand 19 Mal in der Startelf und wurde sechs Mal eingewechselt. Trainer Jeff Saibene schätzt vor allem Weihrauchs Flexibilität. Sein Spieler ist nicht nur auf beiden offensiven Außenbahnen einsetzbar. Auch als Rechtsverteidiger beim 1:1 gegen Aue und als Sturmspitze neben Andreas Voglsammer beim Testspiel im Wintertrainingslager in Benidorm gegen KRC Genk gab er ein gutes Bild ab. Ob er als Tipper auch richtig liegt, wird sich zeigen. Weihrauch ist überzeugt, „dass wir die 40-Punkte-Marke knacken, bevor Bayern München Meister wird". Die Bayern führen neun Spieltage vor Saisonende mit 20 Punkten Vorsprung auf Schalke 04 die Tabelle an.

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