Enttäuscht: Die Arminen Konstantin Kerschbaumer (l.) und Florian Hartherz verlassen den Platz. - © Christian Weische
Enttäuscht: Die Arminen Konstantin Kerschbaumer (l.) und Florian Hartherz verlassen den Platz. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Arminias kollektives Versagen ist ein Wiederholungsfall

Arminia: Auch in der Vergangenheit erlaubten sich die DSC-Profis nach Phasen des Hochs unerklärliche Ausrutscher. Dem 0:4 gegen Duisburg gingen drei Siege und ein Remis voraus. Auch die Pleite in Regensburg passt in dieses Schema

Bielefeld. "Nach fünf Spielen, in denen wir gelobt wurden, haben wir gegen Dresden das schlechteste Spiel seit Monaten gezeigt." Dieser Analyse von Arminia Bielefelds Trainer Jeff Saibene ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Der Luxemburger sprach dennoch Einzelheiten an, die ihn bei der ersten Niederlage in diesem Jahr gewurmt hatten. "Wir waren zu hektisch und leisteten uns zu viele Fehlpässe. Wir fanden kein Zugriff zum Spiel und hatten eine schlechte Raumaufteilung. Unsicherheiten stellten sich daher ein, die auf jeden Einzelnen abfärbten. Deshalb haben wir auch keine Berechtigung, in der Tabelle nach oben zu schauen", formulierte Saibene die treffende Schlussfolgerung nach dem 24. Spieltag. Bislang keine Siege in Heidenheim Letztlich musste der Trainer zugeben, dass seine Schützlinge bis auf einige wenige Ausnahmen (Hartherz, Behrendt, Kerschbaumer und Voglsammer) allesamt einen schwarzen Tag erwischten. Saibene: "Dieses kollektive Versagen ist mir im Prinzip lieber, weil man es schnell abhaken und im nächsten Spiel eine Reaktion zeigen kann." Am kommenden Sonntag kann sich der Tabellenachte Arminia in Heidenheim rehabilitieren. Allerdings sind die Ostwestfalen in Heidenheim in vier Pflichtspielen bei drei Niederlagen und einem Remis bislang sieglos geblieben. Arminias schwache Vorstellung nach zuvor fünf ordentlichen Vorstellungen ist alles andere als ein Einzelfall. Unerklärliche Leistungseinbrüche gab es in dieser Saison bereits zwei Mal. Nach einem überragenden Saisonstart mit zehn Punkten und Tabellenplatz drei nach vier Spieltagen kassierten die Arminen nach einer desolaten Vorstellung eine 0:4-Heimniederlage gegen den MSV Duisburg. Das Wort Überheblichkeit machte am fünften Spieltag die Runde. Formschwankungen bringen Saibene auf die Palme Ende des Jahres 2017 ein ähnliches Bild: Vom 13 bis 16. Spieltag erlebten die Arminen ein spielerisches Hoch, erkämpften acht Punkte und sorgten mit dem 5:0-Heimsieg gegen den FC St. Pauli für ein spielerisches Glanzlicht. Es folgte die 1:3-Niederlage in Sandhausen, die von allen Beteiligten als Ausrutscher bewertet wurde. Die 2:3-Niederlage in Regensburg, bei der Arminias Spieler von allen guten Geistern verlassen schienen, war dann der Gipfel des kollektiven Versagens. Der fehlende Wille, sich mit einer guten Leistung in den Weihnachtsurlaub zu verabschieden, brachte Saibene auf die Palme, der während seiner Zeit in Bielefeld noch niemals so wütend gewirkt hatte. "Wenn wir nicht 100 Prozent Einsatz in jedem Spiel zeigen, fällt es uns schwer, Spiele zu gewinnen", lauten die geflügelten Worte von Jeff Saibene, die er seit seinem Amtsantritt am 19. März 2017 gebetsmühlenartig verkündet. Einige Male wurden sie aber von seinen Spielern überhört. Als Rückschlag wollte der Trainer das 2:3 gegen Dresden aber nicht verstanden wissen. "In unserem Spiel muss schon alles stimmen, um zu punkten. Das war gegen Dynamo Dresden aber nicht der Fall." Jetzt sind die DSC-Profis in Heidenheim am Zug.

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