Die komplizierten Schüsse gelingen: Aus spitzem Winkel bugsiert Patrick Weihrauch (hinten am Boden) den Ball zum 2:1 ins MSV-Tor. - © Wolfgang Rudolf
Die komplizierten Schüsse gelingen: Aus spitzem Winkel bugsiert Patrick Weihrauch (hinten am Boden) den Ball zum 2:1 ins MSV-Tor. | © Wolfgang Rudolf

Arminia Bielefeld Arminia fehlt zur Spitze der Killerinstinkt

Beim 2:2 in Duisburg verpasst es der DSC, zu den Aufstiegsplätzen aufzuschließen

Peter Burkamp

Duisburg. Die Mienen der DSC-Profis spiegelten nach dem 2:2 in Duisburg blanke Enttäuschung. Gedanklich war die Tabelle aufgerechnet. Nur noch drei Punkte wäre der dritte Tabellenplatz entfernt gewesen. Sie hätten „dran schnuppern" können an den Aufstiegsplätzen, wie es Stürmer Leandro Putaro kämpferisch im Vorfeld formuliert hatte. Und die Chance war da, der Dreier zum Greifen nah. Allein das Siegtor fehlte. Abgesehen davon, dass Schiedsrichter Martin Petersen den Arminen nach einem Foul Dustin Bomheuers an Andreas Voglsammer in der 84. Spielminute einen klaren Elfmeter verweigert hatte, war allen Beteiligten bewusst, was zwischen Frust und Jubel stand. „Uns fehlte der Killerinstinkt. Wenn wir hier gewinnen, kann niemand etwas sagen", meinte Jeff Saibene. "Keine Spitzenmannschaft" Der DSC-Trainer bezog sich auf die Phase unmittelbar nach der stark herausgespielten und vollendeten 2:1-Führung durch Patrick Weihrauch. Zunächst zögerte Fabian Klos zu lange mit dem Abschluss bei einer sehr guten Konterchance, wenig später scheiterte Andreas Voglsammer an MSV-Keeper Mark Flekken. „Wir müssen uns den Vorwurf machen lassen, dass wir das dritte Tor nicht geschossen haben", sagte Tom Schütz, der Arminia mit einem sehenswerten direkten Freistoß in Führung gebracht hatte. Duisburg bestrafte die fahrlässige Chancenverwertung der Gäste prompt mit dem erneuten Ausgleich zum 2:2. „Eine Spitzenmannschaft gewinnt hier 3:1 und macht den Sack zu", sagte Jeff Saibene. Seine Mannschaft vermochte das nicht und musste sich hinterher von ihrem Trainer sagen lassen, dass die fehlende Effizienz im Torabschluss den Unterschied ausmacht und sie noch „keine Spitzenmannschaft" ist. Abschlussquote ist ausbaufähig Saibenes Einschätzung mag im ersten Moment ernüchternd klingen, letztlich bestätigte die Mannschaft sie. Gegen Fürth, Union Berlin und beim MSV fehlte schon die letzte Konsequenz vorm gegnerischen Tor. Die Leistung der Mannschaft in Duisburg spiegelte anschaulich, wo Arminias Profis am Jahresanfang 2018 stehen. Abschlussquote und Defensivleistung, wie auch das Verhalten vor dem 1:1 beim MSV zeigte, sind ausbaufähig. „Es fehlt nicht viel, aber es fehlt Entscheidendes", meinte Saibene nach dem 2:2 bei den Zebras. Der Trainer klagte nicht. Er war nur realistisch, und er betonte auch, dass er beileibe nicht unzufrieden mit dem bisher Erreichten ist. „Wir machen vieles gut und sind in diesem Jahr noch ungeschlagen. 31 Punkte sind ganz okay", betonte er. Sicherlich hätten es einige mehr sein können. Im Vergleich zum Vorjahr zu dieser Zeit wirkt die Mannschaft jedoch wesentlich gefestigter, im viel zitierten Umschaltspiel zeigt sie Fortschritte, insgesamt agiert sie variabler. Und deshalb hat sie zwölf Punkte mehr auf dem Konto als in der Vorsaison zur gleichen Zeit. „Diese 31 Punkte sollten uns Mut machen, die nächsten neun so schnell wie möglich zu holen", sagte Julian Börner. Arminias Kapitän war einer derjenigen, die trotz der Enttäuschung über die verpasste Chance versuchten, das Positive hervorzuheben. „Wir sind absolut im Soll, wenn wir die 40 Punkte geholt haben, können wir gern über anderes reden."

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