Der Duisburger Lukas Fröde (l.) und der Bielefelder Konstantin Kerschbaumer kämpfen um den Ball. - © picture alliance / Roland Weihrauch/dpa
Der Duisburger Lukas Fröde (l.) und der Bielefelder Konstantin Kerschbaumer kämpfen um den Ball. | © picture alliance / Roland Weihrauch/dpa

Arminia Bielefeld Remis: Arminia verpasst trotz zweimaliger Führung den Auswärtssieg

Tashchy und Wolze kontern Schütz und Weihrauch / Arminia verpasst nach starker Leistung den Sprung an die Spitze

Patrick Albrecht

Duisburg/Bielefeld. Arminia Bielefeld hat in einem ereignis- und temporeichen 2:2-Unentschieden beim MSV Duisburg trotz zweimaliger Führung einen Auswärtssieg und damit den Sprung an das Spitzentrio verpasst. Tom Schütz und Patrick Weihrauch sorgten für die Tore auf Seiten der Bielefelder, die mit 31 Punkten und Platz 9 dennoch gut dastehen. DSC-Trainer Jeff Sabene schenkte derselben Startelf das Vertrauen, die schon im vergangenen Heimspiel gegen Union Berlin begonnen hatte. In der ersten halben Stunde bot sich den rund 16.000 Zuschauern - darunter 2.300 Arminen - ein wenig unterhaltsames und in erster Linie taktisch geprägtes Spiel. Beide Mannschaften agierten äußerst diszipliniert. Lange Ballstafetten blieben auf beiden Seiten jeweils ergebnislos. Konzentrierte Defensivreihen und fehlende Ideen im Offensivbereich führten lediglich zu harmlosen Abschlüssen von Duisburgs Schnellhardt (8.) und Iljutcenko (12.) sowie von Kerschbaumer (18., 27.) und Voglsammer (20) auf Bielefelder Seite. Leerlauf in der ersten halben Stunde - Schütz bravourös Ein Missverständnis zwischen DSC-Keeper Ortega und Abwehrchef Börner eröffnete schließlich Duisburgs Iljutcenko die erste richtige Chance des Spiels. Seinen Schuss aus extrem spitzem Winkel klärte Ortega zum Eckball (28.). Die Partie nahm nun deutlich an Fahrt auf: Zunächst wurde Wolzes Volleyschuss aus dem Rückraum über das Tor abgefälscht, dann scheiterte wieder der aktive Iljutcenko mit einer Direktabnahme aus kürzester Distanz an dem stark reagierenden Ortega (29.). Auf der Gegenseite klärte Duisburgs Nauber einen Hartherz-Schuss auf der Linie, nachdem Keeper Flekken bereits geschlagen war (36.). Wie schon in Bochum sollten den Arminen dann ihre Freistoßkünste die Führung bescheren: Tom Schütz zirkelte den Ball aus gut 20 Metern halblinker Position über die Mauer hinweg in den Winkel (39.). Mit einer 1:0-Führung ging es schließlich in die Kabinen. Die zweite Halbzeit sollte an die letzte Viertelstunde des ersten Durchgangs anknüpfen. Nur sieben Minuten nach Wiederanpfiff musste die Saibene-Elf zunächst den Ausgleich hinnehmen: Florian Dick konnte Duisburgs Stoppelkamp auf der linken Seite nicht stellen und ließ dessen Flanke zu. Tashchy nahm die Kugel auf der Gegenseite an, wurde nicht richtig attackiert und netzte aus gut 15 Metern links unten zum 1:1 ein. Duisburg wurde nach dem Ausgleich stärker und setzte die Arminen zunehmend unter Druck. Die Stimmung wurde hitziger. Arminias Börner und Duisburgs Hajri bekamen sich nach einem rüden Zweikampf in die Haare, worauf sich der Duisburger unnötig zu Boden fallen ließ. Beide sahen schließlich gelb. Nach gut einer Stunde ersetzte Fabian Klos Leandro Putaro, wenig später wuchsen die Hoffnungen auf einen Auswärtssieg erheblich: Schütz und Klos verpassten eine scharf geschlagene Flanke von Hartherz nur knapp, doch am langen Pfosten lauerte Weihrauch und bugsierte den Ball aus extrem spitzem Winkel über die Linie (67.). Torgarant Wolze kontert Weihrauch Nachdem zwei aussichtsreiche Konterchancen durch Klos und Voglsammer ungenutzt blieben, musste der DSC nur fünf Minuten nach der erneuten Führung den Ausgleich schlucken: Schütz klärte einen Freistoß in die Füße von Linksverteidiger Wolze, der das Leder daraufhin aus 20 Metern unhaltbar in den Winkel wuchtete (72.). Für Duisburgs Linksverteidiger war es das sechste Tor in den letzten sechs Spielen. Fast im Gegenzug sorgte Voglsammer beinahe für die erneute Führung, setzte seinen Kopfball aber denkbar knapp über die Querlatte (74.). In der letzten Viertelstunde zogen sich die Arminen weiter zurück und lauerten auf Kontersituationen. In der 84. Minute traf Duisburgs Bomheuer Arminias Voglsammer im Strafraum eindeutig am Fuß. Ein elfmeterwürdiges Foul - doch Schiedsrichter Pedersen ließ weiterspielen. Saibene brachte noch Keanu Staude für Patrick Weihrauch und in der Nachspielzeit Christoph Hemlein für Konstantin Kerschbaumer. Passieren sollte jedoch nichts mehr. Nach zweimaliger Führung verpasst Arminia Bielefeld in einem ereignisreichen und temporeichen Zweitligaspiel gegen den MSV Duisburg den Sprung ans Spitzentrio, darf sich aber angesichts der gezeigten Leistung eher nach oben statt nach unten orientieren. Am nächsten Spieltag geht es mit einem Heimspiel gegen Darmstadt 98 weiter. Das Spiel zum Nachlesen im NW-Ticker:

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