Befreiend: Konstantin Kerschbaumer (2.v.r.) wird für sein Tor zum 1:1-Ausgleich gefeiert. - © Christian Weische
Befreiend: Konstantin Kerschbaumer (2.v.r.) wird für sein Tor zum 1:1-Ausgleich gefeiert. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Saibene ist vom leidenschaftlichen Auftritt der Arminen erfreut

Saibene preist den Charakter seiner Mannschaft beim 1:1 gegen Union Berlin. Der DSC-Trainer wünscht sich allerdings auch mehr Effizienz beim Abschluss

Peter Burkamp

Bielefeld. Was für eine Aufregung unmittelbar nach dem Abpfiff: Kaum hatte Schiedsrichter Tobias Reichel das Spiel beendet, zappelte der Ball im Netz der Arminen. Die Berliner bejubelten den vermeintlichen Siegtreffer zum 2:1, doch das Tor zählte nicht, so sehr die Gästespieler den Unparteiischen auch beknieten und attackierten. Noch auf dem Platz diskutierten die beiden Trainer erfreulich unaufgeregt die kritische Szene. Andre Hofschneider und Jeff Saibene waren sich einig, dass Reichel sich die Aufregung hätte sparen können, wenn er pünktlich abgepfiffen hätte. „Ortega hat mir gesagt, wenn er nicht abgepfiffen hätte, hätte er den Ball gehalten", sagte Saibene später augenzwinkernd. Mit dem Gang in die Kabine hatten sich dann fast alle Berliner Gemüter beruhigt. "Ein gutes Zweitligaspiel" „Es ist seltsam und bitter, aber solche Sachen passieren", sagte Unions Verteidiger Michael Parensen und ergänzte: „Auf der anderen Seite kann man vielleicht Elfmeter geben, wo mir der Ball an die Hand geht. Insofern sind wir nicht betrogen worden." Die Aufregung hielt sich wohl vor allem in Grenzen, weil beide Klubs mit dem 1:1-Unentschieden nach knapp 94 Minuten attraktiven und spannenden Sports leben konnten. Darüber herrschte weitgehend Einigkeit unter den Protagonisten. Arminias Chancenauswertung bleibt Sorgenkind „Es war ein gutes Zweitligaspiel, in dem beide Mannschaften mit offenem Visier agierten", analysierte Andre Hofschneider treffend. Sowohl die Arminen, als auch die Berliner leisteten sich Ballverluste, die zu gefährlichen Situationen führten. „Bielefeld war sehr stark im Umschaltspiel", musste der Ex-Armine Hofschneider anerkennen. Den Berlinern gehörten dagegen die letzten 20 Spielminuten. „Bis dahin haben wir ein richtig gutes Spiel abgeliefert", meinte Brian Behrendt. Jeff Saibene war angesichts der Vorstellung seiner Elf auch eher positiv gestimmt. „Wir haben großen, großen Aufwand betrieben. Mut, Leidenschaft und Einsatz sind mit dem Ausgleich belohnt worden", resümierte der Luxemburger und sprach von einem „leistungsgerechten 1:1". Wie auch schon im Heimspiel gegen Fürth (0:0) kritisierte der DSC-Trainer die Chancenauswertung seiner Schützlinge. „Wir müssen ein bisschen mehr an unserer Effizienz arbeiten." Dabei wird Saibene auch an die Szene in der 42. Spielminute gedacht haben, als Leandro Putaro den Ball aus kürzester Distanz über das Tor beförderte, anstatt den Ausgleich zu markieren. „Mit den Toren, die wir in den vergangenen Heimspielen hätten schießen können, hätten wir zwei, drei Punkte mehr auf dem Konto", sagte Saibene. Nun sind es nach 21 Zweitligaspielen 30 Zähler. Dreiviertel der ominösen 40 Punkte, die in der Regel zum Klassenerhalt reichen, sind eingefahren. Eine Bilanz, die Jeff Saibene insgesamt zufrieden stellt. „Mir macht Spaß, dass die Mannschaft mit großer Begeisterung und Leidenschaft auftritt." Diese Haltung, gepaart mit einer verbesserten Abschlussquote, sollte den DSC ins Ziel bringen. „Wir wollen die 40 Punkte so schnell wie möglich erreichen", unterstreicht Brian Behrendt den gemeinsamen Plan. Und je nachdem, wie schnell das gelingt, „können wir schauen, was wir noch erreichen können".

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