Arminia Bielefeld beim Spiel gegen Hannover 96. - © Christian Weische
Arminia Bielefeld beim Spiel gegen Hannover 96. | © Christian Weische

Bielefeld Kommentar zu städtischer Unterstützung für DSC: „Arminia gehört zu Bielefeld"

Die Stadt will Arminia mit 360.000 Euro unterstützen

Carsten Heil

Bielefeld. Ja, die Kunsthalle ist marode und muss für Millionen saniert werden. Ja, viele Straßen – insbesondere die Nebenstraßen – gleichen Löcherpisten. Ja, die Stadt muss viel Geld in die Renovierung von Schulen stecken und diese digital ertüchtigen. Die Liste der kostspieligen Aufgaben und Erwartungen ließe sich fortsetzen. Und ja, es ist intensiv zu fragen und zu beantworten, warum Arminia Bielefeld immer wieder in Finanznot gerät. Ist es Unvermögen der Verantwortlichen oder Pech wegen ungünstiger Rahmenbedingungen? Immerhin läuft es sportlich bei der Bundesligamannschaft derzeit zumindest zufriedenstellend. Trotz all dieser Fragen und Bedenken und trotz des Wissens, dass vermutlich nicht die absolute Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger hinter dem Club der Ostwestfalen steht, wäre es richtig, wenn die Stadt sich weiter engagiert. Und sei es nur aus Eigeninteresse. Sonst wären die bereits verbürgten und gestundeten Millionen endgültig futsch. Statt dessen hätte die Stadt ein nicht zu bewirtschaftendes Stadion am Bein. "Arminia gehört zu Bielefeld" Abriss und vermarkten des Geländes an Immobilien-Entwickler wäre die Perspektive. Das Ende einer jahrzehntelangen Sport-Geschichte. Gut, dann hätte die Stadt wenigstens die so dringend vermissten Baugebiete sehr zentrumsnah. Aber die Arminia gehört zu Bielefeld wie Dr. Oetker und die Sparrenburg, ist wichtiger Werbeträger mit durchaus Strahlkraft. Bundesliga-Fußball gehört nach Bielefeld. Unbedingt. Der Klub ist auch Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor. Er unterhält nicht nur die Profi-Mannschaft und ein erfolgreiches Frauenteam, sondern bietet Amateur- und Breitensport. Es lohnt sich für die Menschen unserer Stadt, den Verein zu retten. Der Chefetage des DSC muss allerdings genau auf die Finger geschaut werden, damit sich die Finanzlöcher nicht wieder auftun. Wenn das nicht schon zu oft angekündigt worden wäre, fiele es leichter der neuerlichen Rettung zuzustimmen.

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