Stadion: Wenn die Entschuldung gelingt, würde auch die Schüco-Arena für Investoren interessant. - © Wolfgang Rudolf
Stadion: Wenn die Entschuldung gelingt, würde auch die Schüco-Arena für Investoren interessant. | © Wolfgang Rudolf

Arminia OWL-Unternehmer schnüren Rettungspaket für Arminia Bielefeld

Ein Konsortium zumeist heimischer Firmen führt nach Informationen der Neuen Westfälischen seit einigen Wochen Gespräche zur Komplett-Sanierung des finanziell schwer angeschlagenen Vereins Arminia Bielefeld.

Carsten Heil
Jörg Fritz

Jörg Rinne

Bielefeld. Paukenschlag in OWL: Ein Konsortium zumeist heimischer Firmen führt nach Informationen der Neuen Westfälischen seit einigen Wochen Gespräche zur Komplett-Sanierung des finanziell schwer angeschlagenen Vereins Arminia Bielefeld. Die Gruppe, die sich den Arbeitstitel „Bündnis Ostwestfalen" gegeben hat, will das Land NRW, die Stadt Bielefeld und private Sponsoren dazu bewegen, auf einen Großteil ihrer Forderungen an den Verein zu verzichten. Der Fußball-Zweitligist, seit Jahren ein Dauerpatient in Sachen Liquidität und mit rund 22,4 Millionen Euro verschuldet, stünde damit vor finanziell besseren Zeiten. Voraussetzung für diesen spektakulären Deal dürfte allerdings die Auflösung einer millionenschweren Landesbürgschaft sein. Sowohl die politischen Parteien im Stadtrat als auch Volksbanken und Sparkassen verhandeln hinter den Kulissen. Sponsoren signalisieren Hilfsbereitschaft Positive Signale gibt es aus Düsseldorf: Das Land wolle die Entschuldung des Klubs regeln, heißt es im Umfeld des Finanzministeriums. Auch die Stadt Bielefeld ist gefragt. Sie soll auf Forderungen von rund 400.000 Euro verzichten. Ein entsprechender Beschluss könnte auf der nächsten Ratssitzung Anfang Februar fallen. Auch private Sponsoren signalisieren Hilfsbereitschaft. Die Geheimhaltungsstufe des Projektes ist hoch, da vor allem die Arminen-Seite fürchtet, dass das Vorhaben noch kurz vor Abschluss einer angestrebten Vereinbarung scheitert. Denn die gemeinsame Zustimmung aller Geldgeber ist unabdingbar. Insgesamt hofft der Klub, rund 75 bis 80 Prozent seiner Verbindlichkeiten, die auf dem Stadionbetreiber ALM KG lasten, durch den Schuldenverzicht ablösen zu können. Ein Aufstieg würde helfen Damit würde auch die Schüco-Arena für Investoren oder gar Käufer interessant. Eine verbesserte finanzielle Ausgangslage böte die Möglichkeit, zeitnah wieder um den Aufstieg in die Bundesliga mitspielen zu können. Dort ergeben sich durch höhere TV-Gelder völlig andere Möglichkeiten. Auch aktuell drückt der Finanzschuh gewaltig. Am Montag, 15. Januar, müssen die Unterlagen zur Erfüllung der Auflagen für das Lizenzierungsverfahren bei der Deutschen Fußballliga abgegeben werden. Es handelt sich um Liquiditätsnachweise, dass der Ablauf der weiteren Saison nicht gefährdet ist. Über die Höhe der Unterdeckung schweigen sich die Verantwortlichen aus. Insider sprechen von zwei bis vier Millionen Euro, die fehlen könnten. Der neue Finanz-Geschäftsführer Markus Rejek ist auf Seiten der Arminen die treibende Kraft für die finanzielle Gesundung.

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