Stehen Rede und Antwort: Hans Jürgen Laufer (Mitte), Markus Rejek (l.) und Samir Arabi. - © Wolfgang Rudolf
Stehen Rede und Antwort: Hans Jürgen Laufer (Mitte), Markus Rejek (l.) und Samir Arabi. | © Wolfgang Rudolf

Arminia Bielefeld Finanz-Geschäftsführer Rejek: Überzeugt, dass Arminia Lizenz bekommt

Die Verantwortlichen äußern sich über Lizenzfragen, finanzielle Löcher sowie Meinkes Amtsenthebung und werben um Verständnis für vertrauensvolle Gespräche mit ihren Partnern

Jörg Fritz

Bielefeld. Es ist sicherlich ein schmaler Grat, auf dem sich die Mitglieder der Geschäftsführung, des Vorstandes und des Aufsichtsrates des Fußball-Zweitligisten Arminia Bielefeld bewegen, um die aktuellen Finanzschwierigkeiten in den Griff zu bekommen. Sanktionen der DFL drohen Fakt ist momentan, dass der ostwestfälische Klub klamm ist. Es fehlt frisches Geld. Eine Liquiditätslücke muss geschlossen werden. Geschieht dies nicht bis zum 15. Januar 2018, könnte die Deutsche Fußballliga (DFL) Sanktionen in Form eines Abzuges von zwei Punkten und/oder einer Geldstrafe verhängen. Seit dem Bekanntwerden der Finanzprobleme zwischen den Feiertagen blieben eindeutige Stellungnahmen der Entscheidungsträger aus. „Die Ruhe ist ein großes Plus bisher für uns. So soll es bleiben", begründet Finanz-Geschäftsführer Markus Rejek die defensive Informationspolitik. In diesen Rahmen passt auch seine Äußerung zum Nachlizenzierungsverfahren: „Wir stehen in dauerhaftem Kontakt mit Vertretern der DFL und sind davon überzeugt, dass wir das Nachlizenzierungsverfahren erfolgreich abschließen werden." Präsident Laufer über die Amtsenthebung Meinkes Ähnlich fällt die Aussage von Präsident Hans-Jürgen Laufer zur Begründung der Amtsenthebung von Gerrit Meinke, dem ehemaligen Geschäftsführer der Stadiongesellschaft, aus. „Der Beschluss des Beirates, Gerrit Meinke abzuberufen, ist Bestandteil einer Neustrukturierung der Stadiongesellschaft, die nicht die erhofften Ergebnisse erzielen konnte. Wir sahen uns gezwungen, die Kostenstruktur zu verändern und die Alm KG effizienter aufzustellen. Dies hatte auch zur Folge, dass sie keinen zusätzlichen Geschäftsführer mehr benötigt." Für ein wenig mehr Licht sorgt der Finanz-Geschäftsführer Markus Rejek indes im undurchsichtigen Finanzdickicht des Zweitligisten. „Stets bedurfte es enormer Energie, die Lizenzierungsverfahren der DFL positiv abzuschließen. Dabei lief Arminia Gefahr, seine Zukunft zu verkaufen. Wir wollen aber erreichen, dass uns die Zukunft auch Gewinne bringt. Deshalb waren sich Geschäftsführung und Gremien des DSC im vergangenen Herbst einig, dass diese Konstruktion kein tragfähiges Zukunftsmodell sein kann. Es wurde ein Prozess eingeleitet, um gemeinsam mit unseren Partnern ein Modell zu entwickeln, dass Arminia nachhaltig und zukunftsfähig aufstellen soll. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Wir befinden uns weiterhin in Gesprächen und Verhandlungen, die wir öffentlich nicht kommentieren möchten." Übersetzt beinhalten Rejeks Umschreibungen folgende Wahrheiten: Der Verein befindet sich seit Jahren wegen der Altlasten stets in einer finanziellen Schieflage. Gelder der aktuellen Saison sind schon in der Spielzeit zuvor verbraucht worden, um die größten Löcher zu stopfen. Dieses Abgreifen zukünftiger barer Mittel kann zwangsläufig nur zu einem Kollaps führen. Im Herbst wurde ein Sanierungskonzept erarbeitet Um diesen Worst Case zu verhindern, wurde im Herbst 2017 ein Sanierungskonzept unter seiner Führung erarbeitet. Dass Rejek und Laufer die Höhe der aktuellen Unterdeckung nicht kommunizieren, erscheint aus Vereinssicht logisch. „Wir lösen die Aufgaben im Hintergrund", sagt Rejek, der seit dem 1. Oktober 2017 die Finanzgeschäfte bei den Arminen führt und sich als starker Mann und Krisenmanager zu erkennen gibt. Zu den Unterstützern aus der Wirtschaft und über Inhalte eines möglichen Hilfspaketes wollten sich weder Laufer noch Rejek äußern. Das zarte Pflänzchen der Hoffnung bedarf wohl noch einer fürsorglichen Pflege. Letztlich sind Arminias Krisenmanager auf das Vertrauen angewiesen, dass sie einen zukunftsträchtigen Weg aus dem Schlamassel finden. Spätestens zur Jahreshauptversammlung am 28. Januar müssen sie aber Rede und Antwort stehen und Zahlen zur Situation des Klubs präsentieren. Diesen Aufschub erbitten sie derzeit.

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