Gewohnte Situation: Sport-Geschäftsführer Samir Arabi muss den Cent drei Mal umdrehen, bevor er ihn ausgibt. Er hat bei Arminia allerdings kaum andere Situationen erlebt. - © Foto: Christian Weische
Gewohnte Situation: Sport-Geschäftsführer Samir Arabi muss den Cent drei Mal umdrehen, bevor er ihn ausgibt. Er hat bei Arminia allerdings kaum andere Situationen erlebt. | © Foto: Christian Weische

Arminia Bielefeld Arminia Sport-Geschäftsführer Arabi trotzt dem Finanzchaos

Während die Klubführung nach Wegen aus der Misere sucht, baut der Sportchef den Kader für 2018/19. Nach der Vertragsverlängerung mit Prietl stünden "weitere Zusagen unmittelbar bevor"

Jörg Fritz

Bielefeld. Auch wenn die Finanzprobleme beim Fußball-Zweitligisten Arminia Bielefeld weiterhin hohe Wellen schlagen, geht die tägliche Arbeit auf der Geschäftsstelle weiter. Zwischenzeitlich gab es Besuch von der Deutschen Fußballliga. Ein DFL-Vertreter informierte sich persönlich vor Ort über die finanzielle Schieflage. Die Finanzexperten arbeiten derweil fieberhaft an Lösungsmöglichkeiten. Ob eine ins Spiel gebrachte Variante greift, per Genussscheinen die Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen, erscheint fraglich. Darlehensgeber sollen demnach ihre Forderungen in Genussscheine wandeln. Verbrieft wird die Rückzahlung des Kredites. Darlehen werden durch diesen Umbuchungskniff zu Kapital, was lediglich einem kosmetischen Finanzeingriff entspricht. Frisches Geld fließt nicht. Die bisher nur von zwei Gönnern gewandelten Darlehen in Anteile an der Stadiongesellschaft ALM KG in Höhe von 5,3 Millionen Euro (Stillstand seit 2014) dürften für reichlich Gesprächsstoff sorgen, wenn die ALM KG nach den Vorstellungen der Geschäftsführung möglicherweise aufgelöst werden sollte. Was passiert mit diesen beiden Einlagen? Ist das Geld verbrannt oder kann es umgebucht werden? »Genaue Transfereinnahmen sind in einem Jahr nicht planbar« Auch für Sport-Geschäftsführer Samir Arabi geht die Arbeit trotz des finanziellen Donnerhalls wie gewohnt weiter. "Ich arbeite seit sechseinhalb Jahren für Arminia. In diesem langen Zeitraum habe ich immer mit finanziellen Schwierigkeiten zu tun gehabt", sagt der 38-Jährige. Deshalb habe sich für ihn auch in den letzten Tagen nichts verändert, sagt Arabi. "Ich habe meinen festen finanziellen Rahmen, der vor Saisonbeginn gekürzt wurde. Mit dem muss ich leben." In Zeiten von gestreuten Falschmeldungen im Internet sorgt der Sport-Geschäftsführer bezüglich des Trainingslagers vom 8. bis 16. Januar in Benidorm für Klarheit. "Natürlich reisen wir nach Spanien. Alles andere ist blanker Unsinn." Trainingsauftakt "für eine gute Vorbereitung, um eine stabile Saison zu spielen", so Arabi, ist Dienstag, 2. Januar 2018, um 15 Uhr. Weigelt bleibt bei Arminia Ob Andraz Sporar dann dabei sein wird, konnte Arabi gestern nicht bestätigen. "Es gibt mehrere Optionen. Wir sind im Austausch." Fakt hingegen ist, dass der talentierte Innenverteidiger Henri Weigelt nicht ausgeliehen wird, um bei einem anderen Klub einen größeren Anteil an Spielpraxis zu bekommen. "Darauf haben wir uns mit ihm und seinem Berater geeinigt", so Arabi. Außenbahnspieler Christoph Hemlein, dessen Vertrag am 30. Juni 2018 ausläuft, soll mit seiner sportlichen Situation bei Arminia unzufrieden sein. Der Außenbahnspieler beklagt sich über zu geringe Einsatzzeiten. Anfragen interessierter Klubs liegen Arabi aber nicht vor. Gerechnet wird nur mit echten Transfererlösen Dass geplante Transfereinnahmen für letztlich nicht zustande gekommene Wechsel von Julian Börner und Fabian Klos nach England für einen großen Teil der Unterdeckung in Höhe von rund 5,8 Millionen Euro verantwortlich sein könnten, schließt DSC-Sportchef Samir Arabi aus. "Das wäre unseriös und fahrlässig. Genaue Transfereinnahmen sind in einem Geschäftsjahr nämlich nicht planbar." Arabi bastelt bereits an der Arminia der Saison 2018/19. Mittelfeldspieler Manuel Prietl unterschrieb vor Weihnachten bis 2021. Beim ostwestfälischen Zweitligisten laufen im Sommer jetzt noch zehn Spielerverträge aus. "Weitere Zusagen stehen unmittelbar bevor", verrät Arabi. Es scheint, dass zumindest im sportlichen Bereich die guten Nachrichten nicht abreißen.

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