Beweist Übersicht: Konstantin Kerschbaumer (l.) setzt sich gegen den Ingolstädter Thomas Pledl durch. - © Christian Weische
Beweist Übersicht: Konstantin Kerschbaumer (l.) setzt sich gegen den Ingolstädter Thomas Pledl durch. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Arminia ist bereit für den kriselnden FC St. Pauli

Arminia: Kerschbaumer wird auch heute gegen den FC St. Pauli auf der linken Außenbahn spielen. Erstmals in dieser Saison dürfte Trainer Saibene der Startelf der Vorwoche das Vertrauen schenken

Jörg Fritz

Bielefeld. Für Arminia Bielefelds Trainer Jeff Saibene war der 2:0-Auswärtssieg am vergangenen Sonntag in Kaiserslautern von besonderer Bedeutung. "Er war eine Erlösung. Im Fritz-Walter-Stadion haben wir als Mannschaft richtig gut verteidigt", sagte der Fußballlehrer aus Luxemburg. Der Lohn waren drei immens wichtige Punkte. Das Thema Minikrise nach zuvor fünf Spielen ohne Sieg war endgültig vom Tisch. Während der letzten Trainingstage machte Saibene als Folge des Lauterer Erfolgserlebnisses eine gewisse Zufriedenheit und eine große Motivation bei seinen Spielern aus. Sie haben mehr vor. Weitere positive Erlebnisse stehen auf der Agenda ganz oben an. Gegen den Heimkomplex Saibene formuliert das nächste bedeutende Ziel, das der Tabellensechste heute Abend um 18.30 Uhr in der Schüco-Arena in Angriff nehmen will (im Liveticker auf nw.de). Nach fünf sieglosen Heimauftritten soll gegen den FC St. Pauli der Bann endlich gebrochen werden. Der Heimkomplex, so die Rechnung des Trainers, muss verjagt werden. Die Gäste aus Hamburg haben derzeit einen schweren Stand. Nach sechs sieglosen Spielen herrscht Unruhe im Verein. "Sie stehen unter Druck. Sie haben das Messer am Hals", meint Saibene, der St. Pauli beim 2:2 in Hamburg gegen Jahn Regensburg live verfolgte. "Die ersten 20 Minuten haben sie katastrophal gespielt und lagen schnell 0:2 zurück. Erst dann spielten sie ihre Stärken aus." Der Bielefelder Trainer, der die Punktausbeute bei Heimspielen als "ungenügend" bezeichnet, wird mit hoher Wahrscheinlich am 16. Spieltag erstmals in dieser Saison die Startelf der Vorwoche aufbieten. Mit Andraz Sporar, Nils Quaschner und Keanu Staude fallen weiterhin die drei Spieler aus, die bereits in Kaiserslautern gefehlt hatten. Da auf dem Betzenberg nicht ein einziger Bielefelder leistungsmäßig abfiel, "könnten Veränderungen ausbleiben", verriet der Trainer. Kerschbaumer wieder auf der linken Außenbahn Das heißt, dass auf der linken Außenbahn eine Fortsetzung des Experiments mit Konstantin Kerschbaumer folgen wird. Der Österreicher, der normalerweise auf der Sechserposition zu Hause ist, machte nach Aussage Saibenes in Kaiserslautern einen guten Job und erzielte sogar den Treffer zum 2:0-Endstand. "Konstantin ist ein Typ wie der Leipziger Emil Forsberg. Er ist ein Spielmacher, der von der Seite gute Bälle in die Spitze schlagen kann." Der 25 Jahre alte Österreicher, der mit drei Treffern Arminias zweitbester Torschütze ist, fühlt sich in seinem neuen Revier "ziemlich wohl. Es hat gut funktioniert", meint Kerschbaumer. Die Umstellung vom zentralen Mittelfeld auf die Außenposition erfordert für seine Person veränderte Laufwege. "Auf der Außenposition laufe ich länger und intensiver", erläutert Kerschbaumer, der am 15. Spieltag den zweitbesten Laufwert (12.68 Kilometer) aller eingesetzten Zweitligaprofis erzielte. Jeff Saibene formuliert das Motto für den heutigen Abend: "Im letzten Heimspiel des Jahres wollen wir den Fans einen Sieg präsentieren."

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