Der ehemalige Fußballprofi und Torwart von Arminia Bielefeld, Dennis Eilhoff, vor der Polizeiwache in Rheda-Wiedenbrück. - © dpa
Der ehemalige Fußballprofi und Torwart von Arminia Bielefeld, Dennis Eilhoff, vor der Polizeiwache in Rheda-Wiedenbrück. | © dpa

Bielefeld Ex-Armine Dennis Eilhoff ist jetzt Polizist

Rheda-Wiedenbrück (dpa). Als kleiner Junge hatte Dennis Eilhoff zwei Traumberufe. „Ich wollte Fußball-Profi werden oder Polizist." Wie viele andere Jungs auch. Doch während sich für die meisten keiner dieser Wünsche erfüllt, wurde Eilhoff zunächst das eine – und nun das andere. „Ich lebe gerade zum zweiten Mal in meinem Leben meinen Traum", sagt der Kommissar auf der Dienststelle Rheda-Wiedenbrück. Als Torhüter machte Eilhoff eine durchaus beachtliche Karriere. Er war Junioren-Nationalspieler, Bundesliga-Profi bei seinem Lieblingsverein Arminia Bielefeld – und wäre um ein Haar sogar zur A-Nationalmannschaft eingeladen worden. Im Frühjahr 2009 war das, Eilhoff war die Nummer eins der kicker-Rangliste und Bundestrainer Joachim Löw suchte einen zweiten Torhüter neben Robert Enke für die Asien-Reise. „Am Ende hat er sich erstmals für Manuel Neuer entschieden", sagt Eilhoff. Und ergänzt lachend: „Es scheint, als wäre das die richtige Entscheidung gewesen. Ich war damals realistisch betrachtet doch an meinem Leistungs-Limit angekommen. Im Endeffekt war das auch meine erste und einzige gute Bundesliga-Saison." Onkel weckt die Leidenschaft für den Polizeidienst Obwohl er einst sogar Ultra der Arminia war, hat der gebürtige Ostwestfale eine gesunde Distanz zum Fußball-Geschäft. Und entschied sich nach dem Ende der Karriere, die ihn auch zur TuS Koblenz und Dynamo Dresden geführt hatte, bewusst gegen einen Verbleib. Bekannter weckte Leidenschaft für die Polizei „Ich hätte Torwart-Trainer werden oder ins Management gehen können", erzählt er: „Aber dann wäre ich vielleicht heute in Rostock gelandet und morgen in Freiburg. Kreuz und quer durch die Republik." Für den Vater zweier Kinder (7 und 9) war das „keine Option". Und er hatte ja einen Alternativ-Plan. Sein Onkel, der Beamter in Dortmund ist, weckte einst seine Leidenschaft für die Polizei. „Das fand ich immer schon super", sagt der 35-Jährige: „Und jetzt fahre ich selbst im Streifenwagen mit Blaulicht durch die Gegend und sorge für Recht und Ordnung." Das sei im Endeffekt „sogar noch spannender als gedacht." Froh ist Eilhoff darüber, „dass ich damals die Schule nicht vernachlässigt und Abi gemacht habe". 2014 nahm er ein Studium auf und machte seinen Bachelor mit der Note 1,0. Die Abschluss-Arbeit hatte das Thema: „Gefühlte Unsicherheit – das subjektive Sicherheitsempfinden von Fußballfans." Enorme Unterschiede zum früheren Beruf Die Subluxation des linken Mittelfingers, die nach vier Operationen das Karriere-Ende erzwang, war kein Hindernis. „Es war die linke Hand, ich bin Rechtshänder", sagt er: „Ich kann die Dienstwaffe halten und auch sonst richtig zupacken, wenn es sein muss." Seine Hauptaufgaben im Wach- und Wechseldienst: „Alles, was man als Polizist so macht: Einbruch-Diebstähle, Verkehrsunfälle, Körperverletzungen, Ordnung bei Großveranstaltungen und vieles mehr." Die Unterschiede zu seinem früheren Beruf sind natürlich signifikant. „Als Fußball-Profi hat man ein sehr komfortables Leben", sagt Eilhoff: „Der ein oder andere würde sich schon umsehen, wenn er Nachtschicht hätte. Manche Situationen sind natürlich nicht so schön, wenn man in Wohnungen rein muss oder zu Unfällen. Aber der Beruf macht mir mega Spaß, ich bereue es kein bisschen." Auch wenn er bisher noch nicht bei Fußball-Spielen im Einsatz war, wurde Eilhoff schon des Öfteren erkannt und um Selfies gebeten. „Wenn es die Situation hergibt, mache ich das gerne", sagt er: „Das zeigt Bürgernähe." Außerdem übt er den Beruf ja von ganzem Herzen aus. Schließlich lebt er zum zweiten Mal im Leben seinen Traum.

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