Zufrieden sieht anders aus: Arminia-Trainer Saibene nach dem 1:1 gegen Aue. - © Christian Weische
Zufrieden sieht anders aus: Arminia-Trainer Saibene nach dem 1:1 gegen Aue. | © Christian Weische

Arminia kämpft mit bedrohlicher Heimschwäche

Jörg Fritz

Bielefeld. Zufriedene Fußballer sehen anders aus. Als Arminia Bielefelds Spieler nach dem 1:1 in Aue mit dem späten Ausgleichstreffer von Andreas Voglsammer in die Kabine gingen, waren fast alle Profis mit sich selbst beschäftigt. In sich gekehrt und mit mürrischem Blick ging’s ab unter die Dusche. Jedem einzelnen DSC-Akteur war klar, mindestens 45 Minuten lang einen katastrophalen Auftritt gezeigt zu haben, den Trainer Jeff Saibene als „pomadig und zu passiv" bewertete. Aktuell tun sich die Verantwortlichen des ostwestfälischen Zweitligisten schwer, eine exakte Einordnung der Leistungsfähigkeit vorzunehmen. Mit 18 Punkten und einem einstelligen Tabellenplatz liegt Arminia voll im grünen Bereich. Die Chance, in den verbleibenden fünf Meisterschaftsspielen dieses Jahres gegen Eintracht Braunschweig, 1. FC Kaiserslautern, FC St. Pauli, SV Sandhausen und Jahn Regensburg die magische Grenze von 20 Punkten und mehr zu erreichen, ist mehr als realistisch. Andererseits bereitet der aktuelle Trend von nur einem Remis und drei Niederlagen aus den letzten vier Spielen Sorgen. Bedrohlicher erscheint die Heimschwäche. Aus den letzten vier Partien in der Schüco-Arena erkämpfte Arminia nur einen Punkt und erzielte zwei Tore. Viele weitere Baustellen Während der Länderspielpause werden sich Saibene und die Mitglieder seines Trainerteams sicherlich Gedanken machen, um auch vor heimischem Publikum die Grundlagen für einen frühzeitigen Klassenerhalt zu legen. Es gibt weitere Baustellen, die Nachbesserungen erfordern. Die Sensibilisierung der Spieler, die hohe Anzahl an individuellen Fehlern zu verhindern, ist in Aue nicht umgesetzt worden. Der Führung der Gastgeber ging ein vermeidbares Handspiel von Julian Börner voraus. Saibene hat für diesen Fauxpas und die spielerischen Defizite im ersten Abschnitt eine einfache Erklärung: „Nach drei Niederlagen hintereinander hatten die Spieler die Angst im Nacken und fürchteten sich vor fehlerhaften Aktionen." Bis zum nächsten Meisterschaftsspiel am 17. November gegen Braunschweig muss Saibene ein weiteres Problem lösen. Mit Julian Börner und Brian Behrendt fallen zwei Innenverteidiger wegen Sperren aus. Kandidaten, neben Stephan Salger im Abwehrzentrum zu spielen, sind Tom Schütz (29) und der junge Henri Weigelt (19). Routinier Schütz spielte zuletzt am 7. Spieltag der Saison 2016/17 unter Trainer Rüdiger Rehm beim 1:3 gegen den 1. FC Nürnberg in der Innenverteidigung, da im vergangenen September Börner und Behrendt ebenfalls nicht einsatzbereit waren. Schütz wird am Mittwoch in einem Testspiel beim Bundesligisten Borussia Mönchengladbach (16 Uhr) ebenso getestet wie Henri Weigelt, der Stammspieler in der U 23 ist.

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