Andreas Voglsammer jubelt nach seinem Ausgleichstreffer. Das Tattoo zeigt seinen früh verstorbenen Vater. - © Christian Weische
Andreas Voglsammer jubelt nach seinem Ausgleichstreffer. Das Tattoo zeigt seinen früh verstorbenen Vater. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Arminia Bielefeld zeigt gegen Erzgebirge Aue zwei Gesichter

Nach einer desaströsen ersten Halbzeit schaffen die Ostwestfalen noch ein 1:1 im Erzgebirge. Aues Torhüter Männel verhindert mit Glanzparaden einen Sieg der Gäste. Voglsammer trifft in der Nachspielzeit

Jörg Fritz

Aue. Arminia Bielefelds Misserfolgsserie ist gestoppt. Nach drei Niederlagen in Serie gelang den Ostwestfalen ein hochverdientes 1:1 (1:0)-Unentschieden beim FC Erzgebirge Aue. Die Mannschaft von Trainer Jeff Saibene muss sich den Vorwurf gefallen lassen, 60 Minuten lang eine extrem schwache Leistung gezeigt zu haben. „Die erste Halbzeit war für uns nicht existent", sagte Arminias Torschütze zum 1:1-Ausgleich, Andreas Voglsammer (90 +1). „Uns fehlte der Mut", kritisierte Voglsammer nach seinem fünften Saisontreffer. Aues Führung erzielte Mario Kvesic per Handelfmeter (45 + 1). Mahnende Worte sprach Saibene zur Pause. „Wir waren zu pomadig und agierten zu passiv", erklärte der Trainer, der letztlich froh darüber war, dass seine Mannschaft eine Reaktion zeigte und „wir froh über einen Punktgewinn sein durften. Er gibt uns Selbstbewusstsein für die Länderspielpause." Nach den letzten Misserfolgserlebnissen reagierte Jeff Saibene und nahm Änderungen in jedem Mannschaftsteil vor. Stürmer Fabian Klos musste zunächst auf der Bank Platz nehmen. Für ihn stand Andraz Sporar in der Startelf. Mit Tom Schütz und Keanu Staude sollte das Mittelfeldspiel mit frischen Impulsen belebt werden, während Patrick Weihrauch statt Nils Teixeira auf der rechten Abwehrseite für Sicherheit sorgen sollte. Für den gesperrten Brian Behrendt rückte Stephan Salger in die Innenverteidigung. Wie sich im Spielverlauf herausstellen sollte, gingen diese Maßnahmen des Trainers vom Anpfiff an nicht wie erhofft auf. Harmlose Arminen Wo sind Leidenschaft und Spielwitz geblieben? Die 7.500 Zuschauer im Stadion staunten ungläubig, was die 22 Fußballprofis in den ersten 45 Minuten zu bieten hatten. Es war minimale Fußballkost, die phasenweise einem Fehlpassfestival glich. Arminias Offensivbemühungen hielten sich in Grenzen und zeichneten sich durch Harmlosigkeit aus. Andraz Sporar und Andreas Voglsammer erhielten kaum brauchbare Zuspiele ihrer Außenbahnspieler. Die Gastgeber passten sich diesem Niveau nahtlos an. Die einzige aufregende Szene in den ersten 45 Minuten ging auf das Konto des Unparteiischen. Christof Günsch entschied in der 45. Minute auf Elfmeter, nachdem der Ball Julian Börner an die Hand gesprungen war. In dieser Szene war Arminias Kapitän jedoch von Fabian Kalig geschubst worden, ehe seine Hand zum Spielgerät ging. Da war er also, der individuelle Fehler, den Saibene unbedingt vermeiden wollte. Mario Kvesic (45+1) ließ sich diese Chance nicht entgehen und erzielte die 1:0-Führung für Aue. Torchancen in der 2. Halbzeit Unglaubliche Torchancen bekamen die bis dahin frustrierten Zuschauer nach dem Wiederanpfiff zu sehen. „Wir haben uns fünf erstklassige Möglichkeiten erarbeitet ", resümierte Saibene und verwies hierbei auf Superreflexe von Aues Keeper Martin Männel. Die Auer, die mit zunehmender Spieldauer noch schwächer wurden, erspielten sich hingegen nur noch einen einzigen Konter. „In dieser Situation hatten wir großes Glück, dass Sören Bertram in der 83. Minute nur den Pfosten traf", meinte Saibene. Für das Bielefelder Happyend sorgte in der Nachspielzeit Andreas Voglsammer mit dem hochverdienten 1:1. „Wir haben uns belohnt", sagte der Torschütze.

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