Der Bielefelder Keanu Staude gegen die Ingolstädter Alfredo Morales und Stefan Kutschke (rechts) im Spiel gegen Ingolstadt. - © Christian Weische
Der Bielefelder Keanu Staude gegen die Ingolstädter Alfredo Morales und Stefan Kutschke (rechts) im Spiel gegen Ingolstadt. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Arminias Trainer Jeff Saibene zieht im Training die Zügel an

Der Trainer fordert kompromissloseres Spiel. "Lieber den Ball auf die Tribüne ballern"

Jörg Fritz

Bielefeld. Einige altgediente Profis von Arminia Bielefeld, wie Wolfgang Kneib, Wolfgang Pohl oder Andreas Ellguth, um nur einige zu nennen, waren Ehrengäste des Meisterschaftsspiels am Freitagabend in der Schüco-Arena gegen den FC Ingolstadt. Die Idole der Vergangenheit bekamen phasenweise einen Schrecken, was sich auf dem Rasen bei der 1:3-Niederlage gegen den Bundesligaabsteiger an individuellen Fehlern abspielte. Arminias heile Welt ist in Unordnung geraten. Das gute Gefühl, nach neun Spieltagen schon 17 Punkte eingesammelt zu haben, ist drei Spiele später nach drei Niederlagen in Serie gewichen der Sorge, dass es beim Kampf um den Klassenerhalt wie fast immer bei den Arminen erneut eng werden könnte. Die Alarmglocken schrillen beim Herbst-Blues, der den schwarzen Oktober geprägt hat. Es ehrt Kapitän Julian Börner und seine Kollegen, dass sie nicht um den heißen Brei herumreden. Sie benennen die Defizite ungeschminkt. "Einige von uns hatten nicht den besten Tag", sagte Kapitän Börner, der noch nachlegte: "Wir hatten große spielerische Probleme und sind die Mannschaft mit den meisten individuellen Fehlern." Klos übt Selbstkritik Fabian Klos gab sich ebenfalls sehr selbstkritisch: "Ich leiste nicht das, was ich zu leisten imstande bin. In entscheidenden Situationen fehlt uns die Durchschlagskraft. Wir schaffen es nicht, das Spiel auf unsere Seite zu ziehen." Klos bezog sich mit seinen Äußerungen auch auf seine sehr gute Chance in der 45. Minute. Sein Flugkopfball verfehlte das Ingolstädter Tor weit. Fast im Gegenzug erhöhten die Gäste auf 2:1. "Fußball ist ein Ergebnissport", resümierte Börner. Und die Resultate stimmen im Oktober und vor allem in den Heimspielen nicht mehr. Aus den letzten vier Begegnungen auf der Alm holten die Ostwestfalen lediglich einen Punkt, erzielten nur zwei Tore, kassierten aber zehn Gegentreffer. Saibene: "Müssen kompromissloser spielen" Für Saibene liegen die Ursachen ganz klar auf der Hand. "Sie sind leicht zu finden. Uns unterlaufen zu viele individuelle Fehler. Die Spieler treffen falsche Entscheidungen in falschen Momenten", moniert der Trainer. "Sie müssen kompromissloser spielen und in gefährlichen Situationen lieber den Ball auf die Tribüne ballern statt gefährliche Rückspiele auf Torhüter Stefan Ortega einzugehen", nennt er Verhaltensregeln für eine bessere Zukunft. Saibene verweist in diesem Zusammenhang auf neun Gegentore, die Arminia aufgrund individueller Patzer in dieser Saison bereits kassiert hat. Saibene: "Stellen wir diese Mängel ab, werden wir wieder Erfolg haben." Der Trainer zieht in dieser Woche die Zügel an und wird nach dem gestrigen freien Tag am Dienstag und Mittwoch jeweils zwei Einheiten ansetzen. Bis zum nächsten Spiel am Sonntag in Aue gibt es viel zu tun. Keanu Staude hat am Freitag einen Pferdekuss im Oberschenkel abbekommen, soll aber heute trainieren.

realisiert durch evolver group