Ex-Armine: Dieter Brei (r.). Neben ihm Fortuna-Coach Willibald Kremer. FOTO: IMAGO - © imago/teutopress
Ex-Armine: Dieter Brei (r.). Neben ihm Fortuna-Coach Willibald Kremer. FOTO: IMAGO | © imago/teutopress

Arminia Bielefeld Die Leidensfähigkeit ist das Bindeglied

Fortuna Düsseldorf und der DSC weisen viele Gemeinsamkeiten auf. Dieter Brei, Intimkenner beider Klubs, tippt für das Spitzenspiel am Samstag auf ein Unentschieden. Voglsammer ist ein Remis zu wenig

Jörg Fritz

Bielefeld. Die Freude der Spieler und der Fans des DSC Arminia Bielefeld auf das am Samstag stattfindende Spitzenspiel der 2. Bundesliga gegen Tabellenführer Fortuna Düsseldorf ist nach der Länderspielpause besonders groß. Allerdings ist auch ein gewisses Unbehagen spürbar. Nach der letzten Meisterschaftsunterbrechung herrschte vor dem Duell gegen den MSV Duisburg eine ähnlich positive Grundstimmung. Der Schuss ging dann allerdings nach hinten los. Völlig indisponierte Arminen kassierten eine 0:4-Niederlage. „An dem Tag waren wir durch die Bank schlecht“, sagt Andreas Voglsammer. Der Stürmer, der mit vier Toren erfolgreichster Schütze der Ostwestfalen ist, ist fest davon überzeugt, dass es in der Schüco-Arena am Samstag kein Déjà-vu-Erlebnis geben wird. „Wir wissen, was wir können, wenn wir alle unsere Leistung abrufen. Deshalb ist für mich auch ein Remis zu wenig.“ Arminia Bielefeld und Fortuna Düsseldorf haben viele Gemeinsamkeiten. Beiden Klubs haftet das Attribut einer Fahrstuhlmannschaft an. Arminia gehörte bis 2009 dem Fußball-Oberhaus an. Es folgten Aufs und Abs in der 2. und 3. Liga. Fortuna stand 1979 mit dem Ex-Arminen Dieter Brei sogar im Finale des Europapokals der Pokalsieger. Von 2002 bis 2004 mussten sie sogar in der damals viertklassigen Oberliga spielen. 2012 kehrte das Team unter Norbert Meier nach 15 Jahren wieder in die Bundesliga zurück, stieg aber umgehend wieder ab. Leidensfähigkeit ist das Bindeglied zwischen beiden Klubs. „Die Fortunen haben zu lange von ihrer Vergangenheit gelebt. Jetzt sind sie endlich wieder in der Realität angekommen“, sagt der in Schloss Holte lebende Brei, der als ehemaliger Spieler von Arminia Bielefeld (1970 bis 1972) und als Spieler (1973 bis 1981) und Trainer (1984 bis 1987) von Fortuna Düsseldorf beide Vereine sehr gut einschätzen kann. Der 67-Jährige ist heute noch dankbar, dass ihm Arminias Verantwortliche zu Beginn der 70er-Jahre großes Vertrauen ausgesprochen hatten. „Heute wäre es nicht mehr denkbar, dass ein Spieler aus der Kreisliga einen Profivertrag erhält.“ Nach 42 Bundesligaspielen wechselte er 1973 zu den Fortunen und erlebte dort seine beste Zeit als Fußballprofi. "Heute spielen sie unter Trainer Jeff Saibene wieder Fußball" Die Entwicklung bei Arminia bewertet Brei, der seit Jahren ein erfolgreicher Golfspieler (Handicap 7,5) ist, als „äußerst positiv. Die Arminen haben früher nur zerstört. Heute spielen sie unter Trainer Jeff Saibene wieder Fußball.“ Auch die Außendarstellung gefällt ihm sehr gut. „In der jetzigen Aufwärtsphase halten sie den Ball flach, was sinnvoll ist. Schließlich kennt der Klub die Niederungen des Fußballs nur zu gut.“ Noch am vergangenen Freitag nahm Dieter Brei in Düsseldorf an einem Frühstück mit ehemaligen Fortunen teil. Auch der ehemalige Vizepräsident Werner Faßbender sollte daran teilnehmen, sagte wegen Erkrankung aber ab. „Zwei Tage später erhielt ich die Todesnachricht, was mich sehr betroffen gemacht hat“, erzählt Dieter Brei, der am Sonntag nicht in der Schüco-Arena sein wird. Sein Tipp: „Mit einem Remis könnten beide Klubs gut leben.“

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