Freude in Nürnberg: Arminia siegt mit 2:1. - © Wolfgang Rudolf
Freude in Nürnberg: Arminia siegt mit 2:1. | © Wolfgang Rudolf

Arminia in Nürnberg: Erst der Sieg, dann die Wiesn

Nach dem 2:1-Erfolg gegen Nürnberg ging es für die Bielefelder aufs Oktoberfest nach München.

Peter Burkamp

Nürnberg. Man musste schon zwei Mal hinschauen, um die Gruppe junger Männer zu identifizieren. In Lederhose und Trachtenjacke standen fast ein dutzend Arminen-Profis eine Stunde nach dem Abpfiff abseits des Nürnberger Stadions. Sie warteten auf ihren Transfer zum Bahnhof. Ihr Ziel: Das Münchner Oktoberfest. Dort wollten sie ihren 2:1-Überraschungserfolg beim „Club" feiern. Natürlich mit dem Segen des Trainers. Wer gut und erfolgreich arbeitet, hat auch mal Besonderes verdient. Vor ein paar Tagen hatten die DSC-Profis vorgefühlt und im Falle eines guten und erfolgreichen Auftritts ein okay in Aussicht gestellt bekommen. Arminias Verantwortlichen dürfte es nicht schwer gefallen sein, angesichts der Länderspielpause und der beeindruckenden kämpferischen Leistung der Mannschaft bei den favorisierten Nürnbergern den Kurztrip auf die Wiesn zu genehmigen. „Etwas Schöneres, als nach dem 1:1 so zurückzukommen und mit drei Punkten in die Pause zu gehen, gibt es nicht", meinte Julian Börner freudetrunken. Der Abwehrchef lobte zu Recht die Defensivleistung: „Nürnberg ist aktuell die beste Mannschaft in der 2. Liga. Gegen sie zu bestehen, ist große Klasse." Natürlich habe man auch in einigen Situationen Glück gehabt (Nürnberg verzeichnete drei Aluminium-Treffer), räumte Jeff Saibene ein. Aber auch einen starken Torwart: „Ortega hat uns mit zwei, drei super Paraden im Spiel gehalten." Letztlich sei der Sieg aber nicht unverdient gewesen, betonte der DSC-Trainer. "Nicht zur euphorisch sein" Bis auf wenige Momente hatten die Gästen den Gegner im ersten Durchgang gut unter Kontrolle. „Spielerisch war das vielleicht nicht das Gelbe vom Ei, aber wir haben gut dagegen gehalten", beschrieb Julian Börner das Geschehen. Bis auf eine Großchance von Fabian Klos auf der einen und von Mikael Ishak auf der anderen Seite neutralisierten sich beide Mannschaften weitgehend. Mit dem Führungstor des eingewechselten Andraz Sporar (61.) entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Möglichkeiten – einigen mehr für die Gastgeber – auf beiden Seiten. „Wir haben zwei, drei Mal nicht so gut verteidigt, wir hatten aber auch Chancen auf das zweite oder dritte Tor. Dann hätten wir Ruhe gehabt", sagte Patrick Weihrauch. „Brenzlige Situationen" gehörten dazu, meinte der Mittelfeldspieler. Im Gegensatz zum Spiel in Darmstadt bewältigten die Arminen sie jedoch souveräner. „Wir waren kompromissloser", benannte Saibene den Fortschritt gegenüber dem Spiel vor zwei Wochen. Die aktuelle Punkteausbeute – 17 in neun Spielen – ist die eines Aufstiegskandidaten. Davon wollen die Arminen jedoch nichts wissen. „Wir dürfen nicht zu euphorisch sein", meinte Siegtorschütze Konstantin Kerschbaumer, und Patrick Weihrauch ergänzte: „Wenn man die vergangenen Jahre des DSC verfolgt hat, geht es erstmal darum, die nötigen Punkte für den Ligaerhalt zu holen." Beim Blick auf die Tabelle spricht Jeff Saibene von einer „Top-Bilanz". Diese Ausgangssituation hätten sich alle gewünscht. „Jetzt kommt Düsseldorf zu uns. Ich hoffe, wir können das Stadion füllen", sagte der Trainer.

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