Mr. Arminia: Hannes Scholz war jahrelang das Gesicht des Bielefelder Traditionsvereins. - © Thomas F. Starke
Mr. Arminia: Hannes Scholz war jahrelang das Gesicht des Bielefelder Traditionsvereins. | © Thomas F. Starke

Arminia Bielefeld Abschied von einem Arminia-Urgestein

Mit Hannes Scholz verliert der Bielefelder Fußball eines einer bekanntesten Gesichter

Matthias Foede
Hans-Joachim Kaspers

Bielefeld. Zur Begrüßung am Telefon gab es von Hans-Joachim Scholz stets den gleichen Satz: „Ja hallo, hier ist Hannes." Mehr musste er auch gar nicht sagen, weil er in Fußball-Bielefeld und weit über die Grenzen Ostwestfalens hinaus bekannt und beliebt war wie der viel zitierte bunte Hund. In der Nacht zum Sonntag ist der Mann, der über viele Jahre seinem DSC Arminia Bielefeld ebenso mit Haut und Haaren wie mit Leib und Seele verbunden war, im Alter von 83 Jahren nach längerer Krankheit in einem Bielefelder Krankenhaus gestorben. Jahrelang war Scholz an jedem Wochenende und auch an vielen Werktagen für seine Arminia unterwegs, immer bemüht, den Verein in positives Licht zu rücken. Unermüdlich für Arminia unterwegs Egal ob als Trainer, Teammanager, Schiedsrichterbetreuer oder eine Zeit lang als Leiter der Amateurabteilung – Scholz lebte stets einen fairen Sportsgeist vor und stand deswegen auch bei anderen Vereinen – und natürlich auch bei uns Journalisten – in hohem Ansehen. „Nur als Busfahrer war ich nicht für Arminia tätig", hat Scholz, der früher als städtischer Angestellter auch Platzwart auf der Alm war, einmal scherzhaft über die Beziehung zu seinem Herzensklub gesagt. Der bereitete ihm allerdings so manches Mal auch Kummer, vor allem dann, wenn der erklärte Fürsprecher der Amateurmannschaften diesen Bereich des Vereins vernachlässigt sah. So wehrte er sich zum Beispiel vehement gegen vorübergehend diskutierte Pläne, Arminia nicht mehr für die Hallen-Stadtmeisterschaften zu melden. „Wir sind ein Bielefelder Verein, und natürlich haben wir uns als Bielefelder Verein bei einer Bielefelder Veranstaltung zu zeigen – und zwar vernünftig", argumentierte Scholz seinerzeit – und setzte seine Position am Ende durch. Scholz war so etwas wie die personifizierte Bodenhaftung des DSC Arminia. Und er achtete bei allem, was er tat, stets genau darauf, dass die Leute respektvoll miteinander umgingen. Freunde und Bekannte hatte Hannes Scholz ohne Ende. Er kannte jeden Trainer und Schiedsrichter in NRW. „Hans ist Mr. Arminia und von der Schüco-Arena nicht wegzudenken, eine Art graue Eminenz, die immer da ist und gute Laune verbreitet", hat Hans-Hermann Schwick, ehemaliger Präsident der Arminia, den Verstorbenen anlässlich dessen 70. Geburtstags einmal besonders gewürdigt. Und Ex-Profi Uli Büscher, der den gebürtigen Schlesier mehr als 40 Jahre kannte, prägte einmal den schönen Satz: „In seinen Adern sprudelt schwarz-weiß-blaues Blut". Nicht von ungefähr erhielt Scholz Spitznamen wie „Hansdampf", „Hans im Glück" oder „Hans, der kanns". Sportlicher Höhepunkt seiner Karriere war die Zweitliga-Saison 1987/88, in der er die Arminen sogar als Interimstrainer zu einem Auswärtsspiel nach Stuttgart begleitete. Doch würde man der Persönlichkeit, die Scholz Zeit seines Lebens war, nicht gerecht, würde man ihn lediglich auf diese Episode reduzieren. Mit Hannes Scholz verlieren Arminia Bielefeld und der heimische Sport einen Mann, der jahrzehntelang den Fußball in dieser Stadt mitgeprägt hat.

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