Bielefelds Trainer Jeff Saibene kann sich nach der Leistung seiner Mannschaft nur an den Kopf fassen. - © dpa
Bielefelds Trainer Jeff Saibene kann sich nach der Leistung seiner Mannschaft nur an den Kopf fassen. | © dpa

Arminia 0:4: Harmlose Arminia fällt gegen Duisburg auseinander

Stoppelkamp, Souza und Onuegbu sorgen auf Duisburger Seite für die Tore / Andreas Voglsammer verlängert vorzeitig bis 2021

Patrick Albrecht

Bielefeld. Arminia Bielefeld muss sich nach der bislang schlechtesten Saisonleistung dem MSV Duisburg in der heimischen Schüco-Arena verdient mit 0:4 geschlagen geben. Nach einem 0:1-Rückstand zur Halbzeit fielen die Arminen im zweiten Durchgang auseinander und zeigten kaum noch Gegenwehr. Beste Nachricht des Tages: Stürmer Andreas Voglsammer hat seinen Vertrag vorzeitig bis 2021 verlängert. Im Vergleich zum 1:1-Unentschieden bei Union Berlin veränderte DSC-Trainer Jeff Saibene seine Startelf lediglich auf einer Position: Der genesene Kapitän Julian Börner ersetzte Stephan Salger in der Innenverteidigung. Zudem stand Tom Schütz nach seiner Archillessehnen-Verletzung im Kader. In den ersten Augenblicken zeichnete sich bereits die Spielausrichtung beider Mannschaften ab. Die Arminen hatten Vorteile im Ballbesitz, die Gäste aus Duisburg ließen die Saibene-Elf gewähren und setzten auf Konter. Voglsammer kam nach nur drei Minuten zu einem ersten Abschluss, die erste große Chance sollte jedoch auf der Gegenseite zu sehen sein: Stoppelkamp setzte sich per Übersteiger gekonnt gegen zwei Gegenspieler durch und schloss aus kurzer Distanz ab. Börner fälschte den Balll ab, den schließlich Ortega mit den Fingerspitzen auf das Tornetz lenkte. Dick patzt - Stoppelkamp staubt ab In der Folge hatten die Arminen mehr vom Spiel, zeigten in der Offensive gegen einen gut organisierten Aufsteiger aber zu wenig Kreativität und Durchschlagskraft. Ein fataler individueller Fehler sollte dann die Führung für die Gäste einleiten: Florian Dicks Rückpass zu Keeper Ortega geriet zu kurz, Iljutcenko spritzte dazwischen, legte den Ball nach innen, wo Stoppelkamp die Kugel über die Linie des verwaisten Tores drückte. In der Folge gewannen die Gäste zunehmend an Sicherheit, bei den Arminen häuften sich die individuellen Fehler und Unaufmerksamkeiten. Torgelegenheiten gab es kaum zu sehen. Bis auf einen eher harmlosen Abschluss von Stoppelkamp (27.) und einer Rudelbildung (35.) hing die Partie weitgehend durch, wobei der MSV die zielgerichteteren Aktionen aufweisen konnte. In der 43. Minute sollte sich die Szenerie des Gegentreffers aus der Anfangsphase beinahe wiederholen: Hartherz wollte auf Keeper Ortega zurückspielen, doch Duisburgs Tashchy roch den Braten und erlief sich den Ball. Ortega kam im letzten Momemt mit dem Fuß dazwischen und verhinderte Schlimmeres. Danach zogen die Arminen das Tempo nochmal an und kamen in Person von Weihrauch, Dick und Voglsammer zu Abschlüssen aus der Distanz. Dann wurde es doch noch kritisch: Klos wurde auf links steil geschickt. MSV-Keeper Flekken eilte daraufhin aus dem Tor und brachte Arminias Stürmer unmittelbar neben dem Sechzehner rüde zu Fall. Flekken sah die gelbe Karte, der anschließende Freistoß brachte nichts ein. Doppelschlag nach Wiederanpfiff Statt einer verbesserte Bielefelder Mannschaft sahen die 18.537 Zuschauer zehn Minuten nach Wiederanpfiff das 0:2, das ebenfalls viel zu einfach zustande kam: Oliveira Souza setzte sich nach einem langen Zuspiel im Strafraum der Arminia mit einem leichten Rempler gegen Börner durch, zog nach innen und vollstreckte aus halbrechter Position durch die Beine von Ortega. Nur vier Minuten später war es erneut Souza, der mit einem satten Flachschuss aus gut 25 Metern rechter Position links unten zum 0:3 einnetzte. Die Partie war daraufhin entschieden. Im Stadion wurde es still, ein Aufbäumen aufseiten der Saibene-Elf war nicht zu erkennen. Duisburg tat nicht mehr, als es musste, hatte das Geschehen gegen eine harmlose und zuweilen vollkommen unkonzentrierte Bielefelder Mannschaft jedoch zu jeder Zeit im Griff. Zehn Minuten vor Abpfiff wurden die Arminen wieder etwas aktiver und kamen durch Sporar zu der besten Gelegenheit der zweiten Halbzeit: Der Slowene wurde auf rechts von Voglsammer freigespielt und suchte wenig später den Abschluss. Der Winkel war jedoch zu spitz, sodass MSV-Keeper Flekken zum Eckball klären konnte. Onuegbu macht den Deckel drauf Nachdem es Keanu Staude nochmal aus der Distanz probiert hatte (87.), sollte sogar noch das 0:4 fallen: Nach einer missglückten Abseitsfalle des DSC liefen gleich drei Duisburger allein auf das Bielefelder Tor zu. Brandstetter legte selbstlos quer zum eingewechselten Onuegbu, der mühelos einschob. Direkt danach pfiff Schiedsrichter Robert Kempter das Spiel ab. Die Zuschauer honorierten trotz der Niederlage die Leistungen der letzten Wochen und verabschiedeten ihre Mannschaft nach dem Spiel mit Applaus. Am Sonntag, den 17. September, geht es für Saibene und Co. mit einem Auswärtsspiel beim Bundesliga-Absteiger Darmstadt 98 weiter. Nachlesen können Sie das Spiel in unserem großen Arminia-Ticker:

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