Manuel Prietl gegen den Berliner Felix Kroos. - © Christian Weische
Manuel Prietl gegen den Berliner Felix Kroos. | © Christian Weische

Bielefeld 1:1 bei Union: Arminia besteht auch an der Alten Försterei

Arminen belohnen sich für eine kämpferisch starke Leistung / Führung hält nicht lang genug

Patrick Albrecht

Berlin/Bielefeld. Arminia Bielefeld hat nach einer starken kämpferischen Leistung bei Union Berlin ein 1:1-Unentschieden erreicht. Unions Marcel Hartel egalisierte Andreas Voglsammers Führungstreffer, der wenige Augenblicke nach Wiederanpfiff gefallen war. Die Gastgeber waren näher am Sieg dran, ließen aber eine Vielzahl guter Gelegenheiten ungenutzt. Im Vergleich zum 2:0-Heimsieg gegen den VFL Bochum veränderte Jeff Saibene seine Startelf lediglich auf einer Position: Stephan Salger ersetzte den verletzten Kapitän Julian Börner in der Innenverteidigung. Die Zuschauer an der Alten Försterei sahen eine muntere Anfangsphase, in der besonders die Gastgeber ein hohes Tempo anschlugen. Nach nur drei Minuten drang Stürmer Polter auf links in den Strafraum ein und brachte den Ball fach in die Mitte, wo ihn Hartel mit der Hacke Richtung Tor beförderte. DSC-Keeper Ortega war schnell genug unten und bekam seine Hand an den Ball, bevor der einschussbereite Skrzybski die Kugel über die Linie drücken konnte. In der Folge versuchte sich Unions Kapitän Kroos zweimal aus der Distanz, zielte aber jeweils etwas zu hoch (11., 12.). Behrendt packt den Hammer aus Die Arminen traten durch einen eher harmlosen Fernschuss von Brian Behrendt (5.) und einen ungefährlichen Voglsammer-Kopfball nach Vorarbeit von Patrick Weihrauch in Aktion (13.). Die Eisernen waren das klar spielbestimmende Team und versuchten die DSC-Defensive pausenlos zu beschäftigen. Die Saibene-Elf war in erster Linie um Struktur und Kompaktheit bemüht, was mit fortschreitender Spielzeit immer besser klappen sollte. Union machte in der Folge durch einen Flachschuss des agilen Linksaußen Hedlund (25.) und einem Kopfball von Hartel (30.) auf sich aufmerksam, bevor die Arminen nach 31 Minuten den Torschrei bereits auf den Lippen hatten: Florian Dick führte einen Freistoß kurz auf Behrendt aus. Dieser wuchtete den Ball aus über 30 Metern auf das gegnerische Tor, sodass dieser die Latte streifte. Wenig später probierten die Eisernen in Person von Kroos und Skrzybski die gleiche Variante auf der Gegenseite - jedoch deutlich ungefährlicher. In der 38. Minute hätte Andreas Voglsammer frei vor Union-Keeper Busk zum Schuss kommen können, wenn Keanu Staude beim Zuspiel zuvor mehr Genauigkeit gezeigt hätte. Vor dem Pausenpfiff kamen auf Berliner Seite noch Hartel und Skrzybski, auf Arminen-Seite Florian Dick zu Abschlüssen. Die zweite Halbzeit sollte mit einem Paukenschlag beginnen: Berliner Sturmlauf nach Voglsammers Führungstor Berlins Kreilach und Schönheim verloren durch konsequentes Pressing der Saibene-Elf am eigenen Sechzehner den Ball. Weihrauch legte direkt in die Mitte auf Voglsammer ab, der den Ball behauptete und ihn aus kurzer Distanz unter die Latte wuchtete (46.). In der Folge schalteten die Köpenicker gleich mehrere Gänge hoch und erspielten sich Großchancen im Minutentakt: Zunächst kratzte Fabian Klos einen Polter-Schuss nach einem schnell ausgeführten Freistoß von Kroos von der Linie (49.), anschließend klärte Keeper Ortega einen Linksschuss von Hedlund aus kürzester Distanz (53.). Nachdem Kreilach einen Kopfball nach einer Flanke von Skrzybski nur an das Außennetz setzte (54.), war es in der 55. Minute schließlich so weit: Hedlund brachte den Ball von der Grundlinie flach in den Fünfmeterraum. Dort ging Arminias Salger im Zweikampf mit Unions Polter zu Fall. Der Ball rollte zurück auf Hartel, der das Leder aus kurzer Distanz ins kurze Eck zum 1:1-Ausgleich einschoss. Kurz zuvor setzte Fabian Klos einen Rechtsschuss nach Vorlage von Patrick Weihrauch denkbar knapp neben den rechten Pfosten und hätte beinahe für das 0:2 gesorgt. Auch wenn die Häufigkeit der Chancen fortan abnahm, blieb Union das klar spielbestimmende Team und drängte auf den Führungstreffer. Schönheim scheiterte nach einem Eckball per Kopf an Arminias Ortega (60.), Hartel verzog einen Rechtsschuss aus 20 Metern (63.). Arminen halten durch - und belohnen sich Trotz des hohen Drucks der Berliner war die Saibene-Elf bemüht, hoch zu verteidigen und selbst seine Chancen zu suchen. Diese sollten aber weiterhin auf der Gegenseite zu finden sein. Eine Viertelstunde vor dem Ende setze Kreilach einen Distanzschuss an die Querlatte. Den Nachschuss durch Hartel konnte Ortega per Fuß abwehren. Fünf Minuten später probierte es Unions Kreilach erneut, zielte von der Sechzehner-Linie jedoch wenige Zentimeter zu weit links. Auf Seiten der Arminia ließ Konstantin Kerschbaumer durch zwei eher harmlose Abschlüsse aufhorchen (79., 82.). Jeff Saibene wechselte in der Zwischenzeit dreimal, in dem er Hemlein, Sporar und Brandy für Weihrauch, Voglsammer und Staude brachte. Letztgenannter sah während seiner Auswechslung wegen Zeitspiels die gelbe Karte. Die Arminen behielten ihre Ordnung und Kompaktheit bis zum Schluss bei und brachten nach einer vierminütigen Nachspielzeit das 1:1 schließlich über die Zeit. Jeff Saibene bezeichnete den Punktgewinn im Nachhinein als ein "Riesenerfolg". Die Gastgeber dürften nach dem Spielverlauf eher dem verpassten Sieg nachtrauern. Lesen Sie das Spiel hier im Liveticker nach:

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