Christoph Hemlein, Andreas Voglsammer, Fabian Klos und Konstantin Kerschbaumer (verdeckt) jubeln nach dem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0. - © Christian Weische
Christoph Hemlein, Andreas Voglsammer, Fabian Klos und Konstantin Kerschbaumer (verdeckt) jubeln nach dem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld 1:2 in Fürth - Arminias Weste bleibt weiß

Clevere Arminen gewinnen nicht unverdient bei weitgehend einfallslosen Fürthern / Zweiter Sieg im zweiten Spiel

Patrick Albrecht

Fürth. Arminia Bielefeld hat mit einem 1:2-Auswärtssieg bei Greuther Fürth seine weiße Weste behalten und nimmt auch nach dem zweiten Spieltag Platz 3 in der Tabelle ein - hinter Union Berlin und Spitzenreiter Nürnberg. Keanu Staude und Fabian Klos brachten den DSC vor der Pause in Front, Omladic Anschlusstreffer brachte den Sieg noch einmal in Gefahr. Im Vergleich zum Regensburg-Spiel veränderte DSC-Trainer Jeff Saibene seine Startelf auf zwei Positionen: Florian Dick ersetzte rechts hinten den rotgesperrten Nils Teixeira, in der Innenverteidigung machte Stephan Salger für Brian Behrendt Platz. Für Tom Schütz kam ein Einsatz erneut zu früh. Die rund 9.000 Zuschauer sahen eine muntere Anfangsphase. Beide Mannschaften begannen schwungvoll. Fürth kam durch Gugannig (3.) und Omladic (4.) schnell zu zwei guten Möglichkeiten, die Saibene-Elf tauchte nach 14 Minuten erstmals gefährlich vor dem gegnerischen Tor auf: Florian Dick mit einer hohen und weiten Flanke auf den zweiten Pfosten, wo Hartherz angerauscht kam und den Ball aus kurzer Distanz per Dropkick auf das Tor brachte. Keeper Meygeri hatte den Ball jedoch sicher. Klos und Staude machen den Unterschied Sowohl Fürth als auch der DSC ließen es bei den Standards an Gefahr vermissen. Die Kleeblätter ließen während der ersten Halbzeit zahlreiche Eckbälle verstreichen, bei den Arminen mangelte es bei mehreren Freistößen aus dem Halbfeld an Präzision. Saibene hatte seine Mannschaft erneut sehr offensiv ausgerichtet. Auch bei Ballbesitz des Gegners waren mindestens vier Spieler in des Gegners Hälfte, um den Spielaufbau zu stören. Das Konzept zahlte sich aus, die Gastgeber taten sich gegen gut organisierte Bielefelder sehr schwer. Auf Seiten der Franken kamen Gjasula (30.) und Dursun (36.) noch zu Abschlüssen, auf Seiten der Arminen setzte Behrendt einen Freistoß aus gut 30 Metern zentraler Position deutlich neben das Tor (31.). Nach 37 Minuten sollte sich das Geschehen schließlich zugunsten Arminias entwickeln: Nach Ballverlust Sontheimers im Spielaufbau hahm Hemlein Klos über rechts mit, der seinerseits ein paar Meter vorwärts machte und im richtigen Moment in den Lauf von Keanu Staude flankte, der per Kopf zum 0:1 einnickte. Fürth wirkte sichtlich angeknockt, der DSC legte nach: Nachdem ein Dick-Eckball scheinbar geklärt war, ist Staude im Strafraum einen Augenblick eher am Ball als Dursun. Fürths Stürmer lässt das Bein stehen, Arminias Mann der Stunde nahm das Foul gerne an. Schiedsrichter Ittrich zeigte auf den Punkt. Fabian Klos nahm sich der Sache schließlich an und verwandelte unten links zum 0:2. Kurz vor der Pause wurde es noch einmal gefährlich für die Gäste: Gjasula kam rechts im Strafraum aus acht Metern zum Schuss und visierte das kurze Eck an. Ortega war aber zur Stelle. Voglsammer beinahe zum 0:3, Omladic wie aus dem Nichts Drei Minuten nach Wiederanpfiff kam Fürths Narey aus gut 20 Metern zentraler Position mit links zum Abschluss, stellte Keeper Ortega aber vor keinerlei Probleme. Es sollte für lange Zeit das Letzte sein, das die Gastgeber in der Offensive zu bieten hatten. Die Arminen spielten abgeklärt und clever. Sie überließen dem Gegner weitgehend das Spiel und ließen gut organisiert nichts zu. Voglsammer sorgte in der 52. Minute nach starker Einzelleistung mit einem Schlenzer beinahe für das vorentscheidene 0:3. Die Gastgeber fanden gegen eine disziplinierte Bielefelder Mannschaft kaum Lösungen. Nichts deutete auf einen Anschlusstreffer hin, der nach 72 Minuten wie aus dem Nichts fallen sollte: Der eingewechselte Torres mit einem Zuspiel auf Dursun, der mit dem Rücken zur Abwehr auf Omladic abtropfen ließ. Dieser schoss humorlos rechts unten zum 1:2 ein. Das Tor weckte die Franken plötzlich auf, in den folgenden Minuten war die Souveränität der Arminen dahin. Jeff Saibene erkannte die Lage und nahm den Hausherren mit den beiden Wechseln Sporar für Voglsammer und Weihrauch für Hemlein merklich den Wind aus den Segeln. In der 78. Minute sollte Sporar dann beinahe seinen zweiten Treffer im zweiten Spiel erzielen: Klos mit einer Kopfballverlängerung auf den Neuzugang, der den Ball mit dem Oberschenkel annahm und aus der Drehung direkt volley abschloss. Der Ball flog knapp am linken Pfosten vorbei, Keeper Meygeri wäre chancenlos gewesen. Das Potenzial des Slowenen wird an solchen Aktionen deutlich. Zehn Minuten vor Schluss verließ Fabian Klos den Platz, für ihn war Nils Quaschner nun mit von der Partie. Die Saibene-Elf versuchte den Gegner bei Ballbesitz vom eigenen Tor fern zu halten, die Schlussoffensive der Fürther kam trotzdem. Mehr als zwei Abschlüsse des eingewechselten Cigerci sollten auf Seiten des Gegners jedoch nicht mehr zustande kommen. Nach etwas zu hoch gegriffenen vier Minuten Nachspielzeit war der zweite Sieg im zweiten Spiel unter Dach und Fach. Arminia Bielefeld ist somit der Traumstart in die neue Zweitligasaison gelungen. Die Saibene-Elf bleibt somit auch nach dem zweiten Spieltag auf dem dritten Platz - hinter Union Berlin und Spitzenreiter Nürnberg. Der Liveticker zum Nachlesen:

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